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Das Hanseviertel wächst weiter. Einige der insgesamt rund 600 Wohneinheiten sind bereits bezogen. Foto: t&w
Das Hanseviertel wächst weiter. Einige der insgesamt rund 600 Wohneinheiten sind bereits bezogen. Foto: t&w

Das Lüneburger Trendviertel

rast Lüneburg. Das Handelsblatt hat in Kooperation mit der Berliner Immobilienmarktforschungsgesellschaft vdpResearch die Immobilienmärkte in 15 deutschen Städten analysiert und die Trendviertel 2014 in Berlin, Frankfurt, Hamburg, Heidelberg, Kiel, Dresden, Bremen, Köln, Jena, Düsseldorf, Nürnberg, Leipzig, Stuttgart, München und Lüneburg ausgemacht. Trendviertel, so die Definition, sind all jene Stadtteile, in denen die Preise für Wohneigentum zwischen 2010 und 2013 stärker gestiegen sind als im Durchschnitt der gesamten Stadt. In Lüneburg ist es das Hanseviertel, das laut Studie eine ,,lukrative Alternative zur Großstadt“ bietet. Und dafür gibts gleich mehrere Gründe.

Einer der Gründe ist die ARD-Erfolgsserie ,,Rote Rosen“, durch die vielen Außenaufnahmen quasi eine bundesweite Werbung für Lüneburg, die nicht nur Touristen, auch Immobilienkäufer in die Hansestadt zieht. Frank Siewert ist Makler bei der Sparkasse Lüneburg und hat seit 2009 schon mehr als 100 Wohnungen im Hanseviertel verkauft, er bestätigt der LZ: ,,Einige Kunden haben in der Serie Details der schönen Stadt gesehen, daraufhin ein Wochenende hier verbracht.“ Siewert nennt allerdings andere Punkte, die überwiegen: ,,Die Nähe zum Bahnhof und zur A39 bei dennoch ruhiger Lage und die Preise. Lüneburg boomt. Und bei den DAX-Höchstständen wollen die Kunden nicht in den Aktienmarkt investieren, sondern in Immobilien.“ Aus Lüneburg hätten unter anderem Unternehmer, Ärzte, Freiberufler und Beamte in Häuser und Wohnungen im Hanseviertel investiert: ,,Aber die Kunden kommen aus dem gesamten Bundesgebiet und aus verschiedenen Berufsgruppen, vom Großwildjäger bis zu Leuten aus dem Filmgeschäft.“

Auf dem 85 Hektar großen Areal an der ehemaligen Schlieffenkaserne entstehen rund 600 Wohneinheiten, aktuell auch zwei Wohnhäuser mit Tiefgaragen und Keller. Qua-dratmeter-Preise: ab 3000 Euro aufwärts: ,,Ich habe gerade zwei Doppelhäuser verkauft, eine Doppelhaus-Hälfte mit 137 Quadratmetern kostete 373000 Euro.“ Vermieten die Investoren, erwartet der Sparkassen-Makler Monatsmieten von 9 bis 11 Euro pro Quadratmeter.

Auf einem ähnlichen Preisniveau liegen die Wohnungen im nahen Speicherquartier. Von den ursprünglich vier Reichstypenspeichern und fünf Rauh­futterscheunen konnten zwei Speichergebäude erhalten werden, die von 2010 bis 2013 saniert und für eine Wohn- und Gewerbenutzung umfunktioniert wurden. Im Kontrast dazu entstehen seit 2011 moderne Häuser mit rund 180 Wohneinheiten. Frank Siewert: ,,Vom Hofkontor im Speicherquartier sind derzeit nur die Grundfeste sichtbar, aber mehr als 30 Prozent der Wohnungen sind bereits verkauft.“

Auch auf das neue Stadtviertel Ilmenaugarten An der Wittenberger Bahn geht das Handelsblatt ein und nennt dort zu erwartende Kaufpreise pro Quadratmeter ,,von Ende 2000 bis über 4000 Euro für Apartments mit Ilmenaublick“.

Unter den Kunden befinden sich viele Hamburger, und das hat seinen Grund: In Lüneburg ist es möglich, ein Einfamilienhaus mit bis zu 150 Quadratmetern Wohnfläche für 350000 bis 400000 Euro zu kaufen, in Hamburg bekommt man für diese Summe entweder nur eine halb so große Eigentumswohnung oder ein Reihenhaus in einer der weniger zentralen Stadtteile.

Immobilien-Profis gehen davon aus, dass Kaufpreise und Mieten in Lüneburg weiter steigen. Das Handelsblatt listet übrigens auch zehn ,,Geheimtipps für Immobilienkäufer“ mit den größten Rendite-Chancen auf, dabei belegt Lüneburg nach Wolfsburg den zweiten Platz.