Donnerstag , 29. September 2016
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Das Gebäude Am Sande 50 strahlt frisch restauriert. Foto: t&w
Das Gebäude Am Sande 50 strahlt frisch restauriert. Foto: t&w

Lüneburgs farbenfrohe Seite

ca Lüneburg. Lüneburg ist am Sand um einen Farbtupfer reicher: Die Fassade des Gebäudes, in dem die Drogeriekette Budnikowsky ihre Waren anbietet, strahlt in Terrakotta-Rot, Fenster- und Giebeleinfassung setzen einen weißen Kontrast und beides spielt trefflich zusammen. So farbenfroh sind beispielsweise auch die Häuser im bayerischen Landshut oder aber im pfälzischen Speyer.

Die Denkmalpflege war eingebunden, als die Eigentümer die Schauseite der Hauses mit der Nummer 50 sanierten. Mauerwerk und Putz brauchten eine Auffrischung. Stadtsprecher Daniel Steinmeier sagt: Bei der Farbe habe man sich auf ein altes Vorbild besonnen, auf die waren Fachleute bei einer Untersuchung gestoßen.

Das Haus hat, wie so viele in Lüneburg, mehrere Baustile in sich vereint. Die Geschichte des Haupthauses, notiert Doris Böker in ihrer Denkmaltopographie, reicht bis um das Jahr 1300 zurück. Denn wer durch die Einfahrt auf den Hof durchgeht, blickt auf einen Giebel, der in die späte Romanik und frühe Gotik zurückreicht. Die Patrizierfamilien Schomaker und Senstake waren hier zu Hause. Später die Schneverdings und Dithmers.

Doch zum Sand, Lüneburgs Prachtplatz, wollten die Besitzer ihr Haus modern wirken lassen. Doris Böker beschreibt das so: „Die zweigeschossige Fassade wurde um 1878 mit geputzten Gliederungselementen wie Fensterfaschen und zwei Segmentgiebeln über Pilastern spätklassizistisch überarbeitet.“ Dieser Anblick war in die Jahre gekommen, nun reiht sich das Gebäude in die Lüneburger Fassadenfront ein, über welche die Dichterin Ricarda Huch in den 1920er-Jahren schrieb: „Ihrer Mauern beraubt, gleicht sie einem Ritter, der den Harnisch ablegen musste, aber dessen Haltung und Gang man immer anmerkt, dass er gerüstet war und dass metallisches Klirren seine Schritte begleitete. Die Häuser mit den gestuften Giebeln stehen da wie versteinerte Schilde, die unerschütterlich ein anvertrautes Leben hüten, das längst verronnen ist.“ So schön, dass man sich wünscht, auch andere Hauseigentümer entscheiden sich dafür, ihren Häusern so eine Pflege angedeihen zu lassen.