Donnerstag , 29. September 2016
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Lüneburgs kleiner Zoo +++ Mit Fotogalerie

mm Lüneburg. Fünf Tage sind sie nun alt und noch ein wenig tapsig auf den Beinen. Im Wildgehege Kreideberg-Ochtmissen gibt es Nachwuchs bei den Ziegen, eine weiß-bräunliche Zwergziege brachte Drillinge zur Welt, ihre beige Mitstreiterin ein Zicklein. Die putzigen Jungtiere kauern zusammen, ihre Scheuheit haben sie noch nicht verloren. Scheu sind im Wildpark auch die sechs Sika-Hirsche, die schnell Reiß ausnehmen, wenn man ihnen zu nahe kommt. Nur einen lassen sie an sich heran: Bernd Hufenreuter, der das Wildgehege kennt wie seine Westentasche.

„Rein rechtlich ist das Wildgehege ein kleiner Zoo“, sagt der Vorsitzende des Fördervereins vom Wildgehege im Ochtmisser Wäldchen. Doch wohl nicht nur rein rechtlich. Neben den Hirschen tummeln sich auch vier Alpacas. „Die spucken nur ganz selten“, versichert Hufenreuter. Und tatsächlich: Sie scheint beim Nähertreten nichts aus der Fassung zu bringen. Friedlich liegen die Kameltiere im Gras. Im Nebengehege geht es etwas lauter zu, dort blöken Kamerun-Schafe. Auch sie haben gerade frischen Nachwuchs bekommen fünf Lämmchen. „Mit ihren Nachbarn vertragen sich die Schafe nicht so richtig“, musste Hufenreuter einmal feststellen. „Wir haben den Versuch unternommen, die Alpacas mit den Schafen zusammenzubringen“, berichtet er, „das hat aber nicht geklappt.“ Der Schafbock habe die größeren Alpacas gestoßen.

Einen markieren können auch die Pfauhähne. Dann nämlich, wenn sie ihr Rad schlagen. Sonst werden sie von den Hähnen übertönt. Die können über das 700 Quadratmeter große Wildgehege krähen was das Zeug hält, es stört hier niemanden. Ganz ungestört kommen auch die Besucher, Kinder mit ihren Großeltern, Familien. Ein Besuch ist kostenlos. Für den Betrieb sammelt der Förderverein auch Spenden ein, „die brauchen wir für Unterhalt, Tierarztkosten und Pacht“, sagt Hufenreuter. Über das Jahr fielen Kosten von rund 15000 Euro an.

Wer das Wildgehege aufsucht, dem werden auch eigenartige Hühner auffallen. Vorwerkhühner sind wegen ihrer besonderen Farbe eine kleine Attraktion, ihr einziger Makel: Sie brüten kaum. „Manche der Hühner sind wirklich grottenschlecht darin“, gesteht Hufenreuter. „Wir versuchen eine Naturbrut, das klappt aber nicht immer.“ Vielleicht auch weil die Hühner des öfteren durch Stockenten gestört werden. Mit denen hat Hufenreuter dann zu kämpfen. Die Enten sind auch am Teich, wo zwei dicke Pommern-Gänse ihr Zuhause haben. Auch für Hufenreuter ist das Wildgehege ein Stück Zuhause, er sei jeden Tag da, um sich um seine tierischen Schützlinge zu kümmern.