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Neubau oder Sanierung? Die Frage stellt sich die Stadt für die Sporthallen in Kaltenmoor seit langem. Eine Entscheidung steht noch immer aus. Vor 2016 wird dort nichts passieren. Foto: A/t&w
Neubau oder Sanierung? Die Frage stellt sich die Stadt für die Sporthallen in Kaltenmoor seit langem. Eine Entscheidung steht noch immer aus. Vor 2016 wird dort nichts passieren. Foto: A/t&w

„Faktisch fehlt eine Halle“

ahe Lüneburg. Die Stadt Lüneburg hat in den vergangenen Jahren eine Menge Geld in die Hand genommen, um ihre Sporthallen in Schuss zu bringen. In Häcklingen, auf dem Kreideberg und auf dem Salinengelände an der St.-Ursula-Schule sind neue Sportstätten entstanden, andere Hallen wie an der Herderschule und an der Hermann-Löns-Schule werden umfassend saniert. Doch trotz dieser Investitionen und nunmehr rund 20000 Quadratmeter Hallensportfläche kann von übermäßigen Kapazitäten keine Rede sein. Im Gegenteil, die meisten hiesigen Sportvereine würden jede weitere Hallenzeit mit Kusshand nehmen. Auch die Verwaltung selbst beurteilt die Situation eher reserviert, bezeichnet die Versorgung mit Hallensportflächen als „ausreichend“. Und mit der dringend notwendigen und immer wieder verschobenen Sanierung der Sporthallen in Kaltenmoor kündigt sich der nächste temporäre Engpass an.

Die Stadtverwaltung hat bereits im Jahr 2012 ein Sporthallenkonzept erstellt und dem Sportausschuss des Rates vorgelegt. Das Gremium nahm das Papier lediglich zur Kenntnis. Zu wenig, aus Sicht von Karl-Ernst Horn, der als Sprecher des Sportbeirates vor allem die Situation der Vereine nicht gebührend berücksichtigt sah. Morgen kommt das Thema deshalb erneut im Sportausschuss auf die Tagesordnung, das Gremium tagt von 16 Uhr an im Vereinsheim des VfL Lüneburg.

31 Turnhallen stehen laut Konzept für Schul- und/oder Vereinssport in Lüneburg zur Verfügung: 11 Dreifeldhallen, 4 Zweifeldhallen und 16 Einfeld-/Gymnastikhallen. Hinzugekommen ist nach Erstellung des Konzepts eine Hallenfläche im Sportpark Ochtmissen. Das reicht insgesamt für den Schulsport gerade so, allerdings eignet sich nicht jeder Gymnastikraum für den Sportunterricht einer großen Klasse. Deshalb ist immer auch eine Portion Flexibilität und Improvisation notwendig. „Faktisch fehlt eine Halle“, sagt Stadtpressesprecher Daniel Steinmeier.

Mit einem Abflauen des Bedarfs durch sinkende Schülerzahlen rechnet die Verwaltung nicht vor dem Schuljahr 2017/18. Ab diesem Zeitpunkt könnte eine oder könnten gar beide alten Bundeswehrhallen im Hanseviertel aufgegeben werden je nachdem, wie sich die Schülerzahlen durch die Baugebiete Hanseviertel und Pilgerpfad Süd bis dahin entwickeln. Abhängig wäre eine solche Entscheidung auch davon, was in Kaltenmoor denn nun passiert. Längst hätte dort etwas passieren sollen, doch immer wieder wurde das verschoben. Nun sagt Steinmeier: „Die Prüfung, ob ein Abriss und ein anschließender Neubau oder eine Sanierung sinnvoller wäre, läuft gerade.“ Aktuell visiert die Verwaltung 2016/17 als Zeitpunkt für den Beginn der Arbeiten im bevölkerungsreichsten Stadtteil an. „Bis dahin werden wir auf jeden Fall beide Hallen im Hanseviertel weiter nutzen“, versichert Steinmeier. Pa­rallel gibt es bekanntlich auch erste Überlegungen, auf dem Gelände der Theodor-Körner-Kaserne eventuell eine Halle für die Bundesliga-Volleyballer zu bauen. Mit dem Problem des knappen Hallenangebotes sei die Stadt auch nicht allein, meint Steinmeier und verweist darauf, dass auch der Landkreis mit dem Gedanken spiele, an den Berufsbildenden Schulen eine neue Sporthalle zu errichten. Auch das sei eventuell eine Option für die Volleyballer. Der Sportbeirat hatte sich bereits für eine Veranstaltungshalle mit Platz für mehrere Hundert Zuschauer ausgesprochen. Er hält sie für „unverzichtbar“.

Eine weitere Verschärfung der Situation könnte auch dadurch entstehen, dass der Verein Kraft-Sport Lüneburg die Kalkberghalle der Lebenshilfe möglicherweise ab Mitte 2016 nicht mehr mit nutzen kann. „Die Frage, wie es da weitergeht, beschäftigt uns auch“, bestätigt Steinmeie. Die Stadt sei im Gespräch mit der Lebenshilfe. Eine Möglichkeit: Die Stadt bezuschusst die Sanierung Umkleide- und Sanitärräume mit 100000 Euro, im Gegenzug darf der Verein bleiben.

Eine kleine Entspannung deutet sich zumindest für den Schulsport in Lüne und am Hasenburger Berg an: Dort plant die Stadt, jeweils eine kleine Gymnastikhalle anzubauen.