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Sie packten an beim Aufstellen der historischen Kurparkbank: (v.l.) Hans-Christian Schimmelpfennig, Tischler Roland Kaletta, Praktikant Pip Richards und Peter Zurheide von der Stadt.
Sie packten an beim Aufstellen der historischen Kurparkbank: (v.l.) Hans-Christian Schimmelpfennig, Tischler Roland Kaletta, Praktikant Pip Richards und Peter Zurheide von der Stadt.

Historie kehrt zurück

as Lüneburg. Das letzte historische Exemplar stand noch bis vorigen Herbst im Kurpark. Dann zertrümmerten Vandalen die morsche Bank, warfen die Teile in den Brunnen. Der Kurparkverein Lüneburg hat nun einen Nachbau erstellen lassen, den der Vorsitzende Hans-Christian Schimmelpfennig gestern an Oberbürgermeister Ulrich Mädge und Peter Zurheide, Bereichsleiter Grünplanung bei der Stadt, übergab. Der Musterbank sollen zehn weitere folgen. ,,Dafür müssen wir allerdings noch Spender aquirieren“, sagte Schimmelpfennig, der sich zuversichtlich zeigt, dass das klappt.

Michael Raykowski von der Neuen Arbeit, die das Café und den Kiosk im Park betreibt und die Unterhaltung und Wartung der Bänke und Stühle übernommen hat, ,,hatte uns die Reste der historischen Kurparkbank überlassen. Der Tischler Roland Kaletta hat sie als Vorlage für den Nachbau genutzt“, erläuterte Schimmelpfennig. Auf einem Foto vom alten Badehaus, das Anfang der 70er-Jahre abgerissen worden war und dessen Nachbau der Verein anstrebt, waren drei historische Bänke noch zu sehen. Für Schimmelpfennig und Mitstreiter ein schönes Anliegen, sie wieder in den Kurpark einziehen zu lassen. Oberbürgermeister Mädge bedankte sich für das Geschenk. ,,Schön, dass wir aufs Ursprüngliche zurückgehen“, sagte er auch mit Blick auf ein 2003 erstelltes gartenhistorisches Gutachten zum Kurpark, das von der Stadt in Auftrag gegeben worden war. Dieses sprach sich unter anderem auch für die historischen Bänke im Kurpark aus. ,,Dank der Spende ist dies nun schneller möglich.“ Die Stadt hätte derzeit dafür noch keine Mittel in die Hand nehmen können, da sie in diesem Jahr erstmal rund 70000 Euro für die Verbesserung des Spielplatzes zur Verfügung stellt. Der Kurparkverein hat für die Musterbank 1500 Euro bereitgestellt. ,,Für die weiteren zehn haben wir ein Angebot von 1190 Euro pro Bank“, schildert Schimmelpfennig. Sponsoren könnten namentlich auf der Rückseite der Bänke verewigt werden.

Das nächste große Vereinsziel ist der Nachbau des Badehauses, das dort stand, wo heute die Front des Kurzentrums zum Park steht. Genutzt werden könnte es zum Beispiel als Kunsthalle, erklärte Schimmelpfennig. Mädge findet es zwar bedauerlich, dass das Badehaus einst dem Abriss zum Opfer fiel. Er machte aber deutlich, dass die Stadt in der gegenwärtigen Haushaltssituation nicht in der Lage sei, dafür Geld zu geben. ,,Wir müssen uns in den nächsten Jahren auf Kitas und Schulen konzentrieren. Mit der Kulturbäckerei haben wir den Bereich Kultur konsolidiert.“ Der Verein will trotzdem am Ball bleiben. Man denke zeitlich in größeren Dimensionen, was die Umsetzung angehe, meinte Schimmelpfennig.