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Einen Ehrendoktortitel an der Leuphana haben erhalten: (v.l.) Professor Michael C. Crow, Professorin Helga Nowotny und Professorin Deborah R. Hensler. Ihnen gratulierte  Uni-Präsident Sascha Spoun. Foto: t&w
Einen Ehrendoktortitel an der Leuphana haben erhalten: (v.l.) Professor Michael C. Crow, Professorin Helga Nowotny und Professorin Deborah R. Hensler. Ihnen gratulierte Uni-Präsident Sascha Spoun. Foto: t&w

Drei neue Doktoren an der Leuphana

mm Lüneburg. Der akademische Tag an der Leuphana Universität setzte jetzt den Schlusspunkt für das aktuelle Semester. Die Universität richtete eine Feier aus, die besuchten mehrere Hundert Gäste. Unter ihnen renommierte externe Wissenschaftler, die an der Uni ihre Ehrendoktorwürde erhielten. Auch Lehrende, Forscher und Studenten wurden ausgezeichnet.

So ein akademischer Tag gilt als Feiertag an vielen Universitäten. An der Leuphana in diesem Jahr besonders, da die Uni auch ihr 25-jähriges Bestehen zelebriert. Manche Universitäten nutzen den Tag zugleich, um hochschulpolitische Entwicklungen und Herausforderungen mit ihren Mitgliedern zu diskutieren, öffnen dann auch ihre Türen für Studiumsinteressierte.

Die Entwicklung an der Leuphana stand im Fokus der Festredner. Lob gab es von Oberbürgermeister Ulrich Mädge, er verdeutlichte: „Nur mit der Uni kann die wirtschaftliche Entwicklung in Lüneburg gelingen. Dafür brauchen wir den Inkubator und die Innovationskraft der Leuphana.“ Die Vorlage nahm Uni-Präsident Sascha Spoun auf: „Die Leuphana ist kein Luftschloss, sondern steht fest in der Region. Wir sehen uns Lüneburg verpflichtet.“

Verpflichtungen gibt es seitens der Leuphana auch, wenn es um den Neubau des Zen­tralgebäudes geht. Die Kostenkalkulation genauso wie der ambitionierte Zeitplan für die Fertigstellung vor 2016 müssen eingehalten werden. Derzeit geht die Hochschule, wie berichtet, von Finanzierungskosten in Höhe von 76 Millionen Euro aus, will davon aber noch 3,7 Millionen Euro einsparen. Landesrechnungshof und Oberfinanzdirektion hingegen rechnen mit Baukosten zwischen 92 und 125 Millionen Euro. Als Protzbau werde das Zentralgebäude verunglimpft, dabei sei es auch von seinem Architekturstil her ein auf die Zukunft ausgerichtetes Gebäude, sagte Spoun.

Mit Themen der Zukunft beschäftigt sich auch Professorin Helga Nowotny. Die europäische Wissenschaftsforscherin, geboren in Wien, gilt als eine der Wegbereiterinnen transdisziplinärer Forschung. Aus dieser Perspektive stellt Helga Nowotny Fragen nach der Produktion von Wissen, das in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft entsteht und von dieser genutzt werden kann. Die Fakultät Nachhaltigkeit der Leuphana verlieh ihr in persona von Dekan Prof. Dr. Daniel Lang die philosophische Ehrendoktorwürde (Dr. phil. h.c.), würdigte so Nowotnys Verdienste auf dem Gebiet der Wissenschaftsforschung.

Gewürdigt mit dem Ehrentitel wurde auch Professor Michael C. Crow, Präsident der Arizona State University, die gilt als die größte öffentliche Universität der Vereinigten Staaten. Mit seiner Vision einer Neuen Amerikanischen Universität hat Michael Crow die Hochschule in den vergangenen Jahren mit zahlreichen inter- und transdiziplinär ausgerichteten Schulen und Zentren fundamental neu ausgerichtet und zu einer der führenden öffentlichen Universitäten des Landes entwickelt. Sein Leitbild ist das einer Universität für die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts ähnlich dem der Leuphana.

Perspektiven gibt auch die Politikwissenschaftlerin Deborah R. Hensler von der amerikanischen Stanford Law School. Die Professorin gilt als eine der weltweit führenden Wissenschaftlerinnen im Bereich der empirischen Rechtsforschung. Durch ihre Forschung ist es gelungen, viele ideologische Grundannahmen hinsichtlich der Arbeitsweise und der Strukturen von Rechtssystemen wissenschaftlich in Frage zu stellen. Mit der Verleihung der rechtswissenschaftlichen Ehrendoktorwürde (Dr. jur. h.c.) würdigte die Fakultät Wirtschaftswissenschaften die wissenschaftlichen Leistungen von Professor Hensler im Bereich der empirischen Erforschung des Rechtssystems.

Ebenfalls ausgezeichnet wurden Universitätsmitglieder. Im Bereich der Lehre sind das:
Dr. Christina Blohm vom Institut für Unternehmensentwicklung für eine spanischsprachige Lehrveranstaltung.
Kai Niebert, Professor für die Didaktik der Naturwissenschaften am Institut für Nachhaltige Chemie und Umweltchemie, für das Seminar „Nachhaltigkeit 2050 Wie sieht ein gutes Leben aus?“.
Ulf Wuggenig, Professor für Kunstsoziologie, und Anika Weinert, Studentische Prodekanin, für eine Lehrveranstaltung in den Kulturwissenschaften.
Forschungspreise erhielten: Prof. Dr. Christian Welzel, Prof. Dr. Christoph Jamme, Prof. Dr. Klaus Kümmerer. Im Bereich der Nachwuchsforschung wurden ausgezeichnet: Dr. Anne Marit Wöhrmann, Anne Hemkendreis und Dr. Basil Bornemann.

Der Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes für ausländische Studenten erhielt Thiago Pécchio Gimenis.
Auch ehrenamtliches Engagement wurde geehrt. Ausgezeichnet wurden das Projekt „The Global Classroom Revitalizing Public Spaces For The Public Good“ sowie das studentische Café „Plan B“.

Zum Abschluss gab es für alle Teilnehmer ein Sommerfest auf der Mensa-Wiese.