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Foto: A./ t&w
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Ernüchterndes Echo auf gute Idee

mm Lüneburg. Seit zwei Jahren läuft die Partyreihe „Straight Edge“ übersetzt bedeutet das soviel wie nüchterner Vorteil. Das Konzept ist angelehnt an die gleichnamige Bewegung aus der Punker-Szene, sie propagiert einen vollständigen Verzicht von Sucht- und Rauschmitteln. Die ehrenamtlich organisierte Partyreihe in Lüneburg umfasst Feiern für Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren in angesagten Clubs ohne Alkohol und Nikotin. Doch weil mit den Partys kaum Geld zu verdienen ist, lässt das Engagement mancher Clubbetreiber nach.

Die nächste Party für Jugendliche findet im Salon Hansen statt. Dessen Geschäftsführer Axel Bornbusch unterstützt die Reihe seit deren Beginn. Er findet sie wichtig, Kommerz sollte hierbei hintenan stehen: „Wir wollen der nachkommenden Generation die Möglichkeit bieten, an einem Ort zu feiern, wo sie sonst noch nicht hin darf“, sagt er. Bornbusch, selbst Familienvater, liegt Präventionsarbeit für Jugendliche in Sachen Alkohol- und Zigarettenkonsum am Herzen. „Sie sollen lernen, sich ohne zu entspannen.“ Für ihn ist die Partyreihe gesellschaftliches Engagement. „Sonst würden wir nicht mitmachen, wirtschaftlich tragen sich die Partys nicht.“

Das Präventionsprojekt läuft seit 2012, es soll die Möglichkeit bieten, gemeinsam zu feiern und Alltagsstress hinter sich zu lassen. Unterstützt wird es vom Stadtjugendring, der Drogenberatungsstelle, der städtischen Jugendpflege und dem Präventionsbeauftragten der Polizei. „Wir hatten in den zwei Jahren mehr als 1000 Gäste. Das zeigt, wie wichtig das Angebot für die Jugendlichen ist“, sagt Lehrerin Bettina Küntzel, eine der ehrenamtlichen Organisatoren. Bisher fanden die Partys alle sechs bis acht Wochen im Salon Hansen statt, sie war auch schon im Vamos zu Gast. Doch hier bestehe aktuell kein Interesse an einer Fortführung.

Doch auch bei den Jugendlichen schwindet offenbar das Interesse. „Am Anfang waren die Partys ein Selbstläufer, doch die erste Generation wächst langsam aus dem Alter. Die Jugendlichen sind jetzt 16 Jahre oder älter“, sagt Küntzel. Es sei schwierig, den Bekanntheitsgrad zu erhöhen, wenn es auf Seiten der Clubs an Unterstützung mangele. An Jugendlichen, die das Projekt in ihrer Freizeit unterstützen, mangle es nicht. „Für uns ist es mehr als ein Präventionsprojekt, wir geben den Jugendlichen Freiräume außerhalb von Familie und Schule“, sagt Mitorganisator Philipp Eising, bis vor kurzem selbst noch Schüler.

Organisatorin Küntzel sieht die Straight-Edge-Partys auch als gute Gelegenheit für junge Nachwuchskünstler, um sich einem Publikum zu präsentieren. „Wir unterstützen immer junge DJs und auch Fotografen.“

Die nächste Straight-Edge-Party läutet die Sommerferien ein. Die „Schools out Party“ findet statt am Freitag, 25. Juli, von 19 bis 24 Uhr im Salon Hansen. Der Eintritt kostet 4 Euro im Vorverkauf (ab Montag, 21. Juli, bei Lilly & Willy Am Sande) und 5 Euro an der Abendkasse. Über den Erlös gleichen die Veranstalter ihre Unkosten aus.