Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Gehüllt in Tücher verschiedener Länderfarben tanzten Schülerinnen der IGS Lüneburg zu einem albanischen Volkslied. Das stieß auf Anklang bei den Besuchern des Stadtteilfestes. Foto: t&w
Gehüllt in Tücher verschiedener Länderfarben tanzten Schülerinnen der IGS Lüneburg zu einem albanischen Volkslied. Das stieß auf Anklang bei den Besuchern des Stadtteilfestes. Foto: t&w

Multi-Kulti in Kaltenmoor

mm Lüneburg. Gerade hatte die Tanzgruppe der Lüneburger Sportvereinigung ihren Regentanz aufgeführt, da fing es wie auf Kommando an zu nieseln. Doch das Pieselwetter konnte am Sonnabendmittag die Stimmung der vielen Hundert Besucher auf dem Stadtteilfest in Kaltenmoor zwischen Kurt-Huber-Straße und St.-Stephanus-Platz nicht trüben, lebhaft feierte die Multi-Kulti-Gesellschaft. Rund 30 Gruppen und Initiativen präsentierten sich mit Ständen und zahlreichen Mitmachaktionen, „alle institutionell Tätigen zeigen hier, dass sie zusammenarbeiten können. Das Stadtteilfest ist wichtig, um die Netzwerkarbeit vorzuführen, sie ist ein Grundsatz für Integration“, sagt Quartiermanager Uwe Nehring.

Vorgeführt wurden auch Tanz- und Showeinlagen, die Bühne war auf dem St.-Stephanus-Platz aufgebaut. Dort zeigte unter anderem die Mädchen-Tanzcrew vom Jugendzentrum Kaltenmoor ihre selbsteinstudierte Choreographie, mit einem Tüchertanz begeisterten Schülerinnen von der IGS Lüneburg die Besucher, sie animierten zum Mitmachen. An der IGS gibt es eine Tanz-AG, 15 Mädchen gehören dazu, „elf von ihnen haben einen Migrationshintergund, sie kommen aus acht verschiedenen Nationen“, sagt Tanzlehrerin Nurka Casanova.

International ging es auch im Gemeindezentrum St. Stephanus zu, die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland hatte dort ein Büffet mit kulinarischen Köstlichkeiten aufgetischt. Deftige Kost gab es am Grillstand der Arbeiterwohlfahrt. Gestärkt konnte sich dann sportlich an der Kurt-Huber-Straße betätigt werden. Dort wartete die GfA mit Spielen zur Abfalltrennung oder der Riesenkicker von Jugendzen­trum und LSK Hansa.

Für Diskussionsstoff sorgte Kulturreferent Jürgen Landmann, an seinem Stand ging es um eine mögliche Umbenennung der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Straße, die zurzeit debattiert wird (LZ berichtete). Der erste Ministerpräsident Niedersachsens hatte vor dem Landtag einst seine NS-Vergangenheit geleugnet, „wenn die Leute den Grund erfahren, warum wir eine Umbenennung diskutieren, stehen sie dem Ganzen aufgeschlossen gegenüber“, sagt Landmann.

Unter den Besuchern war auch Bürgervertreter Werner Pietrzyk, das Fest fand für ihn an einem ganz besonderen Tag statt, seinem 70. Geburtstag.

Finanziert wurde das Fest aus dem Fördertopf „Soziale Stadt“, rund 15000 Euro habe es gekostet, so Pietrzyk. Das Fördervolumen von acht Millionen Euro, das seit 15 Jahren floss, sei allerdings fast aufgebraucht.