Aktuell
Home | Lokales | Lüneburg | Die Früchtchen der VitaMinis
Es ist angerichtet! André Schneider und einige VitaMinis zeigen die gesunden Leckereien des Eröffnungsmenüs: (v.l.) Stella, Liv, Emma, Janne, Hannah und Mattis. Foto: t&w
Es ist angerichtet! André Schneider und einige VitaMinis zeigen die gesunden Leckereien des Eröffnungsmenüs: (v.l.) Stella, Liv, Emma, Janne, Hannah und Mattis. Foto: t&w

Die Früchtchen der VitaMinis

jdr Lüneburg. Schokolade, Fruchtgummi, Eis und Co. Leckereien, die Jung und Alt gerne vernaschen. Dass sich davon aber insbesondere Kinder am liebsten rund um die Uhr ernähren würden und gesundes Essen wie frisches Gemüse oder Obst hingegen ablehnen, ist ein Klischee, mit dem die Heiligengeistschule jetzt aufräumt. Entstanden im Rahmen der „Schülerfirma“, einer 13-köpfigen AG aus Dritt- und Viertklässlern, die sich mit den Belangen der Schülerschaft beschäftigt, sorgt die Gruppe „VitaMinis“ nun für nahrhafte Zwischenmahlzeiten. Mit Unterstützung der Lehrer und Eltern erarbeiten sie Rezepte, berechnen die Kosten, organisieren die Lebensmittel, bereiten Snacks zu und verkaufen sie. Lehrerin Kirsi Laczka ist begeistert: „Kinder entwickeln faszinierende Ideen. Es ist inspirierend, ihnen dabei zuzusehen, wie sie sich unbefangen den verschiedenen Aufgaben stellen.“

Bereits vor einigen Jahren hatten Julia Woike (11) und Kai Schüller (11) den Einfall, an der Schule einen Kiosk zu etablieren, der nicht auf den Vertrieb von Süßigkeiten setzt. „Wir fanden es blöd, dass es kein gesundes Pausenessen gibt“, sagt die heutige Fünftklässlerin. Beide engagierten sich in der Schülerfirma und brachten ihre Vision dort vor. Kai erinnert sich: „Frau Laczka und Frau Bonewitz fanden unseren Vorschlag sofort super und haben uns von Anfang an dabei unterstützt, eine Lösung zu finden.“

Zwei Jahre tüftelten Schülerfirma, Förderverein und Schulträger an einem Konzept für die Realisierung. Auf Veranstaltungen wie dem Sommer- oder Herbstfest der Schule wurde Geld gesammelt. Schulleiterin Barbara Geck: „Vor eineinhalb Jahren bewarben wir uns auf die Ausschreibung eines Möbelhauses gesucht wurden Küchentester, die die Einrichtung dann zum halben Preis bekommen sollten. Wir hatten Glück!“

Jetzt wurde die Küche in der früheren Abstellkammer eingeweiht. Kaum klingelt es um 11.30 Uhr zur großen Pause, wimmelt es am geöffneten Fenster des Lädchens schon vor Kunden. Heute gibt es Beeren­smoothies und -muffins für 50 Cent pro Stück. An der Kasse vor dem Fenster händigen zwei VitaMinis gegen je 50 Cent einen Coupon aus, der dann am Kiosk eingelöst werden soll. Laczka verrät: „Verarbeitet wird Saisonales und Regionales. Momentan ist Beerenzeit, daraus lassen sich wunderbare Dinge zaubern.“ Wichtig sei es ihnen, gesundes, leckeres und bezahlbares Essen anzubieten. Darüber hinaus gehe es darum, den Umweltgedanken zu fördern. So fährt Laczka fort: „Wir achten bei den Lebensmitteln darauf, dass sie kurze Transportwege hinter sich haben, und versuchen, uns auf Unverpacktes zu beschränken.“

Die Zubereitung der Speisen findet unter der Regie von Küchenmeister André Schneider statt. Sein Sohn lernt in der dritten Klasse, darum habe er sich berufen gefühlt, das Projekt zu unterstützen. „Das Angebot regionaler Lebensmittel ist in Lüneburg und Umgebung enorm, man fühlt sich wie im Schlaraffenland“, findet der selbstständige Koch.

Die VitaMinis tragen bunte, mit Früchten bedruckte Schürzen. So wie Stella, Geschäftsführerin der Firma, die sich in der Warenausgabe um die Kundschaft kümmert. Die Zehnjährige erzählt: „Wenn ich beschäftigt bin, kommen mir wieder neue Ideen oder Verbesserungsvorschläge.“ Aktuell treffen sich die Mädchen und Jungen ein Mal wöchentlich, um den nächsten Einsatz zu koordinieren. Erfolgt der Verkauf vorerst nur sporadisch, soll er auf lange Sicht etwa zwei Mal pro Monat laufen. Unter den Schülern finden die Snacks bereits jetzt regen Anklang.