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Richard Meier (l.) und Karl-Heinz Pamperin vom Luftsportverein können die aktuelle Diskussion um den Flugplatz nicht ganz nachvollziehen. Foto: as
Richard Meier (l.) und Karl-Heinz Pamperin vom Luftsportverein können die aktuelle Diskussion um den Flugplatz nicht ganz nachvollziehen. Foto: as

,,Wir wollen nur den Status quo“

as Lüneburg. Irritiert sind Richard Meier, Vorsitzender des Luftsportvereins Lüneburg (LVL), und sein Vereinskollege Karl-Heinz Pamperin über die aktuelle, wohl vom Wahlkampf beflügelte Diskussion zur Zukunft des Flugplatzes. Dass dort ein Verkehrslandeplatz entstehen soll, sei nie Anliegen des Vereins gewesen. „Wir möchten den Erhalt des jetzigen Sonderlandeplatzes für die Zukunft“, stellen beide klar. Eine Diskussion wie rund um die jüngste Ratssitzung finden sie ,,unfair“.

Wie berichtet, hatte Oberbürgermeister Ulrich Mädge deutlich gemacht, dass die sogenannte Projektidee der Süderelbe AG ohne Rücksprache mit dem Rathaus entstanden sei. Die Studie sieht einen Technologiepark am Flugplatz vor, Gewerbeansiedlung und die Modernisierung des Flugplatzbetriebes. Die Stadt habe den Plänen schon vor Wochen eine Abfuhr erteilt. CDU-Fraktionschef Eckhard Pols dagegen hatte von einer ,,soliden Ausarbeitung“ gesprochen, inklusive multifunktionaler Sportanlage auf dem Gelände der Theodor-Körner-Kaserne im Gesamtkonzept mit Gewerbeansiedlung und Flugplatzerhalt. Das brachte die rot-grüne Mehrheitsgruppe auf den Plan. Bekanntlich haben die Grünen in ihrem Gruppenvertrag he­rausgestellt: Der Flugplatz muss weg. In einem gemeinsamen Papier kritisierten sie die CDU scharf für ihre Haltung.

SPD-Chef Heiko Dörbaum macht nun erneut deutlich: ,,In der Projektidee der Süderelbe AG wird auf die Modernisierung und Optimierung des Flugplatzbetriebes mit befestigter Start- und Landebahn abgehoben, es geht um eine optionale Weiterentwicklung als Verkehrslandeplatz. Die damit verbundene Anhebung der Anzahl von Starts und Landungen sowie eine Ausdehnung der Landebahn in Richtung Ebensberg ins Waldstück am Elbe-Seitenkanal verbieten sich aus Lärm- und Naturschutzgründen. Der Ausbau zum Verkehrslandeplatz kommt für uns nicht in Frage. Für uns ist nur der Status quo möglich.“ Sprich: Es soll beim Sonderlandeplatz bleiben.

Das genau ist auch Wunsch des LVL, um eine Vertragsverlängerung über 2015 hinaus bemühen sich die Mitglieder seit langem. Doch es gebe bislang keine Signale dafür aus dem Rathaus. ,,Der Status quo bedeutet, dass es bei 40 Starts oder Landungen werktags bleiben soll, sonnabends 25, sonntags 20″, machen Meier und Pamperin deutlich. Von Asphaltierung ist aus ihrer Sicht nicht die Rede. Das sei vor Jahren auch vom Oberbürgermeister erwogen worden, damit das Feuerwehrflugzeug das ganze Jahr über vom Flugplatz starten könne. EU-Mittel sollten dafür fließen. Flugplatzgegner und der Bund der Steuerzahler kritisierten das Vorhaben (LZ berichtete), das schließlich in der Versenkung verschwand. ,,Inzwischen möchte das Rathaus lieber gar keinen Flugplatz mehr, das Gelände lieber in Gewerbeflächen umwandeln“, glaubt Meier. Dabei sei der Verein sogar bereit, bei der Pachtverlängerung 15000 Euro als Entschädigung für Renditeverluste an die Stadt zu zahlen. Derzeit ist der Verein nur für Wartung und Pflege zuständig.

Was Meier und Pamperin in der jetzigen Diskussion über die Zukunft des Flugplatzes auch mächtig stört, ist der Vergleich der rot-grünen Mehrheitsgruppe mit dem in Insolvenz geratenen Lübecker Flughafen. ,,Das ist ein internationaler Verkehrslandeplatz. Wir wollen bleiben, was wir sind. Und wir hängen nicht am Steuerzahler-Tropf.“