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Wer beobachtet da wohl wen? Christian (l.) und sein Bruder Maximilian aus Ehestorf staunten gestern jedenfalls nicht schlecht, als Sven Sokoll (r.) und Frank Corleis den beiden Besuchern in den neuen Räumen des Schubz ein echtes  Jemenchamäleon präsentierten. Foto: be
Wer beobachtet da wohl wen? Christian (l.) und sein Bruder Maximilian aus Ehestorf staunten gestern jedenfalls nicht schlecht, als Sven Sokoll (r.) und Frank Corleis den beiden Besuchern in den neuen Räumen des Schubz ein echtes Jemenchamäleon präsentierten. Foto: be

Mit Hartnäckigkeit zum Erfolg

us Lüneburg. Mit frisch geschlüpften Gespenstschrecken fing es an, mongolische Rennmäuse und Stabschrecken folgten, später kam eine echte Vogelspinne dazu und natürlich jede Menge Pflanzen, die in zwei leergeräumten Klassenzimmern in der damaligen Orientierungsstufe am Kreideberg untergebracht werden mussten. Heute 25 Jahre später bietet das Schulbiologie- und Umweltbildungszentrum Lüneburg, kurz „Schubz“, nahezu alles an, was für den Unterricht mit Tieren und Pflanzen benötigt wird: von Mehlwürmern über Präpariernadeln, Funktionsmodellen bis hin zu Tierpräparaten und Exkursions-Mikroskopen. Inzwischen werden sogar Fortbildungen und Exkursionen für Schulklassen, Kitas und Familien angeboten, alles im Zeichen der Umweltbildung und Umweltpädagogik. Gestern wurden das 25-jährige Bestehen der früheren „Tierausleihstelle“ und der Einzug in ihre neuen Räume im ehemaligen Anna-Vogeley-Heim gefeiert.

„Sie haben gekämpft wie ein Wolf“, würdigte Bernd Hufenreuter, Vorsitzender des Schubz-Fördervereins, den jetzigen Leiter der Einrichtung, Frank Corleis. Dessen „Hartnäckigkeit“ sei es zu verdanken, dass das Bildungskompetenzzentrum, wie sich das Schubz heute selbst bezeichnet, in die neuen Räume einziehen konnte. Der bisherige Standort von 1996 an ein Keller der Universität auf dem Gelände der ehemaligen Scharnhorstkaserne war dem steigenden Platzbedarf nicht mehr gewachsen, drohte aus den Nähten zu platzen. Allein im vorigen Jahr besuchten mehr als 13000 Kinder und Jugendliche die Einrichtung, 150000 waren es seit Gründung des Schubz im Jahr 1989, seitdem wurden rund 8000 Bildungsprojekte realisiert.

„Wir sind glücklich, die Einrichtung in Lüneburg zu haben“, sagte Oberbürgermeister Ulrich Mädge. Er und Landrat Manfred Nahrstedt sicherten zu, das Schubz auch künftig gemeinsam zu tragen, „trotz der nicht einfachen Haushaltslage“, wie beide betonten. 450000 Euro mussten für Umbau, Umzug und Ausstattung aufgebracht werden, finanzielle Unterstützung dafür gab es von der Klosterkammer Hannover, der Lüneburger Sparkassenstiftung und vom Schubz-Förderverein. Rund 800000 Euro kommen zudem von der Stiftung Hof Schlüter, sie übernimmt für die kommenden 20 Jahre die Miete an der Wichernstraße.

650 Quadratmeter stehen dort zur Verfügung, Platz genug für Exponate, Werkstatt, Seminar- und Projekträume sowie für die 25 Mitarbeiter, die gegenwärtig im Schubz beschäftigt sind. Verantwortlich für Budget, Personal und Qualitätsentwicklung sind drei Lehrkräfte, die zusammen 25 Lehrerstunden für das Schubz erbringen, zu wenig, wie Corleis findet: „Obwohl die Aufgaben zunehmen, haben wir jetzt zehn Lehrerstunden weniger.“ Für eine Verbesserung der personellen Ausstattung sehe er das Land in der Pflicht. Gesangliche Unterstützung bekam er von der 4. Klasse der Grundschule Soderstorf. Sie war gestern mit Lehrer Jens Wagner und ihrem selbstkomponierten Schubz-Song angereist. Der Refrain passte gut: „Wo gibts das denn? Na, im Schubz!“