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Eine Karte dokumentiert den Verlauf der Ilmenau, Hilke Lamschus erklärt, wie wichtig der Fluss war, um Salz nach Lübeck zu verschiffen. Foto: t&w
Eine Karte dokumentiert den Verlauf der Ilmenau, Hilke Lamschus erklärt, wie wichtig der Fluss war, um Salz nach Lübeck zu verschiffen. Foto: t&w

Die Geschichte des weißen Goldes

ca Lüneburg. Tausend Jahre hatte das Salz das Schicksal Lüneburgs mitbestimmt, doch als die Saline 1980 schloss, wäre dieses Stück Geschichte beinahe zu einer Randnotiz geschrumpft: Die Stadt hatte ihre Anteile an dem Unternehmen zu großen Teilen verkauft. Ein Supermarkt und Wohnbebauung sollten da hin, wo über Jahrhunderte das „weiße Gold“, die Sole, gefördert und zu Salz eingekocht wurde. Das Brunnenhäuschen beispielsweise hätte einen Platz im Fürstentummuseum finden sollen. Doch es gab Widerstand gegen die kurzsichtige Politik im Rathaus und Wirtschaftsinteressen, unter anderem vom Arbeitskreis Lüneburger Altstadt. Es blieb nicht beim Protest, es kamen konkrete Ideen, die auf eine Finanzierung setzten Grundlage für das Salzmuseum.

Im September 1989 eröffnete das Haus. 25 Jahre später wollen Direktor Dr. Christian Lamschus und seine Frau Hilke, die von Anfang an dabei sind, gemeinsam mit dem Förderkreis und Mitarbeitern den Geburtstag feiern. Am Wochenende 6. und 7. September öffnet das Haus seine Türen, plant kleinere Aktionen und eine Ausstellung, welche das vergangene Vierteljahrhundert dokumentieren soll. Hilke Lamschus sagt: „Dafür suchen wir noch Fotos, gerade aus der Anfangszeit.“ Die Bilder sollen die Zeit dokumentieren.

Christian Lamschus hatte als Historiker an der Hamburger Uni gearbeitet, seiner Heimatstadt Lüneburg war er verbunden, er arbeitete an einem umfänglichen Werk zur Salzgeschichte. Gemeinsam mit anderen hatten er und seine Frau die Idee, ein Industriedenkmal zu würdigen und zu erklären. Das war ein relativ neuer Ansatz, erst später eröffnete beispielsweise Hamburg das Museum der Arbeit.

Den Initiatoren aus dem Förderkreis gelang es, Unterstützung in der Politik zu finden. Daraus resultierte ein Nutzungsvertrag für den Teil des Produktionsgebäudes, der heute vom Museum genutzt wird, im Kern: Eine dauerhafte Dokumentationsstätte soll Lüneburgs salzige Vergangenheit erzählen. Das gelingt dem Haus mit Erfolg, Touristen und Schulklassen erobern das Haus regelmäßig. Dazu laufen Sonderausstellungen, auch sie sind in der Regel Publikumsmagneten.

Unklar ist, wie es mit dem Museum weitergeht. Es würde bekanntlich gerne wachsen, wenn der benachbarte Supermarkt, wie geplant, aufs Postgelände umzieht. Doch noch ist das nicht in trockenen Tüchern. Denn die Stadt gibt für das neue Museum am Wandrahm laut aktueller Prognose rund elf Millionen Euro inklusive Fördermitteln aus. Erst in einem zweiten Schritt will sie dann das Salzmuseum angehen. Konzeptionell laufen die Ideen unter dem Stichwort Lüneburger Museums Landschaft.