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Die Stadt plant eine gutachterliche Aufbereitung für die Restaurierung der Stadtmauer am Liebesgrund einschließlich des gesamten Parks. Dafür gibt es ein dickes Lob vom Bürgerverein. Foto: t&w
Die Stadt plant eine gutachterliche Aufbereitung für die Restaurierung der Stadtmauer am Liebesgrund einschließlich des gesamten Parks. Dafür gibt es ein dickes Lob vom Bürgerverein. Foto: t&w

Lohnt die Umgestaltung der Bastion?

rast Lüneburg. Die Hansestadt Lüneburg plant die Umgestaltung der Bastion zwischen Lösegraben und Ilmenau. Das Vorhaben sieht der Bürgerverein Lüneburg mehr als skeptisch, da die Realisierung laut dem Vorsitzenden Rüdiger Schulz viel Geld verschlingen werde: ,,Das wirft die Frage nach der Sinnhaftigkeit auf: Wer soll das eigentlich in welchem Umfang nutzen?“ Das ist einer der Kritikpunkte, die der Verein als ,,Gewissen der Stadt“ in seiner Rot-Blau-Weißen Mappe 2014 auflistet es ist die mittlerweile 41. Ausgabe, die morgen, Sonntag, Oberbürgermeister Ulrich Mädge beim um 11.30 Uhr im Fürstensaal des Rathauses beginnenden Festakt zum 50-jährigen Vereinsbestehen überreicht wird. Die Mappe beinhaltet wieder Lob und Tadel, Kritik und Anregungen, zu allen Punkten nimmt Oberbürgermeister Mädge Stellung. Erfreulich: Auch in diesem Jahr überwiegt wieder das Lob.

Zur Umgestaltung der Bastion sagt der Oberbürgermeister, dass diese dringend erforderlich sei: ,,Die Grünanlage hat durch die nicht mehr an den Bedürfnissen von Besuchern angepasste Ausstattung und Gestaltung erheblich an Attraktivität, Wert und Aufenthaltsqualität verloren.“ Durch eine Sanierung sollen insbesondere den Bewohnern des Wasserviertels Spiel-, Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten gegeben werden. ,,Die Neugestaltung eines Spielplatzes stellt darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zur Spielplatzversorgung der gesamten Innenstadt dar.“

Der Bürgerverein kritisiert auch eine schadhafte Mauer an der Ostseite der Ilmenau im Bereich des Jugendheims an der Altenbrückertorstraße, hier sagt Mädge: ,,2013 wurden Trümmerteile entfernt, der Bauwerksbestand aufgenommen und ein Sanierungskonzept erarbeitet, das die Wiederherstellung der Uferwand im Einsturzbereich vorsieht.“ Die Frage der Finanzierung werde noch geklärt.

Der Bürgerverein hatte in seinen Mappen immer wieder die Restaurierung der Stadtmauer am Liebesgrund angemahnt, jetzt gibt es ein dickes Lob dafür, dass Stadtbaurätin Heike Gundermann und der Bauausschuss im März 2014 eine gutachterliche Aufbereitung der Wiederherstellung einschließlich des gesamten Liebesgrunds auf den Weg gebracht haben, um eine Grundlage für die Sanierungsmaßnahmen zu haben. Hier dämpft der Oberbürgermeister allerdings ein wenig die Erwartungen: ,,Das Gutachten zur Erstellung eines denkmalgerechten Sanierungs- und Freiflächenkonzepts für die historischen Wallanlagen wurde noch nicht beauftragt. Derzeit wird verwaltungsintern geprüft, den Bereich Alte Wallanlagen/Liebesgrund mit ins Städtebauförderprogramm aufnehmen zu lassen. Die Aufnahme wird zeitnah, noch für dieses Jahr, angestrebt.“

Der Bürgerverein verteilt viel Lob. Beispielsweise für den Arbeitskreis Lüneburger Altstadt, der die Gipsquader der Außenwände des Gipsofens reinigen und neu verfugen ließ. Und an den Stadtrat, der die Freiwillige Feuerwehr mit 100 Euro pro Person und Jahr unterstützt. Kulturell sieht der Verein bei den berufsbildenden Schulen eine vorbildliche und richtungsweisende Suche nach jungen Musiktalenten. Und mit der Kulturbäckerei habe Lüneburg einen hervorragenden Standort für Künstler.

Im wirtschaftlichen Bereich hebt der Bürgerverein den Daumen für die neue App Kaufhaus Lüneburg, Rüdiger Schulz: ,,Diese App, ein neuer von der Landeszeitung und der Marktplatz Lüneburger Heide Internet GmbH entwickelter Online-Wegweiser, kann sich für unsere Geschäftsleute als segensreich erweisen.“

Die Rot-Blau-Weiße Mappe, die noch viele weitere Punkte enthält, kann kostenlos angefordert werden beim Vereinsvorsitzenden Rüdiger Schulz unter %52288.