Dienstag , 27. September 2016
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Foto t & wPreisverleihung Hospitz n der Leuphana UniveritŠt

Den Tod ins Leben holen

mm Lüneburg. „Ich möchte nicht, dass nur getrauert wird, wenn jemand stirbt“, sagt Lena Sophie Bickel. Das habe sie schon im Bekanntenkreis erlebt. Die 13-Jährige vom Bernhard-Riemann-Gymnasium nahm teil am Ideenwettbewerb „Verdammt? Der Tod gehört zum Leben dazu“ einem Projekt vom Freundeskreis Hospiz Lüneburg Der ambulante Dienst in Kooperation mit der Zukunftswerkstatt Friedhofskultur, der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade und der Leuphana Universität. Nun wurden die Preisträger für zahlreiche kreative Einsendungen gekürt, Lena Sophie gehörte dazu.

Für die Siebtklässlerin hat der Tod auch seinen Platz im Leben, sie erstellte eine Fotocollage, zeigte den Tod in zahlreichen Facetten im Wasser, am Himmel und im Haus. Auch ein Klingelschild knipste sie, als Name steht darüber Tod. Lena Sophie: „Ich wollte damit zeigen, dass der Tod auch überall da ist, wo man ihn nicht erwartet.“ Zu den Bildern schrieb sie ihre Gedanken auf. Das Projekt beeindruckte die Jury, Lena Sophie bekam den ersten Preis überreicht, einen Gutschein für zwei Theaterkarten ihrer Wahl. Jurorin Manon von Flotow vom Freundeskreis Hospiz lobte „die sehr persönliche Auseinandersetzung mit dem Tod“. Andere Teilnehmer waren aber nicht minder kreativ als Lena Sophie, auch sie erzielten bei der Prämierung in der Uni ordentliche Preise.

So wie Catelin Lühr und Lena M. S. Zusammen überlegten die Achtklässlerinnen des Gymnasiums Scharnebeck, wie sie eine Lokalität für eine Trauerfeier gestalten würden. Ihre Idee dazu: Eine Geburtstagsfeier für Verstorbene inszenieren. Die könne jedes Jahr erneut stattfinden und die Trauergemeinde wieder zusammenbringen. Sie bekamen den ersten Preis in der Kategorie Gruppenprojekte überreicht, einen Ausflug mit jeweils einer Begleitperson ins Miniaturwunderland in Hamburg.

Ebenfalls ausgezeichnet wurden bei den Gruppenprojekten die Schüler Johann Dressler, Jonas Knappe und Benito Strutzberg für ihren Film „Gedanken an den Tod“. Bei den Einzelprojekten erhielt den zweiten Preis die Achtklässlerin Jacqueline Fiegenbaum, als Dritte aufs Treppchen schaffte es Merit Meuers vom Johanneum mit ihrem „Buch des Lebens“.

Alle Ausgezeichneten bekamen zusätzlich zu ihren Prämien auch den Jugend-Bestseller „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green überreicht, vier Buchexemplare spendierte die Buchhandlung Lünebuch. Aus dem Werk, in dem es um die Liebesgeschichte einer todkranken 17-Jährigen mit ihrem gleichaltrigen Freund, ebenfall unheilbar an Krebs erkrankt, geht, lasen die Schauspieler Ute Hannig und Jannik Kahnert. Sie verstanden es, das todtraurige Thema mit Witz und Melancholie zu transportieren, wurden dabei begeleitet von den Hamburger Musikern Henning Stoll am Fagott und Jakob Neubauer mit Akkordeon.