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Da ist Kraft gefordert: Feuerwehrleute schieben eine Löschkutsche durch die Straßen. Alte und moderne Technik beeindruckt beim Umzug die Schaulustigen. Foto: t&w
Da ist Kraft gefordert: Feuerwehrleute schieben eine Löschkutsche durch die Straßen. Alte und moderne Technik beeindruckt beim Umzug die Schaulustigen. Foto: t&w

150 Jahre Hilfsbereitschaft

ca Lüneburg. Auf 40 Meter Höhe kann die Feuerwehr ihren Hubmast ausfahren. Das fanden kleine und große Zuschauer auf dem Markt ebenso beeindruckend, wie das schwere Hydraulikgerät, mit dem Helfer nach Unfällen Verletzte aus demolierten Autos befreien und die Taucher, die in einem Bassin zeigten, wie sie eingesetzt werden. Die Geburtstagsfeier der Lüneburger Feuerwehr Mitte war am Sonnabend vor allem eine Einladung für die Bürger der Stadt, die Brandbekämpfer kennenzulernen. 150 Jahre alt ist die Feuerwehr geworden, Hunderte kamen, um den Ehrenamtlichen zu gratulieren.

Und die zeigten sich von ihrer besten Seite. In der Stadt und auf dem Markt luden die Männer und Frauen ein, ihre Arbeit und Fahrzeuge zu entdecken. Gerne gaben sie Auskunft über Schutzkleidung, die sie bei Bränden oder Chemieunfällen tragen, über ihre Kinder- und Jugendarbeit, darüber, wie sich Arbeit und Ehrenamt vereinbaren lassen. Ortsbrandmeister Rainer Utermöhlen, seine Stellvertreterin Meral Fischer und ihre Kollegen hatte den Tag monatelang vorbereitet. Durch das Programm, es wurde unter anderem gezeigt, wie heißes Fett und Wasser reagieren  nämlich explosiv , führte Moderator Markus-Björn Peisker die Zuschauer.

Bei einem Ummarsch durch die Stadt, begleitet vom Stadt­orchester, präsentierten sich die Brandbekämpfer und auch Zeugnisse aus ihrer Vergangenheit. So rollte eine Kutsche mit einer Handpumpe und Spritze mit, wie sie vor hundert Jahren bei Einsätzen benötigt wurde. Dazu trugen Feuerwehrleute historische Uniformen.

Bei einem Festakt im Rathaus war zuvor die Leistung der Truppe gewürdigt worden, die 1864 aus der Freiwilligen Turner-, Feuerlösch- und Rettungsschar des Sportvereins MTV hervorging. Oberbürgermeister Ulrich Mädge dankte im Namen der Stadt. Für die Feuerwehr sprachen Kreisbrandmeister Torsten Hensel, Stadtbrandmeister Thorsten Diesterhöft und Waldfried Elvers, er ist Vorsitzender des Fördervereins der Wehr, dem Stadtfeuerwehrverband. Zu Wort kamen auch die Vorgänger von Ortsbrandmeister Utermöhlen: Günter Bruns, Dietrich Heyden und Bernd Bockelmann. Meral Fischer erklärte auch, was die Feuerwehr seit 150 Jahren zusammenhält und motiviert, für andere Zeit, Gesundheit und manchmal gar das eigene Leben einzusetzen: der Zusammenhalt in den eigenen Reihen.

Eins wurmte den ein oder anderen Feuerwehrmann. Beim festlichen Aufzug konnten sie ihr Barett nicht tragen, welches zur Uniform gehört. Da habe man zu billige gekauft, die Mützen lösen sich auf. Eine kleine Klage. Denn Branddirektor Raab hatte in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts moniert, dass die Feuerwehr knapp gehalten werde. Die Ausstattung sei mangelhaft. Heute schaut es besser aus.