Dienstag , 27. September 2016
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Unterricht der etwas anderen Art stand für die Schüler der Georg-Sonnin-Schule auf dem Stundenplan: Feuerlöschen. Foto: t&w
Unterricht der etwas anderen Art stand für die Schüler der Georg-Sonnin-Schule auf dem Stundenplan: Feuerlöschen. Foto: t&w

Feuerlöschen steht auf dem Stundenplan

kre Lüneburg. Flammen schlagen hoch. Es raucht, es qualmt, Feuermelder piepen: Doch so dramatisch diese Szenerie klingt, so schlimm wars dann doch nicht gestern in der Georg-Sonnin-Schule. Niemand wurde verletzt, Sachschaden gabs auch keinen dafür aber haben die Schüler und Lehrer an den Berufsbildenden Schulen II eine ganze Menge gelernt. Über Feuer, über die Gefahren des Rauches und natürlich: über Brandverhütung. Gestern nämlich fand an der Georg-Sonnin-Schule der Auftakt zu den Brandschutztagen statt. Und auch am heutigen Freitag werden die Schülerinnen und Schüler aktiv im Brandschutz unterrichtet. Damit der Hit aus den 1980er-Jahren ,,Hurra, Hurra die Schule brennt“ hoffentlich niemals Realität wird.

,,Ziel ist es, die teilnehmenden Jugendlichen zu Brandschutzhelfern auszubilden“, erklärt Schulleiter Wolfgang Groth. Ein entsprechendes Zertifikat bescheinigt den Jugendlichen die Teilnahme an der Schulung.

,,Wir sind froh, dass wir diese Veranstaltung zum ersten Mal auf unserem Schulgelände anbieten können“, sagt Joachim Prüß, der Brandschutzbeauftragte an der Georg-Sonnin-Schule. Gemeinsam mit seinem Kollegen Stefan Ostermann hat er die Kontakte zu den Feuerwehren, Hilfsorganisationen und Unternehmen hergestellt, ohne deren Hilfe und Unterstützung eine solche Veranstaltung nicht durchzuführen wäre. Dass dann gestern plötzlich das DRK absagte mit der Begründung „Kein Auto“ findet Prüß mehr als schade: „Gerade jetzt, wo das Thema Inklusion an unserer Schule eine ganz große Rolle spielt, wäre es toll gewesen, wenn das DRK unseren Schülern gezeigt hätte, mit welchen Hilfsgriffen man im Ernstfall auch behinderte Mitschüler aus der Gefahrenzone bringen kann.“

Für das verhinderte Deutsche Rote Kreuz haben Prüß und Ostermann aber schnell Ersatz gefunden: „Die Feuerwehr Lüneburg ist mit einem Rüstwagen eingesprungen, zeigt unseren Schülern unter anderem die Atemschutz-Ausstattung.“

Überhaupt ist der Hof der BBS II an diesem Morgen fest in Feuwehrhand: Klaus Kasten vom Förderverein der Ortsfeuerwehr Melbeck hat eine ganze Batterie Feuerlöscher neben sich stehen. Gleich dürfen die Jugendlichen mit Hilfe der Schaumlöscher selbst ein Feuer löschen. Zuvor allerdings lässt es der Melbecker Brandschützer noch einmal kräftig aber kontrolliert knallen: In eine spezielle Vorrichtung steckt er eine Spraydose, dann dreht Kamerad Michael Bock den Gashahn auf. Es dauert nicht lange, und die Dose platzt mit einem lauten Knall. In der Übung ungefährlich. Bei einem echten Feuer allerdings können solche unter Druck stehenden Dosen zu lebensgefährlichen Geschossen werden.

Nebenan in einem Zelt können Mutige selbst sehen, was Feuerwehrleute im Ernstfall in verqualmten und verrauchten Gebäuden sehen. Nämlich nichts! Ostermann und seine Helfer haben das Zelt mit Theaternebel „geflutet“. Geruchlos und ungefährlich. Aber es gibt den Schülern, die sich in das Zelt hineinwagen einen Eindruck davon, unter welch schwierigen Bedingungen die Feuerwehrleute im Ernstfall arbeiten müssen.

Nicht nur Saskia Klüver und ihre Klassenkameradin Maike Krause sind beeindruckt. Die beiden 18-jährigen Schülerinnen der Fachklasse Textiltechnik haben jetzt noch mehr Respekt vor der Arbeit der Feuerwehrleute, die zudem auch noch schwindelfrei sein müssen. Am späten Vormittag nämlich kommt auch noch die große Drehleiter der Lüneburger Feuerwehr. „Die Brandschutztage sind wirklich eine runde Sache“, findet nicht nur Schulleiter Groth.