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Nur bis zur St.-Ursula-Schule, der katholischen Grundschule in Lüneburg, führte in diesem Jahr die Fronleichnams-Prozession der Lüneburger Katholiken. Foto: be
Nur bis zur St.-Ursula-Schule, der katholischen Grundschule in Lüneburg, führte in diesem Jahr die Fronleichnams-Prozession der Lüneburger Katholiken. Foto: be

Glaubensbekenntnis im Regen

us Lüneburg. Als habe es diesmal nicht sein sollen. Gerade, als sich gestern Vormittag die Fronleichnams-Prozession der Lüneburger Katholiken am Kurpark in Gang setzte, wurde auch der Sprühregen stärker. So stark, dass Dechant Carsten Menges nach einer guten Viertelstunde Weges entschied, die Prozession, die zu diesem Zeitpunkt erst an der St.-Ursula-Schule angekommen war, vorzeitig abzubrechen. „Ich möchte nicht, dass unsere Kommunionskinder und die vielen St.-Ursula-Schüler erkranken“, sagte Menges.

Noch zu Beginn des Gottesdienstes, der auch in diesem Jahr wieder unter freiem Himmel im Kurpark stattfand, waren die rund 300 anwesenden jungen und erwachsenen Katholiken zuversichtlich, dass die dunklen Wolken an ihnen vorüberziehen mögen. Und Dechant Menges machte ihnen in seiner Predigt Mut, ihre Fronleichnams-Botschaft selbstbewusst in die Stadt zu tragen. „Ruft den Lüneburgern zu: Schaut alle her, nicht unsere Mannschaft hat gewonnen, unser Chef hat gewonnen, und das ist Jesus“, sagte der Geistliche mit Anspielung auf die laufende Fußball-Weltmeisterschaft. Er machte sogar Gemeinsamkeiten aus zwischen den jubelnden Fußball-Fans auf der einen und den Gläubigen und Teilnehmern der Fronleichnams-Prozession auf der anderen Seite: „Menschen kommen zusammen und feiern, verleihen ihrer Freude Ausdruck, sie schmücken ihre Autos und Häuser mit Fahnen. Auch wir zeigen heute unsere Freude, tragen sie nach draußen und schmücken uns mit unseren Fahnen und die sind Weiß-Gelb, es sind die Farben unserer Kirche.“

Fronleichnam der Begriff stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet sinngemäß „des Herren Leib“ ist ein Hochfest im Kirchenjahr der katholischen Kirche. Es folgt stets auf den Donnerstag der zweiten Woche nach Pfingsten und genau 60 Tage nach Gründonnerstag, da Jesus das Abendmahl an diesem Tag zum ersten Mal mit seinen Jüngern gefeiert hat.

Nachdem gestern die Katholiken ihre Prozession abgebrochen hatten und zur St.-Marienkirche zurückgekehrt waren, strahlte in Lüneburg dann doch wieder die Sonne. „Der liebe Gott macht eben nicht den Wetterbericht“, kommentierte Dechant Menges.

One comment

  1. Sind das wirklich die Windeln Jesu? Millionen Christen sind fest davon überzeugt. 100 000 machen sich jetzt auf den Weg zum Aachener Dom, um sie zu verehren. Wie krank muss man sein, um das zu glauben? Pampers wird vor Neid erblassen.