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Unterstützung aus Osnabrück bekamen die Jugendlichen in Lüneburg von Jana Ramljak (2.v.r.). Sie berichtete von ihrer Arbeit aus dem Jugendparlament. Die interessierte auch Organisator Björn Adam vom Stadtjugendring. Foto: t&w
Unterstützung aus Osnabrück bekamen die Jugendlichen in Lüneburg von Jana Ramljak (2.v.r.). Sie berichtete von ihrer Arbeit aus dem Jugendparlament. Die interessierte auch Organisator Björn Adam vom Stadtjugendring. Foto: t&w

Wenn der Bus mal wieder nicht fährt +++ Mit LZplay-Video

mm Lüneburg. „Als der Rat noch im Fürstensaal tagte, saßen dort 24 Herren, Frauen und Jugendliche fehlten. Das ist heute anders.“ Mit dieser Feststellung begrüßte Oberbürgermeister Ulrich Mädge junge Lüneburger, die waren zur ersten städtischen Jugendversammlung an eben jenen geschichtsträchtigen Ort im Rathaus gekommen. Der Stadtjugendring Lüneburg e.V. hatte das Zusammentreffen organisiert, dafür knapp 3400 persönliche Einladungen per Post verschickt. „Die Versammlung ist Auftakt für eine echte Beteiligung von Jugendlichen in der Stadt Lüneburg“, sagt Anna Baumann, Koordinatorin der Kampagne „Jugend für Jugend Jetzt reden wir!“.

Im Vorfeld des Treffens konnten Kinder und Jugendliche bereits ihre Ideen und Wünsche für Lüneburg an Ständen in der Fußgängerzone und im Internet äußern. Der Stadtjugendring sammelte die Anregungen. Diese wurden nun in der Jugendversammlung aufgegriffen und weiterentwickelt.

Die Schülerinnen Stefanie Doreuli und Michelle Urban von der Wilhelm-Raabe-Schule waren gekommen, um zu verstehen, wie Politik gemacht wird. Sie störe besonders, dass an ihrer Schule Klassenfahrten im Zuge der vom Land beschlossenen Verlängerung der Unterrichtsverpflichtung für Gymnasiallehrer um eine Stunde gestrichen werden sollten.

Einen Parcourspark in der Innenstadt, „so einen mit Vorlagen zum stuntmäßigen Rüberspringen“, wünscht sich Titus Steer von der Johannes-Rabeler-Schule. Leichter umzusetzen ist wohl eine bessere Fahrplantaktung für Schulbusse, die war zentrales Thema. Warten auf ihren Bus muss des öfteren Emily Flim von der Kopernikus-Realschule am Schulzentrum Kaltenmoor. Nach Ende der siebten Unterrichtsstunde stehe sie schon mal anderthalb Stunden. Auch Eike Wichern von der Herderschule steht sich Löcher in den Bauch, wenn nach der sechsten Stunde der Bus mal wieder gerammelt voll sei. Lehrer entließen die Schüler schon früher aus dem Unterricht, damit das Gedrängel am Schulbus nicht zu groß werde. Auch Maria vom Gymnasium Oedeme wünscht sich bessere Busverbindungen.

Busfahrten beschäftigen auch Jugendliche in Osnabrück. Als Vertreterin des dortigen Jugendparlaments besuchte Jana Ramljak die Lüneburger Versammlung. „Wir fordern gerade kostenlose Busfahrkarten für Oberstufenschüler“, berichtete die 17-Jährige. Der junge Politiknachwuchs besitzt ein Rede- und Anhörrecht im Stadtrat. So etwas wäre auch im hiesigen Politikbetrieb denkbar. Mädge selbst betonte: „Mitreden heißt auch Verantwortung übernehmen und Mitgestalten.“ Gestalten wollen die Jugendlichen auch eine eigene Zeitung von Jugendlichen für Jugendliche. Inspiration lieferte ihnen das Projekt JuRap, ein Internet-Podcast von Jugendlichen aus Amelinghausen. Die Organisatoren waren zufrieden: „Wir haben unser Ziel, einen Freiraum zu schaffen, erreicht“, sagt Baumann. Ein Folgetreffen ist schon vereinbart. Die Jugendlichen tagen wieder am Donnerstag, 10. Juli, 18 Uhr, im Haus der Jugend, Katzenstraße 1.