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Auf diesem Areal parallel zur Soltauer Straße möchte das DRK, Ortsverein Lüneburg, eine Wohnanlage mit betreutem Wohnen errichten.
Auf diesem Areal parallel zur Soltauer Straße möchte das DRK, Ortsverein Lüneburg, eine Wohnanlage mit betreutem Wohnen errichten.

Wohnanlage unter Druck

as Lüneburg. Eigentlich wollte der DRK-Ortsverein Lüneburg mit dem Bau einer Seniorenwohnanlage für betreutes Wohnen im Herbst beginnen. Doch Ende April wurde er von den Bestrebungen der rot-grünen Mehrheitsgruppe im Rat überrascht, wonach die Planungen für das ehemalige Postgelände noch einmal überdacht und die benachbarten Flächen, also auch die für die Seniorenanlage, mit in neue Planungen einbezogen werden müssten. ,,Das hat Konsequenzen für unser Projekt, bringt unseren Zeitplan erheblich durch­einander und hat natürlich auch finanzielle Folgen“, erklärte Birte Schellmann, Vorsitzende des DRK-Ortsvereins, jetzt auf der Mitgliederversammlung.

Wie berichtet, plant der DRK-Ortsverein auf dem ehemaligen Gelände der Firma Frido Anders an der Soltauer Straße einen Komplex mit 61 Wohnungen unterschiedlicher Größe, die hochwertig, barrierefrei, behindertengerecht und trotzdem bezahlbar sind. Angesiedelt sein im Haus wird das Rote Kreuz selbst mit einem ambulanten Betreuungszen­trum mit Tages- und Verhinderungspflege. Der Standort des Projektes bietet Senioren viele Vorteile: Er ist zentrumsnah, in direkter Nähe befinden sich der Kurpark, die Salztherme, das Theater, aber auch Einkaufsmöglichkeiten. Der Vorentwurf des Bebauungsplanes war bis Mitte Dezember vergangenen Jahres bei der Stadt ausgelegt. Es hatte nur wenige Stellungnahmen dazu gegeben. Ende Januar hatte es seitens der Stadt noch geheißen, dass die Pläne gegebenenfalls noch überarbeitet würden. Und: Das DRK könnte noch in diesem Jahr Baurecht erhalten. Der Ortsverein befürchtet, dass daraus nun nichts wird.

Den Bebauungsplan-Entwurf für das Postgelände hatte die Verwaltung im vergangenen November vorgestellt. Investoren möchten dort einen Neubau eines Frischemarktes mit maximal 3350 Quadratmetern sowie ein Gebäude für einen Discounter mit 1200 Quadratmetern entstehen lassen. In den Frischemarkt möchte der Edeka-Markt, der zurzeit noch auf dem Salinengelände mit 2800 Quadratmetern angesiedelt ist, umziehen. Ein Verträglichkeitsgutachten hatte ergeben, dass zwei Frischemärkte in diesem Bereich nicht gehen. Im Rahmen der ersten Auslegung hatte es Kritik an der Größe der vorgesehenen Verkaufsflächen, der verkehrlichen Erschließung sowie zu fehlenden Ansätzen von Wohnbebauung gegeben. Rot-Grün hatte daraufhin Ende April erklärt: Man brauche zwar den Ausbau des Nahrungsversorgungsangebotes auf der Fläche. Es bedürfte aber einer Gesamtbetrachtung des Postgeländes, des Salinen- sowie des DRK- Geländes.

Birte Schellmann, die auch im Rat für die FDP sitzt, erfuhr erst am Abend vor Erscheinen des LZ-Berichts vom Gruppensprecher von Rot-Grün, Heiko Dörbaum, dass das Postgelände nebst angrenzenden Flächen auf den Prüfstand soll. Die Grünen wollen zudem inzwischen eine neue Planung auf den Tisch legen. ,,Ich habe großes Verständnis dafür und bin immer dafür eingetreten, dass das Post-Areal qualitätsvoll beplant werden soll, so etwas wie auf dem E.ON-Gelände darf nicht entstehen“, sagt sie. Aber das Projekt des DRK gerate dadurch in die Bredouille. Sie geht davon aus, dass auch mit Blick auf ein Verkehrsgutachten, das noch erstellt werden muss, ,,wir unser Projekt erheblich umplanen müssen“. Neben einer zeitlichen Verzögerung seien höhere Kosten zu befürchten. ,,Deshalb denken wir darüber nach, einen weiteren Partner zu gewinnen.“
Oberbürgermeister Ulrich Mädge, der bei der Mitgliederversammlung auch Position bezogen hatte, hält eine gemeinsame Betrachtung aller Flächen mit Blick auf die Größen der Märkte, den Verkehr, Grünflächen, Zufahrten sowie die Nutzung von Wohnen und Gewerbe für sinnvoll.

,,Wir werden im Sommer alle Beteiligten an einen Tisch holen, im Frühjahr 2015 soll der Bebauungsplan stehen“, sagte Oberbürgermeister Ulrich Mädge zur LZ. ,,Das hindert uns aber nicht daran, Baugenehmigungen früher zu erteilen, zum Beispiel für die DRK-Wohnanlage. Wir freuen uns, dass das DRK dieses Investment vorhat.“

One comment

  1. Wieviel Seniorenparks sollen eigentlich noch in bester Lage gebaut werden? Die arbeitende Bevölkerung kann sich das nicht leisten. Warum nicht mal bezahlbare Sozialwohnungen?