Dienstag , 27. September 2016
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Tom Hültsch (l.), Arne Höppner und Lisa Hauswald zeigen ihre prämierten Plakatmotive.
Tom Hültsch (l.), Arne Höppner und Lisa Hauswald zeigen ihre prämierten Plakatmotive.

Arne will nicht an der Flasche hängen

ahe Lüneburg. Arne Höppner hat eine drastische Darstellung gewählt: Ein Knetmännchen baumelt am Galgen, der an einer Pulle Hochprozentigem angebracht ist. Wer will schon an der Flasche hängen? fragt der 14-Jährige. Sein Plakatmotiv hat er eingereicht bei einem Wettbewerb der Krankenkasse DAK zur Alkoholprävention. 17000 Schüler haben bundesweit daran teilgenommen, 1500 in Niedersachsen. Arnes Motiv ist landesweit als das fünftbeste ausgezeichnet worden.

Der nunmehr fünfte Durchlauf des Wettbewerbs ist Teil der Kampagne „bunt statt blau“, mit der die DAK über die Gefahren des übermäßigen Alkoholkonsums aufmerksam machen will. Denn das Rauschtrinken unter Jugendlichen, auch als Komasaufen bekannt, ist nach wie vor ein großes Problem. Simone Prüß, Leiterin des DAK-Service-Centers in Lüneburg, nennt Zahlen als Beleg: „Allein im Jahr 2012 sind in Niedersachsen 2788 Kinder, Jugendliche und Heranwachsende im Alter von 10 bis 20 Jahren mit Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus gebracht worden. Das bedeutete einen Anstieg von 10Prozent gegenüber 2011. Bei den Zehn- bis 15-Jährigen hat die Zahl sogar um 15 Prozent zugenommen.“

Arne und seine Mitschüler aus der Klasse 9FL1 des Gymnasiums Oedeme, die mit eigenen Plakatmotiven beim Wettbewerb mitgemacht haben, kennen das Phänomen natürlich auch, dass manch ein Jugendlicher nicht Maß halten kann, wenn es auf einer Party Alkohol zu trinken gibt. Die Auswirkungen haben Lisa Hauswald und Tom Hültsch eindrucksvoll festgehalten, Lisas Bild zeigt ein Mädchen, das mit einer Flasche Alkohol in der Hand ohnmächtig am Boden liegt: „Und welcher Prinz küsst dich jetzt noch wach?“ steht daneben. Toms Protagonist krabbelt auf allen Vieren über eine Straße, eine Flasche Alkohol in der Hand, eine daneben am Boden liegend. „Dicht am Abgrund“ hat er sein Werk betitelt. So schlimm, wie sie es dargestellt haben, hätten sie in der Realität noch keine Bekannten abstürzen sehen, versichern sie. Doch die drastische Darstellung überzeugte die Jury, beide sind wie Arne auch mit Sachpreisen für ihre Werke bedacht worden.

Vier bis fünf Wochen haben sie an den Motiven getüftelt, Skizzen im Unterricht entworfen, die sie dann zu Hause umgesetzt haben. Arne hat dafür extra einen Minigalgen gebastelt, Lisa eine Freundin als Fotomodell gewinnen können, während Tom natürlich ganz nüchtern selbst die Rolle des Betrunkenen für sein Motiv übernommen hat. Wenn auch mit kleinem Schönheitsfehler, der Mitschülern sofort auffiel: Die Flaschen auf seinem Foto sind noch verschlossen.

Kunstlehrerin Hilke Kohfahl ist dennoch begeistert von den Ergebnissen ihrer Schützlinge. Sie will die Plakate nun in der Schule ausstellen.