Donnerstag , 29. September 2016
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Gerüste zieren seit gestern die Südseite der Vamos Kulturhalle. Ab der nächsten Woche soll eine Photovoltaikanlage auf das Dach montiert werden. Foto: mm
Gerüste zieren seit gestern die Südseite der Vamos Kulturhalle. Ab der nächsten Woche soll eine Photovoltaikanlage auf das Dach montiert werden. Foto: mm

Ein gutes Zeichen für das Vamos?

mm Lüneburg. Um den Erhalt der Vamos-Kulturhalle auf dem Uni-Gelände ranken sich seit längerem Gerüchte. Soll sie abgerissen werden? Der Mietvertrag zwischen der Leuphana und der Campus Management GmbH läuft Ende Dezember 2015 aus. Wie es danach weitergeht, kann Campus-Geschäftsführer und Mieter Klaus Hoppe noch nicht sagen. Doch die Installation einer Solaranlage nährt nun seine Hoffnung, dass die Veranstaltungshalle bestehen bleibt. Hoppe: „Ich bin erfreut. Bisher war es ein offenes Gerücht, dass das Vamos abgerissen werden könnte, um freie Sicht auf das Zentralgebäude zu haben. Ich werte die Anlage nun als klares Indiz, dass das nicht passiert.“ Er spricht von einer neuen Verhandlungsoption für eine Verlängerung des Mietvertrages.

In Uni-Kreisen hält man sich noch bedeckt, was das Vamos anbelangt. Dr. Oliver Opel vom Forschungsprojekt „Klimaneutraler Campus und Energiesystem Leuphana“ sagt: „Es gibt keine Entscheidung seitens des Präsidiums oder der Liegenschaftsmanager zum Fortbestand des Vamos. Alles ist komplett offen.“ Wünschenswert sei ein Fortbestehen, die Solaranlage könne aber auch wieder abmontiert und auf einem anderen Uni-Gebäude installiert werden.

Derzeit sind auf den Dächern der Uni acht Solaranlagen in Betrieb. Die Leuphana will klimaneutral werden. Dafür soll der Energieverbrauch auf ein Minimum gesenkt und Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien produziert werden. „Mit der Inbetriebnahme der bislang acht Solaranlagen sind wir diesem Ziel ein großes Stück nähergekommen“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Ruck, Klimaschutzbeauftragter der Hochschule. Die auf einer Fläche von 3500 Quadratmetern installierten Photovol­taikanlagen haben eine Leistung von 556 kwp. Damit können rund 20 Prozent des jährlichen Strombedarfs der Uni abgedeckt werden. Zum Vergleich: Die erzeugte Energiemenge reicht aus, um 110 typische Einfamilienhäuser ein Jahr lang zu versorgen. Zu den acht schon installierten Anlagen kommen nun zwei hinzu. Eine davon auf dem Vamos, die andere auf Gebäude 8. Beide Anlagen sollen bis 1. August errichtet sein.

Die Installation der Solaranlagen gehört zum Energie-Einsparcontracting der Uni. Dafür und zur Lieferung regenerativer Energie gab es 2012 eine europaweite Ausschreibung. Es wurden Verträge mit der Avacon AG und dem Contractor Cofely Deutschland GmbH geschlossen. Die Avacon hat daraufhin ihr Blockheizkraftwerk gegenüber dem Vamos im vergangenen Jahr auf Biogas umgestellt. Seitdem seien Strom- und Wärmebezug der Universität CO2-neutral. Cofely hat inzwischen rund drei Millionen Euro auf dem Campus investiert. Die Solaranlagen sind ein sichtbares Zeichen. Dem Contractor zahlt die Leuphana im Gegenzug ratenweise Geld aus den eingesparten Energiekosten.

Über die Senkung des Energieverbrauchs spare die Uni mit Hilfe des Konzepts rund 40 Prozent Primärenergie ein. Weitere 60 Prozent würden durch regenerative Energien ersetzt. „Das Besondere an unserem Konzept sind die vielen kleinen Bausteine. Insgesamt sorgen sie im Verbund für eine klimaneu­trale Universität“, sagt Opel.