Mittwoch , 28. September 2016
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Passend zur Fußball-WM schwingt Hanno Hujissen am Sande die Startflagge in Schwarz-Rot-Gold. Foto: t&w
Passend zur Fußball-WM schwingt Hanno Hujissen am Sande die Startflagge in Schwarz-Rot-Gold. Foto: t&w

Fans feiern fabelhafte Fahrzeuge + + + Mit Fotogalerie + + +

cst Lüneburg. Die 26. ADAC Hansa Veteran Rallye endete so wie die 25. Auflage vor zwei Jahren mit Blitz und Donner sowie einem heftigen Wolkenbruch, der während der Zielankunft auf dem Lüneburger Marktplatz über Teilnehmern und Zuschauern herniederging. Der guten Stimmung tat das keinen Abbruch, denn einmal mehr zeigt sich das traditionsreiche Oldtimer-Spektakel als das schönste und entspannteste in ganz Norddeutschland.

Es erfreut sich nicht nur in der Szene, diesmal mit 124 historischen Automobilen und elf Motorrädern vertreten, großer Beliebtheit, sondern auch bei den Zuschauern. Die fanden sich zuhauf schon ein beim morgendlichen Start Am Sande, säumten draußen auf dem Lande fröhlich winkend die Strecke und ließen sich auch das beliebte Spurbrettfahren bei der Zielankunft auf dem Marktplatz nicht entgehen. Teilnehmer und Organisatoren zeigten sich abends bei der Siegerehrung in der „Krone“ schier überwältigt von so viel Begeisterung und dankten den vielen Oldie-Fans ausdrücklich für deren fabelhafte Unterstützung.

Tagsüber machte drückende Schwüle so manchem Oldtimer das Leben schwer. Da kochte das Kühlwasser, selbst der Adenauer-Mercedes geriet ins Schwitzen. Erst gar nicht losfahren konnte der Berliner Detlef Kayser, bei dessen weltweit einzigartigem Amilcar CGS Coupé schon vor dem Start die Kupplung streikte. An Bord eines historischen Mercedes-Eineinhalbtonner-Lkw kam der Hauptstädter als Beifahrer aber noch in den Rallye-Genuss.

Während der Mittagspause vor der malerischen Kulisse von Gut Thansen in Soders-torf standen so einige Motorhauben offen, und die Fahrer füllten den einen oder anderen Liter Kühlwasser nach. Mit stilechten Velosolex-Mofas und „Follow me“-Schildern an den Gepäckträgern hatten zuvor freiwillige Helfer die Fahrzeuge zu ihren Parkplätzen auf dem weitläufigen Gutsareal geleitet.

Dass auf dem Weg zum leckeren Mittagessen die Kreisstraße in Richtung Heiligenthal pünktlich zur Oldtimer-Rallye dick mit Rollsplitt abgestreut war, zeugte nicht unbedingt vomMitdenken der zuständigen Behörde. So manches historische Blech ist inklusive seines Originallacks ja schier unersetzlich. Aber selbst Gertrud und Horst Kölpin, deren BMW 507 Roadster von 1958 auf 1,7 Millionen Euro taxiert wird, nahmen den Splitt-Fauxpas gelassen: ,,Bin im Schritttempo durchgefahren“, merkte Horst Kölpin an, der viel mehr erschrocken war über eine schneidige junge Fahrerin, die ihm tags zuvor bei der Fahrzeugabnahme mit Karacho beinahe in das millionenteure Stück gekracht wäre.

Die beiden Hundertjährigen im Feld, das Ford T-Modell von Claudia und Manfred Ulbricht aus Hamburg und der Adler 5/13 von Christa und Wilhelm Denecke aus Bad Fallingbostel, tuckerten klaglos über den Kurs dieser Gleichmäßigkeitsprüfung, deren Route auch in den Landkreis Harburg und natürlich durch die schöne Heide führte. Bewundernswert auch die kleine Schar der Motorradfahrer, die bei der drückenden Hitze helmbewehrt und in Ledermontur ihre Gefährte mit oder ohne Beiwagen über den Kurs steuerten.

Mit den notwendigen Fachinformationen und vielen Anekdoten versorgte an Start und Ziel Streckensprecher Gerd Rodewald unter Assistenz seines Bruders die Zuschauer. Für den reibungslosen Ablauf der Veteran Rallye waren rund 70 freiwillige Helfer, viele davon aus dem Lüneburger ADAC-Ortsclub, zuständig. Und Rolf Moormann hat mit seinem Organisationsteam einmal mehr dafür gesorgt, dass es wirklich nichts zu meckern gab. Wenn sie denn die Wolkenbrüche am Ziel noch in den Griff kriegen, ziert kein Wölkchen mehr den blauen Lüneburger Rallye-Himmel. Bis zum nächsten Jahr beim 2. Lüneburger Altstadt Grand Prix!

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