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Ist das alles schräg hier: Die schiefen Wände des Zentralgebäudes der Uni beeindruckten die jungen Besucher. Foto: be
Ist das alles schräg hier: Die schiefen Wände des Zentralgebäudes der Uni beeindruckten die jungen Besucher. Foto: be

Wie Kinder den Libeskind-Bau sehen

mm Lüneburg. Der Libeskind-Bau der Lüneburger Universität ist in aller Munde, jetzt auch in dem von Kindern. Elisabeth Ritter von der Evangelisch-lutherischen Kindertagesstätte Paul Gerhardt stattete der Großbaustelle mit ihren Schützlingen, Mädchen und Jungen im Alter von drei bis sechs Jahren, einen Besuch ab. „Baustellen kennen Kinder aus Bilderbüchern, hier wird es für sie richtig greifbar“, sagt die Kita-Leiterin. Zu greifen bekamen die Kinder zum Start der Tour unter anderem eine dicke Kugel und einen Abstandsabhalter. Die sollten sie auf der Baustelle wiederentdecken, sie suchten auch im Keller des Gebäudes.

Das Untergeschoss ist ein echtes Labyrinth. Ohne Führung würde man sich wohl verirren. Die Kinder nahmen sich an die Hand, Kollien äußert gleich: „Auf dem Dach fand ich es am besten, da kann man so weit gucken.“ Mit Dach meint die Sechsjährige die Decke über dem künftigen Multifunktionsbereich. Die wurde diese Woche in Beton gegossen. Die erste Etage steht, bis zu 38 Meter soll das Gebäude an diesem Abschnitt hoch werden.

Der fünfjährige Wladimir erklärt, was ihn auf der Baustelle besonders faszinierte: „Hier ist ja alles selbstgemacht“, stellte er fest. „Die Wände fand ich toll, die sind alle unterschiedlich breit.“ Wladimir irritierten wohl ein wenig die besonders schräg gestellten Wände, die unterschiedliche Neigungswinkel besitzen. Durch die Wände erfuhren die Kinder auch, was es mit dem Abstandshalter auf sich hat. Und auch, wofür die Kugel gebraucht wird. „Die macht die Wände leichter“, sagt Ludivine. Damit lag sie fast richtig. Die Kugeln sollen die schweren Decken entlasten. Sie heißen Komaks und haben unterschiedliche Größen, die richten sich nach dem Deckengewicht.

Über den Decken schwebt die „Katze“, so wird auf der Baustelle der Haken am Kran genannt, mit dem Gegenstände hochgehievt werden. Für den Transport von schwerer Last im Erdgeschoss bedient Frank Riedel die Kräne mit einer Fernbedienung. „Ich kann so nach rechts und links, vorne und hinten schwenken“, erklärte der Kranfahrer den Kindern. Auch weil immer etwas in der Luft schwebt, müssen auf der Baustelle immer Helme getragen werden. „Wir haben auch gesehen, wie gefährlich es hier ist“, erklärt Ludivine.