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Ayse Herkci hat den Bogen raus: Geschickt bringt sie den Pizzateig in Form, den ihre Mitstreiterinnen auf dem Kermes im Glockenhaus zu wohlschmeckender türkischer Pizza weiterverarbeiteten. Foto: t&w
Ayse Herkci hat den Bogen raus: Geschickt bringt sie den Pizzateig in Form, den ihre Mitstreiterinnen auf dem Kermes im Glockenhaus zu wohlschmeckender türkischer Pizza weiterverarbeiteten. Foto: t&w

Baklava, Manti und Hüpfburg

us Lüneburg. Unbekannte Düfte und Speisen, türkische Klänge und Handarbeiten und ein lebhaftes Gewirr fremder Stimmen wer am Sonnabend das Lüneburger Glockenhaus betrat, fühlte sich wie in einem orientalischen Basar. Die Türkisch-Islamische Gemeinde zu Lüneburg hatte zum Kermes eingeladen, zum zehnten Mal war sie Gastgeberin dieser damit schon fast traditionellen Veranstaltung in der Hansestadt. Viele Hundert Lüneburger waren der Einladung gefolgt und genossen die besondere Atmosphäre in den historischen Mauern.

„Wir möchten miteinander ins Gespräch kommen, und das klappt ja auch ganz gut“, freut sich Ümit Bilici vom Vorstand der Türkisch-Islamischen Gemeinde. Bereits von Beginn an sind die Tische und Bänke gut belegt, die vielen deutschen und türkischstämmigen Besucher kommen schnell ins Gespräch. „Wir werden von der Parallelgesellschaft gut besucht“, sagt augenzwinkernd die in Lüneburg lebende Nardan.

Den Kontakt zu allen Lüneburgern sucht die Gemeinde aber auch über ihr Kermes-Fest hinaus. „In unserer Moschee hatten wir schon Schulklassen und Studenten der Universität zu Gast, und auch das THW war schon bei uns“, erzählt Ümit Bilici, dem man anmerkt, dass er sich über das Interesse an seiner Gemeinde freut.

Unterdessen präsentiert Nardan selbstgefertigte Baklava, ein türkisches Gebäck aus Blätterteig mit Walnüssen, Sirup und Pistazienkernen. „Sehr süß“, sagt sie, „macht aber nicht dick, sondern intelligent, wegen der Nüsse!“ Und wieder lacht die junge Frau, die ihren Nachnamen nicht verraten möchte. Einen Tisch weiter gibt es Herzhafteres, dort wird Manti präsentiert, eine Art Tortellini und, wie Nardan erklärt, „eine sehr bekannte türkische Beilage“.

Laut und fröhlich geht es auch an dem großen Tisch zu, wo die türkische Pizza gefertigt wird. Samiye, Ayten und Ayse sind unentwegt damit beschäftigt, Hefeteig auszurollen und ihn mit wohlriechender, kräftiger Hackfleischsoße zu bestreichen, die zusätzlich mit frischen Salaten belegt wird. „Was diese Pizza so besonders macht? Wir machen sie mit viel Hackfleisch und wenig Teig“, erklärt stolz die junge Samiye, während Ayse ihren Teig geschickt in die Luft wirft, um ihn mit dem richtigem Dreh in die passende Form zu bringen.

Außer den kulinarischen Köstlichkeiten standen auch Kinderschminken und Handstricken auf dem Programm, vor dem Eingang wartete eine riesengroße Hüpfburg auf den springfreudigen Nachwuchs. „Eigentlich hatten wir auch Live-Musik und die Gruppe G-Breaker vorgesehen“, berichtet Ümit Bilici, „aber aus Trauer und Respekt vor der Bergarbeiter-Katastrophe in der Türkei haben wir darauf verzichtet.“ Er verspricht aber, dass es am 3. Oktober wieder Musik geben wird. „Dann haben wir den Tag der Offenen Moschee“, sagt Bilici. An der bundesweiten Veranstaltung werden sich außer der Lüneburger Gemeinde noch rund 1000 weitere Moscheen beteiligen.