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Am Mauerwerk der Betonstützen wird noch gearbeitet, als die Brücke aus Stahl und Lärchenholz bereits anschwebt. Foto: boldt
Am Mauerwerk der Betonstützen wird noch gearbeitet, als die Brücke aus Stahl und Lärchenholz bereits anschwebt. Foto: boldt

Brücke schwebt über Gleisen

rast Lüneburg. Er ist der Mann mit dem richtigen Blick für Millimeterarbeit: Punkt 4.20 Uhr setzte Fahrer Uwe Rösemann am Dienstag Morgen, 1. Juli, mit dem 250-Tonnen-Kran der Firma Bruns die neue Brücke im Tiergarten über die Wendlandbahn. Weitere Helfer montierten die 24 Meter lange und 2,50 Meter breite Brücke, die an einem Stück per Tieflader in den Tiergarten transportiert wurde. Ein Mitarbeiter der Deutschen Bahn gab die Schienen so zeitig frei, dass der erste morgendliche Zug, der um 6.46 Uhr in Dannenberg startete, problemlos und pünktlich passieren konnte. Die Brücke selbst ist allerdings noch nicht freigegeben, Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck sagt: ,,Das geschieht in den nächsten Tagen, zunächst steht noch die Brückenprüfung an.“

Fußgänger und Radler, die von Deutsch Evern durch den Tiergarten nach Lüneburg und umgekehrt wollen, müssen dann nicht mehr den 700 Meter langen Umweg über Posten 90 nehmen. Die Vorgänger-Brücke musste in der Nacht zum 8. März 2009 abgerissen werden. Ein Stein hatte sich damals aus dem Brückenbogen gelöst, fiel auf die Böschung und kullerte auf die Schienen  die anschließende Prüfung ergab, dass das Mauerwerk stark bröckelte, die Brücke eine Gefahr darstellte.
Aus Sicht von Deutsch Everns Bürgermeister Hubert Ringe war damals mit der ehemaligen Panzerbrücke eine wichtige Verbindung gekappt worden, die beispielsweise vor allem im Sommer von Schülern genutzt wurde, die per Rad zum Schulzentrum Kaltenmoor fuhren. Er sprach sich wie auch die Hansestadt und der Landkreis für einen 200000 Euro teuren Neubau aus, die Stadt zahlt davon 100000 Euro, der Kreis 70000 Euro und die Gemeinde 30000 Euro. Es könnten allerdings noch Forderungen von der Bahn kommen.

Im Mai 2014 begann eine Ingenieurbaufirma in Schüttorf bei Bad Bentheim mit den Arbeiten an der Brücke, die nun gestern Morgen im Beisein von Hubert Ringe und Uta Hesebeck, bei der Stadt Fachbereichsleiterin Straßen- und Grünplanung, Ingenieurbau, geliefert wurde. Es handelt sich dabei um eine Konstruktion aus Stahl und Lärchenholz, die 17 Tonnen wiegt. Im Laufe des Tages gab es noch Restarbeiten, so wurden etwa die Geländer installiert.

Die Stadt ist laut Suzanne Moenck aktuell in Gesprächen mit der Bahn, ob eine von dem Unternehmen geforderte Messfahrt vonnöten ist. Die Bahn verlangt die Fahrt, um sicherzugehen, dass die Funkwellen des betriebseigenen Datennetzes auf der spärlich befahrenen Strecke zwischen Lüneburg und Dannenberg nicht von der Brücke unterbrochen werden. Sollte die Messung ergeben, dass die Brücke stört, müsste ein neuer Funkmast errichtet werden, um das Funkloch zu überbrücken. Kostenpunkt: 130000 Euro  und für die sollen laut Bahn dann die aufkommen, die den Brückenbau veranlasst haben.