Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Sie werben für das Landesposaunenfest, das nach 1956 nun wieder am 19. und 20. Juli in Lüneburg stattfindet: (v.l.) Marianne Gorka, Christine Schmid, Projektassistentin Sarah Hilmer, Dieter Rathing und Ulf Pankoke. Foto: be
Sie werben für das Landesposaunenfest, das nach 1956 nun wieder am 19. und 20. Juli in Lüneburg stattfindet: (v.l.) Marianne Gorka, Christine Schmid, Projektassistentin Sarah Hilmer, Dieter Rathing und Ulf Pankoke. Foto: be

Bläser erfüllen Stadt mit sattem Sound

rast Lüneburg. Ein musikalisches Willkommen bereiten Posaunenchöre der Region Lüneburg am Sonntag, 20. Juli, ab 9.15 Uhr ihren Gästen an verschiedenen Orten in der Innenstadt. Einige empfangen die Teilnehmer am Bahnhof und auf den Sülzwiesen, begleiten sie mit vollem Bläserklang zum Markt, wo um 11 Uhr der Festgottesdienst unter dem Motto ,,Himmel, Erde, Luft und Meer“ beginnt. Die Textbeiträge kommen von Landessuperintendent Dieter Rathing, Superintendentin Christine Schmid und Marianne Gorka als Landespastorin für die Posaunenchorarbeit. Spielen werden auf dem Markt mindestens 1500 Bläser der gesamten Landeskirche Hannover und der LandesJugendPosaunenchor unter Leitung von Landesposaunenwart Ulf Pankoke. Die Anmeldefrist ist noch nicht abgelaufen, laut Pankoke könnten sogar bis zu 2000 Musiker mitmachen.

Das große musikalische Ereignis findet laut Landessuperintendent Rathing alle vier Jahre in einem anderen Ort der Landeskirche statt, Superintendentin Schmid: ,,In Lüneburg zuletzt 1956.“ In dem Jahr feierte die Salzstadt ihr 1000-jähriges Bestehen. Das Fest 2014 steht unter dem Titel ,,geschenkt“, Marianne Gorka erläutert: ,,So viel Gutes, das unser Leben bereichert, ist letztlich ein Geschenk: die Erde als Lebensraum, die Luft zum Atmen, Liebe, Freundschaft, Hoffnung. Auch die Musik ist ein großes Geschenk, denn sie verbindet Menschen über Generationen und soziale oder kulturelle Unterschiede hinweg.“ In der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover gibt es rund 12500Bläser in 630Posaunenchören, sie sind zwischen 8 und über 80Jahre alt, laut Gorka ist etwa die Hälfte weiblich.

Laut Dieter Rathing entstanden die Posaunenchöre als Laienbewegung im 19.Jahrhundert, als Gründer der evangelischen Bewegung gilt Johannes Kuhlo (1856 bis 1941): ,,Es ist heute noch eine eigene Bewegung innerhalb der Kirche.“ Und wie vielfältig Posaunenmusik sein kann, zeigt laut Pankoke das Fest am 20.Juli: ,,Es wird viel und mutig in den Chören experimentiert. Zu hören gibt es die verschiedensten Stile Klänge aus dem 16.Jahrhundert ebenso wie aus der Romantik oder moderne Klänge, natürlich auch Swing und Jazz.“

Nach dem Festgottesdienst und einem Mittagessen im Rathausgarten und auf der Waagestraße verteilen sich die Musiker in der Stadt, von 12.30 bis 16.30Uhr gibts Straßenmusik etwa von der Gruppe ,,Windstärke 11″ und dem LandesJugendPosaunenchor. Um 13.30Uhr sind Bläserandachten in verschiedenen diakonischen Einrichtungen geplant, Pankoke nennt unter anderem das Klinikum, die Herberge plus, das Wichernhaus, die Stiftung Kühnausche Gründung und Altenheime. Um 13.30 Uhr starten auch öffentliche Konzerte bei freiem Eintritt wie Mike Svobodas Alphorn Special in St. Nicolai, ,,ein experimentelles Familienkonzert mit Alphorn, Didgeridoo, Posaune und Südseemuschel“. Zu der Zeit erklingt in St. Michaelis Musik des 17. Jahrhunderts und in der Musikschule kammermusikalische Bläsermusik. Ab 15 Uhr gastieren die Jacobs Gospel Singers auf dem Markt, während es in St. Johannis romantische Musik für Bläser und Orgel gibt.

Die Veranstalter wissen, dass der 20. Juli ein Gedenktag ist, Christine Schmid: ,,In St. Nicolai gibt es um 15 Uhr eine Andacht zum 70. Jahrestag des gescheiterten Attentats auf Hitler mit Pastorin Marianne Gorka, Pastor Hartmut Merten und dem Mitarbeiter-Ensemble des Posaunenwerks. Zudem gibt es im neuen Museum eine Veranstaltung, die an die Frauen des 22. Juli erinnert und bei der ebenfalls Musiker dabei sind.“

Für die Teilnehmer steht ein umfassendes Workshop-Programm zur Auswahl, außerdem werden im Innenhof der Ratsbücherei ein Bläser-Café und ein Noten-Flohmarkt eingerichtet, in der Musikschule sitzt ein Notfall-Reparatur-Service.

Das Finale steigt um 17 Uhr auf dem Markt mit der Band Groove Onkels und allen teilnehmenden Bläsern.

 

Auftaktkonzert.
Bereits am Vorabend des großen Festes am Sonnabend, 19.Juli startet um 19 Uhr bei freiem Eintritt in der Nicolai-Kirche das Eröffnungskonzert mit dem Ensemble der Landesposaunenwarte und Gästen mit Musik- und Textbeiträgen sowie einer Klanginstallation. Am Sonntag dann feiern die Nachwuchsmusiker von 10bis 16.30 Uhr zusammen mit dem Percussion-Ensemble Groove Onkels ihr Jungbläserfestival in der St.-Ursula-Schule.