Mittwoch , 28. September 2016
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Der Entwurf zeigt den Gebäudekomplez, der in Höhe des Wendehammers an der Friedenstraße geplant ist. Visualisierung: Axthelm Architekten
Der Entwurf zeigt den Gebäudekomplez, der in Höhe des Wendehammers an der Friedenstraße geplant ist. Visualisierung: Axthelm Architekten

Streuobstwiese bleibt erhalten

as Lüneburg. Für Protest hatte Ende 2010 eine Bauvoranfrage eines Architekten bei Anwohnern der Friedenstraße gesorgt, der auf einem Grundstück eine massive Bebauung plante. Nicht genehmigungsfähig, hieß es damals seitens der Stadt. Die Verwaltung entschied daraufhin die Aufstellung eines Bebauungsplans, um klare Regeln für eine maßvolle Bebauung zu schaffen und eine Bürgerbeteiligung zu ermöglichen. Inzwischen gibt es einen neuen Eigentümer des Grundstücks, der eine Nachnutzung bei Erhalt der Streuobstwiese und der alten Blutbuche anstrebe, erläuterte Stadtbaurätin Heike Gundermann. Im Bauausschuss stellte sie den Entwurf des Bebauungsplans vor, der nun in die Auslegung geht.

Entstehen soll ein Gebäudekomplex zwischen dem Gemeindehaus und dem Haus 16 an der Friedenstraße. Vom niedersächsischen Amt für Denkmalschutz sei inzwischen geprüft, dass das Haus 18 nicht unter Denkmalschutz stehe, erläuterte Gundermann eingangs. Anstelle dessen sieht der Planentwurf ein dreistöckiges Haus mit Satteldach vor. Daran schließen sich drei Gebäudeteile an, die sich in Richtung Kita entwickeln und unterschiedliche Höhen haben. Und zwar ein zweigeschossiger begrünter Flachdachbau, anschließend ein zweigeschossiger Bau mit Satteldach und in Höhe der Kita ein zweigeschossiger begrünter Flachdachbau. Insgesamt 12 bis 13 Wohneinheiten könnten so entstehen. Der Entwurf der Potsdamer Architektin Annette Axthelm sieht außerdem eine Tiefgarage vor, in die die Autos mit einem Fahrstuhl gelangen.

Susanne Puschmann (Grüne) lobte den Entwurf als gute Lösung, da die alten Buchen und die Streuobstwiese unangetastet bleiben. Die Dachbegrünung lockere den Gebäudekomplex zudem auf, fand SPD-Mann Hubert Meißner. Dass die Streuobstwiese erhalten bleibe, bewertet auch die FDP-Politikerin Birte Schellmann als positiv. ,,Aber die Bebauung ist sehr massiv.“ Außerdem plädierte sie dafür, dass das hintere zweistöckige Gebäude statt eines Satteldachs ein Flachdach bekommen sollte, ,,damit alle Anwohner einen freien Blick auf die Streuobstwiese haben“. Für Wolfgang Kuhn (CDU) passt sich der Komplex hervorragend an die Nachbargebäude an. ,,Gut gearbeitet, auch bezüglich des Erhalts der Streuobstwiese.“

Laut Stadtbaurätin Heike Gundermann soll nach der Auslegung, im Zuge derer Bürger Anregungen einbringen können, voraussichtlich Ende des Jahres eine Abwägung und ein Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan stehen. Das geschieht auch mit Blick auf die zweijährige Veränderungssperre für den Bebauungsplan, die im Februar 2015 ausläuft.