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Bewegung ist das halbe Leben. Das wissen auch die Erzieher aus verschiedenen Einrichtungen des Landkreises, die an dem Rollplan, einer Fortbildungsveranstaltung, teilgenommen haben. Foto: t&w
Bewegung ist das halbe Leben. Das wissen auch die Erzieher aus verschiedenen Einrichtungen des Landkreises, die an dem Rollplan, einer Fortbildungsveranstaltung, teilgenommen haben. Foto: t&w

Bewegung rollt durch das Land

kre Lüneburg. Bewegung tut der Gesundheit gut und fördert nachweislich die Intelligenz schon im frühkindlichen Alter: Deshalb hat das Land vor geraumer Zeit die ,,Qualifizierungsoffensive zur Bewegungserziehung“ gestartet. Doch jetzt ist es die Landesregierung selbst, die sich bewegen muss. In einem Brief an das Kultusministerium äußern Erzieherinnen und Erzieher aus dem Landkreis Lüneburg sowie Schüler der Sozialschule Fachpädagogik an den Berufsbildenen Schulen (BBS III) die Sorge, dass die Fortbildungsveranstaltung ,,Rollplan“ im Projekt ,,Bewegter Kindergarten“ eingestellt wird, da die zuständige Projektkoordinatorin im Ministerium in den Ruhestand geht und die Stelle wohl nicht wieder nachbesetzt werden soll. „Diese Entscheidung bitten wir zu überdenken“ heißt es in dem Schreiben, das die Teilnehmer am Ende der Fortbildungsveranstaltung verfasst haben. Aus gutem Grund, denn sie sind von der ,,großen Praxisnähe und den Schulungsinhalten“ mehr als überzeugt.

Doch worum geht es eigentlich bei diesem Projekt? ,,Es geht um Bewegung, um ganz viel Bewegung“, erläutern die beiden BBS-III-Lehrerinnen Elke Dohrmann und Hildegund Fathmann-Gerdes. Ein Bestandteil des Projektes ,,Bewegter Kindergarten“ ist der ,,Rollplan „.Ein zweifellos ungewöhnlicher Name, der allerdings eines deutlich machen soll, nämlich: ,,Das ein Plan, durch das ganze Land rollen soll, um schon kleine Kinder in Krippe und Kindergarten mit Bewegung vertraut zu machen.“ Dazu haben die Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus 15 Kita-Einrichtungen im Landkreis (zwei kamen sogar aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg) sowie 19 BBS-III-Schüler von Januar bis kurz vor den Sommerferien an einer insgesamt 80-stündigen Fortbildungsveranstaltung teilgenommen. Die Themen reichten von ,,Bewegung beobachten und fördern“ bis hin zu ,,Ringen und Raufen.“ ,,Ich trau mich was Kinder brauchen Risiko“, lautete ein weiteres Fortbildungsmodul. ,,Es geht dabei um ,Bewegungsbaustellen, um Großgeräte, die auch vom Gemeinde-Unfall-Versicherungsverband vorgestellt wurden“, berichten die beiden BBS-III-Pädagoginnen. Das Problem, das die beiden Bildungs- und Erziehungsexpertinnen immer wieder beobachten ist, dass nicht nur Eltern ihre Kinder, sondern auch Erzieher/innen oftmals ihre Schützlinge viel zu sehr behüten. ,,Dabei können Kinder das Risiko, was sie sich zutrauen können und was nicht, ganz gut abschätzen“, sagt Hildegund Fathmann-Gerdes. Übertriebene Fürsorglichkeit habe für viele Kinder zudem fatale Auswirkungen. Nicht nur, dass sie sich selbst weniger zutrauen, ,,auch Koordinationsprobleme, etwa beim Schlagen eines Purzelbaums, und zunehmende Unlust sich zu bewegen, können die Folgen sein.

Doch dem wollen die Erzieherinnen und Erzieher vorbeugen. Und deshalb haben sie am Ende der Fortbildungsveranstaltung den Brief an das Kultusministerium formuliert. Denn sie wissen: Bewegung beginnt zuerst im Kopf!