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Taschen voller neuer Ideen für die Einkaufsstadt Lüneburg präsentieren LCM-Chef Heiko Meyer (3.v.l.), Professor Dr. Dirk von Schnackenburg und die Studenten (v.l.) Liisa Simmending, Nadja Heimes, Patricia Nahrung, Jens Mönckedieck und Gina Staschke. Foto: be
Taschen voller neuer Ideen für die Einkaufsstadt Lüneburg präsentieren LCM-Chef Heiko Meyer (3.v.l.), Professor Dr. Dirk von Schnackenburg und die Studenten (v.l.) Liisa Simmending, Nadja Heimes, Patricia Nahrung, Jens Mönckedieck und Gina Staschke. Foto: be

Lüneburg verkauft sich gut

rast Lüneburg. Der inhabergeführte Einzelhandel muss gefördert, der Fokus mehr auf die Bedürfnisse der Lüneburger selbst gelegt und die Marke „Kaufhaus Lüneburg“ noch prägnanter werden. Diese Empfehlungen sprechen Studenten aus. Das Lüneburg City Management (LCM) hat in Kooperation mit 16 Studenten der Leuphana unter Leitung von Prof. Dr. Dirk Schnackenburg, der Lüneburg Marketing GmbH und der Landeszeitung Kunden zu mehreren Themen befragt. Wichtigster Part für das LCM war dabei eine Messung der Kundenzufriedenheit in der Innenstadt. Die Studenten stellten ihre Ergebnisse jetzt in einer öffentlichen Veranstaltung in der Industrie- und Handelskammer vor, an der allerdings nur wenige Händler teilnahmen. Das Fazit: Unterm Strich verkauft sich Lüneburg gut, doch haben Kunden und Studenten auch Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge.

Die Studenten arbeiteten in vier Gruppen zu den verschiedenen Themen. Beim Thema Kundenzufriedenheit wurden 299 Personen befragt, 130 von ihnen online. Sie lobten besonders die inhabergeführten Geschäfte, das Einkaufserlebnis in Lüneburg wurde für „gut“ erachtet, 66,5 Prozent der Befragten würden die Einkaufsstadt Lüneburg weiterempfehlen. Wichtig für die Kunden seien besondere Verkaufsaktionen wie beispielsweise die verkaufsoffenen Sonntage. Die würden allerdings vorrangig Besucher von außerhalb anziehen. Ein Ergebnis, das LCM-Chef Heiko Meyer bestätigte: „Dafür fahren Lüneburger gerne zu den offenen Sonntagen nach Hamburg.“ Eher unwichtig für die Kunden und daher für den Handel nicht lukrativ sei das Mitternachtsshopping.

Auf der Wunschliste der Kunden stünden fünf Punkte ganz oben: längere Öffnungszeiten der Geschäfte an den Sonnabenden und damit einhergehend auch bessere Busanbindungen an den Samstagen, mehr Sitzmöglichkeiten die zum Beispiel mit dem Umbau der Bäckerstraße geschaffen werden könnten , mehr Grünflächen im Zentrum und mehr öffentliche Toiletten. Die Kunden wurden auch gefragt, was sie in der Einkaufsstadt Lüneburg vermissen. Die klaren Antworten: Es fehlten Elektrofachgeschäfte, es gebe zu wenig inhabergeführte Läden und im Gegensatz dazu seien weitere große Marken wie Zara und Mango wünschenswert.

Die Studenten beleuchteten auch die Gastronomie, befragten 288 Lüneburger aus Stadt und Kreis. Jeder der Befragten geht nach eigenen Angaben mindestens einmal wöchentlich aus, der durchschnittliche Verzehr beläuft sich dabei auf 26,44 Euro. Das Geld bleibt vorwiegend für Abendessen in Restaurants. Mehr als die Hälfte der Interviewten legt dabei Wert auf Regionalität und Saisonalität, ist allerdings mit deren Berücksichtigung auf den Speisekarten nur teilweise zufrieden. Die Empfehlungen der Studenten: das Preisniveau herabsenken, eventuell Studentenrabatte bieten, frische und regionale Küche anbieten und mehr Vielfalt auf die Karten bringen.

Die Studenten unterhielten sich auch mit 28 Gastronomen, 67 Prozent sind mit ihrer Geschäftssituation zufrieden. Die Auslastung ihrer Betriebe liegt bei 65 Prozent, wobei die Touristen die größte Kundengruppe stellen. Hier empfehlen die Studenten Zusatzangebote für die auslastungsschwachen Monate und hatten gleich ein Beispiel parat: das ,,LüneDinner in 3 Gängen“ speziell für Lüneburger. Hier würden an einem Abend für rund 100 Leute in Gruppen von je acht Personen Vor-, Haupt- und Nachspeise mit eigens für diesen Abend kreierten Gerichten für rund 25 Euro in drei verschiedenen Restaurants kredenzt.