Aktuell
Home | Lokales | Lüneburg | Laster rollen durch Wilschenbruch
Ende einer Ära: Die abgerissene Tribüne auf dem ehemaligen LSK-Sportplatz. Foto: boldt
Ende einer Ära: Die abgerissene Tribüne auf dem ehemaligen LSK-Sportplatz. Foto: boldt

Laster rollen durch Wilschenbruch

ca Lüneburg. 26 Grundstücke zwischen 1000 und 2000 Quadratmeter groß, ein grünes Band mit zwei großen Rückhaltebecken, im Gebiet zur Erschließung eine T-förmige Straße aus Betonsteinpflaster, dazu ein Ausbau des Reiherstiegs und alles basierend auf einem Bebauungsplan, der neun Jahre alt ist aus dem alten LSK-Gelände wird der Auekamp. Was dort in den nächsten Monaten geschieht, stellten die Stadt, Investor Uwe Gerner und sein Planer Ulrich Beußel jetzt vor mehr als 100 Anwohnern aus Wilschenbruch in der Grundschule Im Roten Felde vor. Die Nachbarn sorgten sich vor allem um zusätzlichen Verkehr gerade in der Bauphase und um den Hochwasserschutz.

Beußel nannte den Fahrplan: Aktuell reißen Arbeiter die alten LSK-Anlagen ab, im Juni und Juli erfolgen Ausschreibungen für die Arbeiten, dazu soll der sogenannte C-Platz des ehemaligen Fußballgeländes angehoben werden, er läge bei einem starken Hochwasser sonst unter Wasser, zudem sollen im Grüngürtel zur Ilmenau zwei mit Rohren verbundene Mulden entstehen, im August erledigen Handwerker den Aushub, im September verlegen Versorgungsunternehmen Leitungen. Im Oktober und November ziehen Fachleute Baustraßen. Die sollen mit einer Decke entstehen, sodass die Belastung durch Staub und Dreck gering gehalten wird. Wenn die Bebauung voraussichtlich in gut zwei Jahren abgeschlossen sei, werde die Straße endgültig befestigt.

Uta Hesebeck, Fachbereichsleiterin im Bauamt, erklärte, dass Baufahrzeuge über den Eulenweg und von dort aus über den Reiherstieg zu dem Areal rollen sollen. Der Eulenweg sei von Anlage und Zustand am besten geeignet. Bisher seien allerdings zwei Schwerlasttransporte durch den Tiergarten erfolgt. Eine Wiederholung sei nicht geplant. Da Amselbrücke und die Unterführung am Pirolweg für Baufahrzeuge kaum geeignet sind, werden sie künftig über die Zufahrt, die an der Ebert-Brücke für das Baugebiet An der Wittenberger Bahn entsteht, und eine Baustraße zum Eulenweg geführt. Die Belastung der Amselbrücke sei auf zwölf Tonnen erhöht worden, da etwa Mülllaster im Moment kaum nach Wilschenbruch kommen können.

Im Blick haben die Planer auch die Ilmenau. Wenn die sich breitmacht, werden die Wiesen überflutet. Bei einem Jahrhunderthochwasser stünde der C-Platz Berechnungen zufolge bis zu 15 Zentimeter unter Wasser. Das würde einer Menge von 750 Kubikmetern entsprechen. Zum einen wird das Areal aufgeschüttet, zudem sollen die beiden Becken bis zu 900 Kubikmeter schlucken können.

Ob diese Berechnungen ausreichend sind, daran hatte mancher Zweifel. Vor allem, wenn das Wasser über Tage stehe. Die Planer und auch Dezernent Markus Moßmann, der die Veranstaltung für die Stadt leitete, verwiesen auf die Zahlen. Auch die Anfahrt über den Eulenweg störte einige: Die Anlieger würden über Gebühr belastet, eine Ringlösung käme ihnen besser zupass. Auch führen Laster zu schnell über die Straße, an der Kinder spielen. Und wer komme für Schäden auf, die durch den Bauverkehr entstehen?

Die Stadt verwies auf die Breite des Eulenweges. Zudem bräuchten Fahrer eine klare Route, sonst komme es zu Irritationen also kein Ringverkehr. Bremsend wirken sollen 30-km/h-Zeichen, die auf den Asphalt gepinselt werden. Etwaige Instandsetzungen zahle allein der Investor. Das Gleiche gelte für den Ausbau des Reiherstiegs.

Die Anwohner trieben noch andere Themen um, die weniger mit dem Baugebiet zu tun haben: Sie beklagen zugewachsene Wege an der Amselbrücke. Eine Ausfahrt in Richtung Goethestraße zu ermöglichen, sie wurde vor Jahren gesperrt, war ein weiterer Wunsch. Ein Anwohner monierte, dass Wilschenbruch als Abkürzungsstrecke etwa von aus Richtung Uelzen kommenden Berufsschülern genutzt werde, die oftmals zu schnell führen. Andere beklagten, dass kein Bus in ihr Viertel fahre, andere einen schlechten Straßenzustand. Die Vertreter der Stadt sagten zu, sich um die Kritikpunkte zu kümmern.

One comment

  1. Schade, dass der Termin um 17Uhr war, kaum zu schaffen für normale Berufstätige. Die Abkürzungen über den Wilschenbruch werden in der Tat häufig genutzt und nie mit 30kmh. Wird nächste Woche bei Sperrung der Friedrich-Ebert-Brücke wohl noch zunehmen, da die Brücke über den Pirolweg ja erreichbar sein soll…