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Die Waldorfschüler Bendix, Paul, Line und Sitafa aus Wolfsburg präsentierten (v.l.) Karsten Bär, Vorsitzender der Bingo-Umweltstiftung, Frank Corleis, Leiter des Schubz, Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen, Kultusministerin Frauke Heiligenstadt und der SPD-Landtagsabgeordneten Andrea Schröder-Ehlers ihr Wolfs-Brettspiel. Foto: t&w
Die Waldorfschüler Bendix, Paul, Line und Sitafa aus Wolfsburg präsentierten (v.l.) Karsten Bär, Vorsitzender der Bingo-Umweltstiftung, Frank Corleis, Leiter des Schubz, Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen, Kultusministerin Frauke Heiligenstadt und der SPD-Landtagsabgeordneten Andrea Schröder-Ehlers ihr Wolfs-Brettspiel. Foto: t&w

Die mit den Wölfen spielen

mm Lüneburg. „Vor 65 Jahren hätte man hier den letzten erlegten Wolf zur Schau gestellt, jetzt freuen wir uns über seine Rückkehr“, sagte Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. Der Verein setzte zusammen mit dem Schulbiologie- und Umweltbildungszentrum der Hansestadt Lüneburg (Schubz) 2012 die landesweite Bildungsinitiative „Wölfen auf der Spur“ in Gang. Die endete jetzt. Und das nicht spurlos. Denn zum Abschluss wurden die Beiträge des Schüler-Wettbewerbs „Wölfe als Nachbarn!?“ ausgezeichnet.

Daran nahmen in Niedersachsen 21 Kitas und Schulen teil, beteiligt an der Umsetzung der Bildungsinitiative waren acht regionale Umweltbildungszentren. Gefördert wurde das Projekt durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung. Die Siegerprojekte des Wettbewerbs wurden am 28. Juli in der Leuphana Universität vorgestellt und mit Geldgeschenken prämiert.

Gewinner in der Kategorie Sekundarstufe I (5. bis 10. Klasse) ist die Hauptschule Munster mit einer Wolfs-App. „Man kann damit vieles über den Wolf erfahren. Zum Beispiel wo er lebt, wie er aussieht, wie alt er wird und auch was über sein Gebiss“, erklärt der Fünftklässler Stefan. Auch ist auf einer Karte zu sehen, wo in Niedersachsen schon Wolfsrudel entdeckt wurden. Die Applikation können sich Smartphonebesitzer kostenlos unter: www.hauptschule-munster.de/wolf herunterladen. Aber auch andere Schulen waren bei ihrer Auseinandersetzung mit Isegrims Rückkehr nicht minder kreativ.

Bei den Grundschulen teilen sich die Heinrich-Schüren-Schule in Osnabrück und die Waldorfschule Wolfsburg den ersten Platz. Die Waldorfschüler kreierten ein eigenes Brettspiel. Eine Eigenkreation ist auch das Filmprojekt „Wer hat Angst vorm Wolf?“, es zeigt die Geschichte zweier Jungen, die Spuren von Wölfen gefunden haben. Dafür wurde die Hunteschule Wildeshausen in der Kategorie Kita/Förderschule mit dem ersten Preis geehrt. Doch nicht nur die Projekte erhielten eine Auszeichnung, auch die Initiative selbst.

Stellvertretend für die UN-Dekade-Geschäftsstelle nahm Kultusministerin Frauke Heiligenstadt die Auszeichnung der Bildungsinitiative als „UN-Dekade Projekt für Biologische Vielfalt“ vor. „Die Initiative ist wichtig, weil Kinder sich unvoreingenommen ein Bild machen können und sich so an der Diskussion um das Für und Wider der Rückkehr des Wolfes beteiligen. Das Projekt ist auch mit der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung verknüpft“, sagte sie. Die Schirmherrin des Ideenwettbewerbs bemerkte überdies eine große Resonanz für die Initiative. Über 3500 Kinder haben daran teilgenommen. In der Sekundarstufe I führten die Schüler Planspiele durch, dabei sollten sie zu einer gemeinsamen Entscheidung kommen, wie mit der Rückkehr des Wolfes zu verfahren ist. Fünft- und Sechstklässler lernten Wolfshinweise zu sammeln und zu protokollieren, bei Förder- und Kitakindern sollte die Neugierde für den Großsäuger geweckt werden, ihnen wurde zum Beispiel gezeigt, mit welchen Weidetieren Wölfe in Konflikt geraten können.