Donnerstag , 29. September 2016
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Das Areal der ehemaligen Therapeutischen Gemeinschaft in Wilschenbruch ist verkauft. Die Stadt würde Teile der Immobilie gerne mieten. Foto: be
Das Areal der ehemaligen Therapeutischen Gemeinschaft in Wilschenbruch ist verkauft. Die Stadt würde Teile der Immobilie gerne mieten. Foto: be

Bloß keine neue Baustelle

ca Lüneburg. Zwei, drei Jahre auf dem alten LSK-Gelände eine Baustelle vor der Tür, und dann eventuell eine zweite nebenan Nachbarn in Wilschenbruch befürchten Belastungen, die demnächst auf sie zukommen. Ein Ehepaar hat jetzt einen entsprechenden Brief an die Ratsfraktionen und Stadtbaurätin Heike Gundermann geschrieben. Dabei geht es um das ehemalige Kreiskinderheim, in dem in den vergangenen zwei Jahrzehnten die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch untergebracht war.

Die TG Wilschenbruch, so die lange Zeit gebräuchliche Abkürzung, hat seit Wochen geschlossen, Mitarbeiter wurden entlassen beziehungsweise arbeiten an anderen Standorten. Das Areal haben die damaligen Betreiber an Uwe Gerner verkauft, den Mann, der auch den LSK-Platz erworben hat. Der hatte kürzlich auf einer Anwohnerversammlung erklärt, er wolle Wohnhäuser auf dem Gelände errichten.

Dem hatte der bei der Stadt zuständige Dezernent Markus Moßmann sofort widersprochen: Der Bebauungsplan sehe eine Nutzung für den sogenannten Gemeinbedarf vor, das wolle die Stadt auch nicht ändern.

Denn die hat andere Vorstellungen, die Pressesprecher Daniel Steinmeier jetzt bestätigte: Zum einen ärgert man sich im Rathaus, dass der alte Trägerverein, die Sucht- und Jugendhilfe, die Mitglied im Paritätischen Niedersachsen ist, keine Einigung mit der Hansestadt eingegangen ist. Diese verhandelt nun mit Gerner über eine Lösung, „Ergebnisse haben wir noch nicht“.

Die Stadt möchte die Immobilie langfristig pachten, um sie mehrfach zu nutzen. So könnten dort fünf syrische Asylbewerber-Familien eine Bleibe finden. Auch wäre es denkbar, dort eine Kindertagesstätte in freier Trägerschaft unterzubringen. Zudem könnten die Kinder und Jugendlichen aus dem städtischen Heim an der Altenbrückertorstraße umziehen, um nicht mehr an einer viel befahrenen Kreuzung, sondern im Grünen zu wohnen. Steinmeier: „Das Gebäude an der Altenbrückertorstraße ist nicht barrierefrei und nicht mehr zeitgemäß.“ Eine Umschreibung dafür, dass die alte Villa gut einige Renovierungsarbeiten vertragen könnte.

Diese „soziale“ Lösung wäre im Sinne der Nachbarn. In ihrem Brief bitten sie die Ratsparteien, „dass Sie das Ihnen Mögliche tun, mit dem Investor in Verhandlungen zu treten, um die Einrichtung mit vielfältigen Wohn- und Lebensmöglichkeiten einem sinnvollen sozialen Zweck zuführen zu können“.