Dienstag , 27. September 2016
Aktuell
Home | Lokales | Lüneburg | Webersinn beerbt Pols
Der 33-jährige Niels Webersinn (r.) ist der neue Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion. Er ist Nachfolger von Eckhard Pols, der für den Posten nicht erneut angetreten ist. Foto: t&w
Der 33-jährige Niels Webersinn (r.) ist der neue Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion. Er ist Nachfolger von Eckhard Pols, der für den Posten nicht erneut angetreten ist. Foto: t&w

Webersinn beerbt Pols

as Lüneburg. Einen Monat nach der Stichwahl zum Oberbürgermeister, bei der der CDU-Kandidat Eckhard Pols dem SPD-Amtsinhaber Ulrich Mädge klar unterlag, hat die CDU-Stadtratsfraktion einen neuen Vorstand gewählt. Mehrheitlich zum neuen Fraktionsvorsitzenden bestimmt wurde der 33-jährige Niels Webersinn. Er ist in diesem Amt Nachfolger von Pols, der nicht wieder angetreten war. Als stellvertretende Vorsitzende bestätigt wurden Susanne von Stern sowie Dr. Gerhard Scharf, neu gewählt in den Fraktionsvorstand wurde Lüneburgs Bürgermeisterin Regina Baumgarten. Das Amt des Schatzmeisters hat weiter Wolfgang Kuhn inne.

In ihrer Satzung hat die CDU-Fraktion festgelegt, dass es zweieinhalb Jahre nach der Kommunalwahl zu einer Neuwahl des Vorstandes kommt. Aufgrund der OB-Wahl sei der Termin leicht nach hinten verschoben worden, erklärte gestern der neue Fraktionschef. Webersinn, seit 1998 Mitglied der CDU, sitzt seit 2011 im Rat der Stadt. Das Vorstandsteam setzt sich nun aus jungen und erfahrenen Politikern zusammen. Webersinn macht deutlich: „Mir ist es sehr wichtig, dass wir die Expertisen von Dr. Gerhard Scharf und Wolfgang Kuhn weiter für unsere politische Arbeit nutzen können. Hinzu kommt das profunde Wissen von Regina Baumgarten, die mich im Verwaltungsausschuss wesentlich unterstützen wird. Wir werden uns gemeinsam in der Sommerpause Gedanken machen, wie wir die Oppositionsarbeit im Rat in den kommenden zweieinhalb Jahren gestalten können und uns außerdem mit der Kreistagsfraktion absprechen.“

Grundsätzlich gelte: „Wir strecken den anderen Fraktionen im Rat die Hand zur Zusammenarbeit entgegen.“ Wie schon bei der Diskussion um die Gründung einer neuen Dachstiftung für die historischen Stiftungen und beim Thema Zukunft des Lüneburger Flugplatzes. Da habe man die Vorsitzenden der anderen Fraktionen angeschrieben und angeboten, gemeinsam zu überlegen, wie man das Bestmögliche für Lüneburg erreicht. ,,Selbstverständlich haben wir Positionen, sind jedoch zum Konsens bereit, wenn es darum geht, das Optimale für die Stadt zu gestalten.“ Webersinn betont aber auch, dass es Aufgabe der Opposition sei, weiterhin Dinge kritisch zu hinterfragen „und nicht alles nur abzunicken“.

Der neue CDU-Vorstand sieht mehrere Bereiche, wo parteiübergreifend Lösungen auf den Weg gebracht werden müssten. Das gelte zum Beispiel für die Zukunft des Stadtmarketings und des Theaters. „Im Konsens mit dem Rat müssen wir auch Lösungen für den sozialen Wohnungsbau finden, allerdings mit Blick darauf, was machbar ist. Und wir müssen uns Gedanken machen, wie wir die Stadt weiter ökologisch ausrichten, zum Beispiel was den Erhalt des westlichen Grüngürtels betrifft“, kündigt der neue Fraktionschef an.

Warum er nicht erneut für den Posten des Fraktionsvorsitzenden angetreten sei, erklärt Eckhard Pols auf Anfrage so: Nach der Kommunalwahl 2011 habe er den Vorsitz auf Drängen der Fraktionsmitglieder übernommen, „da Regina Baumgarten diesen nicht mehr übernehmen wollte. Aber es war damals schon klar, dass ich nur zweieinhalb Jahre zur Verfügung stehe“. Dem widerspricht, dass Pols im Rahmen der Flugplatz-Diskussion vor eineinhalb Monaten in einer internen Wut-E-Mail an alle Fraktionsmitglieder angekündigt hatte, dass er nach der OB-Wahl den Fraktionsvorsitz aufgeben werde (LZ berichtete). Kurz danach ruderte er zurück.

Bereits am 16. Juli veranstaltet der CDU-Kreisverband Lüneburg seinen Kreisparteitag um 19 Uhr im Restaurant Lims in Erbstorf, wo es auch um die Wahl des Vorstandes geht. Pols ist dort Kreisvorsitzender.