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Auch bei Beate Orschel und ihrem Sohn Jan aus Münster (Archivbild) kam das Angebot der Lüneburger Jugendherberge gut an. Davon profitiert die Einrichtung offenbar auch jetzt angesichts des angedrohten Boykotts von Klassenfahrten vieler Schulen. Foto: A/st
Auch bei Beate Orschel und ihrem Sohn Jan aus Münster (Archivbild) kam das Angebot der Lüneburger Jugendherberge gut an. Davon profitiert die Einrichtung offenbar auch jetzt angesichts des angedrohten Boykotts von Klassenfahrten vieler Schulen. Foto: A/st

Lüneburg kommt gut davon

pet Lüneburg. Schüler sind traurig, Eltern sind ärgerlich, Lehrer sind sauer, die Politik gibt nicht nach. Der Beschluss der niedersächsischen Landesregierung, Gymnasiallehrer ab dem kommenden Schuljahr mit einer Unterrichtsverpflichtung von 24,5 statt bisher 23,5 Stunden zu versehen, sorgt für Wirbel. Von dem Boykott von Klassenfahrten, den zahlreiche Schulen im Land angekündigt haben, sind aber auch die Jugendherbergen betroffen – die in Lüneburg immerhin weniger als andere.

,,Wir wissen, dass andere Jugendherbergen in Niedersachsen, aber auch in Schleswig-Holstein unter dem Boykott leiden“, berichtet Undine Bendt, die die Lüneburger Jugendherberge leitet. ,,Uns geht es besser. Lüneburg und Umgebung haben ein besonders attraktives Angebot, wir sind sehr breit aufgestellt, haben eine breite Basis und viele Angebote für unsere Gäste.“ Für das laufende Jahr, so Bendt, habe es aufgrund des Boykotts keine Absage gegeben.

Rund 25 000 Übernachtungen werden in der Jugendherberge Lüneburg seit deren kompletter Renovierung, verbunden mit einer Erweiterung, im Jahr 2004 jährlich gezählt. ,,Mit steigender Tendenz“, freut sich Undine Bendt. 148 Betten stehen im Haus an der Wichernstraße zur Verfügung. Etwa 45 Prozent der Übernachtungen werden von Schulen gebucht, allen Schulformen von der Grundschule bis zum Gymnasium. Jeweils 10 bis 15 Prozent der Buchungen entfallen auf Tagungen, Familien sowie Sport- und Wandergruppen, der Rest auf Einzelgäste und Paare.

Von den Kollegien der rund 300 Gymnasien und Kooperativen Gesamtschulen in Niedersachsen haben etwa die Hälfte einen Boykott von Klassenfahrten beschlossen, teilte der Philologenverband Niedersachsen mit. Dem Jugendherbergsverband Hannover gehören 23 Jugendherbergen an, Lüneburg ist die nördlichste, die südlichste ist die von Hannoversch Münden.

Und für viele der 23 Häuser machen sich die Verantwortlichen beim Landesverband Sorgen. 15 000 Übernachtungen im Monat weniger wurden dort im Vergleich von Mai 2013 auf Mai 2014 gezählt, berichtet Helmut Maier, 2. Vorsitzender des Verbands. ,,Das geht über die normalen Schwankungen hinaus und das zehrt natürlich an unserer Substanz“, sagt er. Im Vorstand des Jugendherbergsverbands habe man beschlossen, sich in die politischen Streitigkeiten nicht einzumischen. ,,Aber wir wollen Gespräche führen, ein Gespräch mit Kultusministerin Frauke Heiligenstedt steht bevor. Wir werden ihr eindringlich die Situation schildern. Vielleicht weiß sie einen Weg, wie sie uns helfen kann.“

Undine Bendt ist für ihr Haus weiter optimistisch. ,,Im Augenblick sind wir sogar komplett ausgebucht. Ich weiß aber von anderen Jugendherbergen, dass dort Stammgäste unter den Schulen schon abgesagt haben, für uns trifft das bisher nicht zu. Auch für 2015 und 2016 haben wir schon Buchungen, was daraus wird, können wir zum jetzigen Zeitpunkt natürlich noch nicht sagen.“