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Auf der Fläche im Kreuzungsbereich Lübecker Straße/Horst-Nickel-Straße soll der Lebensmittelmarkt fürs Hanseviertel entstehen. Foto: be
Auf der Fläche im Kreuzungsbereich Lübecker Straße/Horst-Nickel-Straße soll der Lebensmittelmarkt fürs Hanseviertel entstehen. Foto: be

Einkaufen im Hanseviertel

as Lüneburg. Das Neubaugebiet Hanseviertel wächst. Insgesamt sollen dort rund 700 Wohneinheiten für 1500 Einwohner geschaffen werden, außerdem werden auf dem Areal künftig mehrere hundert Arbeitsplätze angesiedelt sein. Um das Quartier als Wohn- und Arbeitsviertel attraktiv zu gestalten, muss aber auch die Nahversorgung gesichert sein. Im Zentrum des Viertels soll deshalb neben kleinen Einzelhandelsgeschäften wie Bäcker, Fleischer, Apotheke und Blumenladen auch ein Lebensmittelmarkt an der Kreuzung Lübecker Straße/Horst-Nickel-Straße angesiedelt werden. Eine geplante Größe von maximal 1800 Quadratmetern sei verträglich für die bestehenden Nahversorgungsstrukturen im östlichen Lüneburger Stadtgebiet, heißt es in einem Gutachten der CIMA Beratungs + Management GmbH.

Die Stadt hatte das Gutachten in Auftrag gegeben als Fortschreibung des Einzelhandelsentwicklungs- und Zen­trenkonzepts, das bei der Aufstellung von Bebauungsplänen als Leitfaden für die Einzelhandelsentwicklung der Stadt gilt. Das CIMA-Gutachten nimmt nun im Zusammenhang mit dem Hanseviertel das östliche Stadtgebiet in den Fokus und zeigt auf, welche möglichen Umstruktierungen des Nahversorgungseinzelhandels erfolgen könnten. Vorgestellt und diskutiert wird es am Montag, 21. Juli, bei der Sitzung des Bauausschusses, der von 15Uhr an im Traubensaal des Rathauses tagt.

Nicht unweit des künftigen Nahversorgungszentrums Hanseviertel befinden sich an der Bleckeder Landstraße der Discounter Aldi sowie der Drogeriemarkt Rossmann. Eine Erweiterung der beiden Märkte an diesem Standort ist nicht möglich, Parkplatzsituation sowie die Verkehrsführung sind aus Kundensicht zudem wenig attraktiv, heißt es im Gutachten. Aus diesem Grund wird derzeit diskutiert, die Märkte auf dem nahegelegenen Lucia-Gelände anzusiedeln. Die auf dem östlichen Teil des Areals befindliche Werkshalle ist bislang ungenutzt und könnte abgerissen werden. Entstehen könnte dort der Neubau für den Aldi-Markt mit 1200 Quadratmetern Fläche (bisher 700 Quadratmeter am Standort Bleckeder Landstraße) sowie ein Gebäude für den Rossmann-Markt mit 700 Quadratmetern Fläche.

Für die Ansiedlung auf dem Lucia-Gelände spricht aus Sicht der CIMA, dass Kunden aus den angrenzenden Wohngebieten die Märkte zu Fuß erreichen können, diese aber auch per Auto gut anzusteuern sind. Neben dem Umzugswunsch der beiden Märkte steht außerdem schon fest, dass die Sparkassen-Filiale von der Bleckeder Landstraße ins Hanseviertel an die Tartuer Straße verlagert wird. An der Bleckeder Landstraße würden damit unter anderem nur noch der Blumenladen, Bäcker und ein Getränkemarkt angesiedelt sein. Im Gutachten heißt es dazu: Es wäre positiv zu bewerten, „wenn auch die restlichen Einzelhandelsbetriebe ins neue Nahversorgungszentrum Hanseviertel umziehen“.

Außerdem wird empfohlen, dass die Planungen für die Nachnutzung des Geländes an der Bleckeder Landstraße weiter verfolgt werden sollten, wenn Aldi und Rossmann abwandern. Die Flächen könnten dann für Wohnbebauung und zur Erweiterung des Betriebsgeländes von Roy Robson genutzt werden. Das Textilunternehmen habe bereits Bedarf angemeldet, so die CIMA. Der Neubau von Wohnungen an dieser Stelle habe den positiven Effekt, dass es „zusätzliche Kaufkraftpotenziale für das Nahversorgungszentrum Hanseviertel sowie für den Standort Lucia-Gelände“ gebe.

Als dritten Entwicklungsschwerpunkt sieht das Gutachten das Einkaufszentrum Kaltenmoor. Die aus den 60er-Jahren stammende St.-Stephanus-Passage soll saniert werden. In dem Zusammenhang soll auch der Lebensmitteldiscounter Penny erweitert und modernisiert werden. Zudem ist geplant, einen „zeitgemäßen Drogeriemarkt“ anzusiedeln, was positive Effekte für kleine, benachbarte Läden haben werde, meinen die Gutachter.

8 Kommentare

  1. Bedenkliche Entwicklungen, die sich da im Zusammenhang mit dem Neubaugebiet abspielen. Vor allem aber, dass der Stadt die Versorgung Anwohner im Viertel Schützenplatz egal zu sein scheint. Das bestehende Einkaufsensemble an der Bleckeder Landstraße mag vielleicht nicht mehr sehr zeitgemäß erscheinen, es stellt
    jedoch für zahlreiche Anwohner in dem Gebiet eine gut erreichbare Einkaufsmöglichkeit dar. Dass die Sparkasse ein Interesse hat, neben einer neuen Filiale im Hanseviertel auch neue Einkaufsmöglichkeiten zu schaffen ist einleuchtend – nur dass die Stadt diese Entwicklung mitträgt und einem Viertel die Einkaufsmöglichkeiten entreißt (Bleckder Landstraße) um es ins „schicke“ Neubauviertel für gutbetuchte Klientel zu verlegen, zeigt wieder mal deutlich, wie wenig Interesse unsere sogenannten „Volksvertreter“ an den Bedürfnissen der „normalen“ Bürgern hat.

    • Ich kann dem nur zustrimmen! Das Schönste an dem ganzen Bauprojekt ist die Verkehrsanbindung Richtung Schießgrabenstraße. Da sich die Bleckeder Landstraße nicht 4-Spurig ausbauen lässt, stehen die SUVs der stolzen Hanseviertel-Bewohner ja jetzt schon im hanseatischen Feierabend-Stau und schaffen eine herrliche Apokalypse-Stimmung an der Scholze-Kreuzung. Wenn dann noch die A39 kommt mit einer Großautobahn zwischen Lüneburg, Barendorf und Bad Bevensen wird es richtig schön. Da freuen sich Speditions- und Bauwirtschaft und das beleuchtete Paletten-Lager in Vastorf kann endlich noch weiter wachsen! Ein Hoch auf die EU-Subventionen. Verkehrplanern und Städtebau-Visionären wäre eine Schale Beton-Müsli zum Frühstück anzuraten.

  2. Auf allen politischen Ebenen so auch von unserem OB wird immer wieder die Dringlichkeit betont, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Und was wird in Lüneburg geschaffen – Luxuswohngebiete. Wo bleiben die Versprechen der Politiker? Wann wird es umgesetzt? Oder haben sie sich alle nur versprochen?
    Ich war unlängst bei einem anderen Artikel hier erschrocken über die Preise für Eigentumswohnungen in den neuen Baugebieten. Dafür kann man teilweise durchaus auch schon ein kleines Häuschen bauen. Aber es scheint genügend Vermögende zu geben, die sich diese Preise leisten können. Wer eine gute Anstellung in Hamburg hat, für den mag das sogar im Vergleich zu Hamburger Verhältnissen noch preisgünstig sein. Die Gehälter in Hamburg sind immerhin deutlich höher als in der Lüneburger Provinz. Und diese Klientel will man anlocken. Das ist auch Absicht der Stadt Lüneburg, weil sie nämlich an den Steuern dieser gut und besser verdienenden Einwohner partizipiert. Auch die Sozialdemokraten denken zuerst an ihr (Stadt-) Säckel und nicht an die Menschen. An die denken sie nur wenn wieder Wahlen anstehen. Dann übertrumpfen sie sich wieder alle mit ihren Versprechen/Versprechern.

  3. Alles dreht sich nur noch um das Luxus Hanseviertel.
    Scheinbar vergessen die Verantwortlichen, dass es in Lüneburg noch andere Stadtteile gibt, mit ganz anderen Baustellen.
    Bei uns auf dem Kreideberg kann man z.B. „Retro Einkaufen“, wie in den 70ern. Für Lüneburgs zweitgrößten Stadteil gibt es einen veralteten Edeka Markt, in dem es Barrierefreiheit höchstens als Science Fiction Roman gibt.
    Ein Bäcker ? Ja den gab`s irgendwann einmal !
    Drogeriemärkte sind eh` Schnick-Schnack, die braucht man nicht.
    Dafür gibt es vor der nächsten Ratswahl bestimmt viel süße Worte – gratis !!!

  4. Man kann das Hanse-Viertel und später wahrscheinlich ähnlich das Baugebiet an der Wittenberger Bahn auch aus einer anderen Perspektive betrachten.

    Zunächst ist nicht die Stadt der Bauträger der Häuser. Das sind hauptsächlich Investoren, die sicher eine satte Rendite damit erwirtschaften werden. Aber auch private Bauherren sind dort vertreten. Die Stadt ist nur für die Erschließung des Geländes verantwortlich und wird hier in Vorleistung gegangen sein. Die Kosten dürften jedoch den Bauherren und Investoren in Rechnung gestellt werden.

    Aus reiner Neugier bin ich mal durch das Gebiet am Meisterweg gefahren und war eigentlich ganz angetan von dem neuen Viertel. Teilweise stehen dort architektonisch sehr interessante und gelungene Häuser. Zumindest was den Zeitgeschmack betrifft. Auch die Grundrisse/Aufteilungen und Ausstattungen der angebotenen Eigentumswohnungen sind teilweise sehr ansprechend. Schon etwas ausgefallen und hochwertig. Pfiffig könnte man auch sagen. Wenn auch die Straßen und Wege fertiggestellt und die Bepflanzungen etwas gewachsen sind, stelle ich mir in ein paar Jahren ein sehr schönes Wohnviertel der Stadt dort vor.
    Und ähnlich gehobene Wohnviertel haben wir längst in Lüneburg. Ich denke da an Wilschenbruch, Häcklingen, Oedeme und andere. Was ist dann so schlimm daran wenn ein neues hinzukommt. Wenn auch hier ein Bedarf besteht wäre es dumm von der Stadt, dem nicht nachzukommen. Auch wenn die ein oder andere Kritik der vorigen Kommentatoren berechtigt sein mag, so spüre ich doch etwas wie eine Neiddebatte darin.

    • Mein Lieber Oscar, ich kann Ihnen durchaus beipflichten. Unsere Stadt ist lebendig und vielfältig. Gut für uns alle. Und wer mal seine polarisierende Brille abnimmt, der wird sehen, dass in dieser Stadt Platz für nahezu jede Lebensphilosophie ist, vom Bauwagenbewohner bis zum Architektenhausliebhaber, vom revolutionären Studenten bis zum gelassenen Bestager, vom Straßenkünster bis zum Couchpotato, von Vamos bis Theater….

      Will sagen, die Breite der Möglichkeiten ist in Lüneburg riesig, und überall steckt auch der OB Mädge und seine Stadtverwaltung dahinter, die dies vorsichtig lenken und ermöglichen. Wir haben eine tolle Stadt!

      Wer natürlich nur auf seine eigene Lebenssituation als einzig richtig und unterstützungswürdig abstellt, tja, der wird leider realisieren müssen, dass es auch Menschen mit anderen Wünschen und Vorstellungen auf dieser Welt gibt. Und Lüneburg brummt ob der Vielfältigkeit…. *freu*

      @Anonymus
      Mit der Behauptung, was unsere Volksvertreter wohl interessiert bist du ja fix bei der Hand. Kann ich aber auch, ich behaupte mal, dass du entweder die falschen Volksvertreter gewählt hast, oder mit deiner Meinung schlicht daneben liegst. Du glaubst doch wohl selbst nicht, dass unser Rat sich nicht für „normale Bürger“ interessiert. Wer auch immer dazu zählen mag. Mach einfach mal die Augen auf.

      @Heidi
      Ich kann dich beruhigen. der Anteil an der Einkommensteuer, den die Stadt kassiert, basiiert auf einer Pro-Kopf-Verteilung. Also egal ob arm oder reich. Die Stadt hat also gar keinen Grund die Bürger nach ihrem Portemanaie zu unterscheiden. Ist das nicht toll!?

      @ Frank
      Die Geschäfte die dir fehlen, werden üblicherweise von Unternehmern betrieben, nicht aber von der Stadt. Obwohl, da soll es mal einen Staat gegeben haben, der das mal in eigener Regie probiert hat. Hat nicht geklappt. Den Staat gibt es nicht mehr und die meisten dieser Staatsbetrieb auch nicht mehr. Die von dir geforderten Geschäfte kann es nur geben, wenn es auch Kunden gibt, die dort einkaufen. Anders funktioniert das nun mal nicht. Also an die eigene Nase fassen bevor man merkwürdige Forderungen stellt. Und außerdem, nichts gegen den tollen Markt der Familie Klein.

      • @ „Ein Leser“ – Zitat von Ihnen: „Und außerdem, nichts gegen den tollen Markt der Familie Klein.“
        Hier stehe ich hundertprozentig an ihrer Seite. Ich bin fast 30 Jahre Kunde in diesem Edeka-Markt (früher Spar) und schätze ihn sehr. Man kennt alle Mitarbeiter (-rinnen). Es ist immer Zeit für einen Klönschnack, der Kunde ist „König“. Man ist dort immer hilfsbereit und was nicht vorrätig ist wird beschafft. Es hat ein bisschen den Flair eines „Tante Emma-Laden“ von früher, aber genau das macht ihn so liebenswert. Man spürt dort noch Menschlichkeit.

  5. Ich selber Wohne an der Bleckeder, es ist nicht besonders schön, (zumnidestens vorne an der Straße), aber nach hinten raus ein Traum aber auch die nahen Einkaufsmöglichkeiten haben uns überzeugt hier wohnen zu wollen.
    Das beide Märkte nicht besonders groß sind und auch das Sortiment oftmals etwas schwächelt, haben wir auch einige male bemängelt. Aber wenn ich mir nun vorstelle das der Markt nach „unten“ zieht ist das wenig attraktiv für mich! Denn wie viele Lüneburger haben wir kein Auto, das heißt der Einkauf wäre den Berg hoch zu buckeln…und wie soll das erst für die Älteregenaration in unserem Stadtteil sein? ICh frage mich bei ddem Artikel, welche Kundenbefragung die CIMA da gemacht hat?

    Und wenn ich lese das der BÄcker und dr Blumenladen am besten auch abziehen sollen ins Hansevirtel wird mir übel…Dann sollen auf dem jetzigem Aldigelände Wonungen gebaut werden? Wer will hier Wohnen wenn es keine Einzelhändler gibt? Gerne können die Casins abziehen und ein TanteEmmaLaden einziehen, aber alles abzihen? Die Bleckeder Landstraße ist durch den Verkehr schon wenig atraktiv, aber wer will hier noch Wohnen wenn sich die Nahversorgung in eine Vernversorgung entwickelt. ??? Mir erklärt sich das nicht.
    ICh habe eigentlichgehft das auf dem Baugelände neben der Essso ein neuer flotter Markt einziehet, nein eine Apotheke mit DriveIN schalter, ja ja genau sowas brauchen wir hier :/ …..