Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Küster Hans-Jürgen Stiller, Pastor Ingo Reiman sowie Waldemar Roll und Hatem Hater von der Firma Deckert stehen vor einer Grabplatten, auf der der Vorher-/Nachhereffekt der Trockeneisreinung zu erkennen ist. Foto: jdr
Küster Hans-Jürgen Stiller, Pastor Ingo Reiman sowie Waldemar Roll und Hatem Hater von der Firma Deckert stehen vor einer Grabplatten, auf der der Vorher-/Nachhereffekt der Trockeneisreinung zu erkennen ist. Foto: jdr

Peeling für Grabplatten

jdr Lüneburg. Ungewohnt laut ging es jetzt vor der St.-Johanniskirche zu. Die Quelle des Geräuschs lässt sich jedoch rasch zuordnen: Links neben dem Eingang steht ein Mann im blauen Overall vor einer der historischen Grabplatten und reinigt ihr von Grünbelag verdecktes Antlitz mit einem Trockeneisstrahler.

Waldemar Roll von der Firma Deckert Anlagenbau geht routiniert vor, lässt keinen Winkel aus. Binnen weniger Minuten zeichnet sich bereits ein deutlicher Vorher-/Nachher-Effekt ab, der sich buchstäblich gewaschen hat. Vertriebsleiter Hatem Khater verrät: „Die Trockeneisreinigung ist ein schnelles, vor allem aber sehr schonendes Verfahren. Während andere Strahlsysteme Oberflächen zerstören  nicht zuletzt, weil Schadstoffe zum Einsatz kommen , beseitigen wir nur die Ablagerungen, die sich im Laufe der Zeit auf der Oberfläche niedergelassen haben.“ Das Gerät schieße dabei minus 78 Grad kalte Trockeneispartikel auf die betreffende Stelle. Sprengen diese bereits grobe Verschmutzungen weg, gehe aus den entstehenden Thermospannungen schließlich die eigene Zersetzung der Verunreinigungen hervor.

Hans-Jürgen Stiller zeigt sich begeistert. Bis vor zwei Monaten habe er von der Methode noch nichts gewusst. Doch Kather sei an ihn und Pastor Ingo Reimann herangetreten, um das Verfahren vorzustellen und einen Testdurchlauf vorzunehmen. „Es funktioniert hervorragend“, freut sich der Küster. Reimann ist dankbar: „Zum einen haben wir nun die Möglichkeit, unsere historischen Platten auf der Nordseite, die dem Wetter besonders arg ausgesetzt sind, für die Nachwelt zu sichern. Zum anderen gilt der Firma dafür unser Dank, dass sie uns diese Leistung kostenlos zur Verfügung stellt.“ Der kosmetische Eingriff hätte ansonsten einen vierstelligen Betrag gekostet.