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Ariane Mahlke-Voß von den Grünen stellt Marktbeschicker Cord Wöhnecke die Pläne ihrer Fraktion für den Marienplatz vor. Foto: t&w
Ariane Mahlke-Voß von den Grünen stellt Marktbeschicker Cord Wöhnecke die Pläne ihrer Fraktion für den Marienplatz vor. Foto: t&w

Grüne Pläne stoßen auf Kritik

us Lüneburg. Einen neuen Namen hat er schon, „Mariengrün“ soll der Platz heißen, zumindest wenn es nach dem Willen der Lüneburger Grünen geht. Sie möchten den Marienplatz aber nicht nur umtaufen, sondern auch umwidmen. Aus dem Parkplatz an der Ratsbücherei soll eine Grünanlage werden, entsprechende Pläne wurden im Verkehrsausschuss vorgestellt (LZ berichtete). Doch nicht nur beim Gruppenpartner SPD holten sich die Grünen mit den Plänen eine Abfuhr, heftige Kritik gibt es auch von den Marktbeschickern. Sie befürchten ausbleibende Kundschaft, sollten die marktnahen Parkplätze wegfallen. Jetzt baten die Grünen Vertreter des Wochenmarkt-Vereins zum Ortstermin, „denn wir wollen alle mit ins Boot holen“, sagt Ariane Mahlke-Voß, Geschäftsführerin der Ratsfraktion.

Die Marktleute aber wollen das Boot gar nicht betreten. „Für uns ist der Platz unverzichtbar“, sagt Vereinsvorsitzender Cord Wöhnecke. Die rund 60 Marktbeschicker, die mittwochs und sonnabends ihre Frischware auf dem Lüneburger Marktplatz anbieten, seien auf die Parkplätze angewiesen. „90 Prozent unserer Einnahmen erzielen wir auf dem Wochenmarkt“, führt Wöhnecke an: „Da hängen Arbeitsplätze und Existenzen dran.“

Ariane Mahlke-Voß hält dem entgegen: „Wenn wir hier Parkplätze wegnehmen, wird der Markt nicht sterben.“ Die Grünen beziehen sich bei ihren Überlegungen auf einen Landschaftsplan aus dem Jahr 1996. „In dem Gutachten wird die Schaffung einer Grünfläche an dieser Stelle empfohlen“, sagt Fraktionschef Andreas ­Meihsies. Erste Überlegungen sehen vor, auf der Fläche, auf der jetzt noch 38 Parkplätze inklusive sechs Plätzen für Menschen mit Behinderungen sind, eine Liegewiese mit ummauerter Sitzecke und Spielplatz anzulegen. Zudem soll durch den Park ein Weg führen, um Fußgängern von der Parkpalette am Graalwall zur Innenstadt den Weg zu verkürzen, wie Alfons Bauer-Ohlberg, Architekt und Fraktionsmitarbeiter der Grünen, erläutert.

Überzeugend findet Cord Wöhnecke die Pläne nicht: „Wenns regnet, legt sich hier eh keiner hin, in den Wintermonaten schon gar nicht.“ Und sein Vereinskollege Olaf Hirsch rechnet vor, dass es durch die Mehrfachnutzung deutlich mehr als nur die 38 Plätze seien, die wegfallen würden: „Man kann davon ausgehen, dass die Kurzzeit-Parkplätze an Markttagen bis zu vier Mal belegt werden, insbesondere von Familien, die samstags ihren wöchentlichen Einkauf erledigen.“

„Natürlich wollen auch wir den Markt erhalten“, bekräftigt Ariane Mahlke-Voß. Wie die womöglich wegfallenden Parkplätze ersetzt werden können, scheint noch unklar. „Die Behindertenparkplätze könnten beispielsweise dorthin, wo jetzt am Markt die Frauenparkplätze sind. Die wiederum könnten in die Reitende-Diener-Straße verlegt werden“, schlägt die Politikerin vor. Dass die verbleibenden Plätze von der Parkpalette am Graalwall aufgenommen werden könnten, hält Cord Wöhnecke für unrealistisch: „Da ist samstags jetzt schon alles belegt.“

Wie es weitergehen soll, will die Fraktion zunächst in Ruhe intern diskutieren. Ariane Mahlke-Voß sagt: „Es gibt null Zeitdruck. Für uns war es erstmal wichtig zu wissen, wo die Knackpunkte sind.“