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Nils Leuenberger, IT-Ausbildungsleiter und Leiter Infrastruktur in der Server-Sicherheitszelle. Sie ist das Gehirn des Klinikums und muss umziehen. Foto: t&w
Nils Leuenberger, IT-Ausbildungsleiter und Leiter Infrastruktur in der Server-Sicherheitszelle. Sie ist das Gehirn des Klinikums und muss umziehen. Foto: t&w

Gehirn des Klinikums zieht um

as Lüneburg. Spätestens im kommenden Frühsommer soll mit dem 44,6 Millionen teuren Erweiterungsbau des Lüneburger Klinikums begonnen werden, der leicht versetzt vor dem „Blauen Planeten“ entstehen soll. Doch bevor die Bagger anrollen können, müssen Container abgerissen sowie bisher genutzte Räume umgesiedelt werden. Das umfangreiche Umzugsprojekt, das wie ein Baukastensystem anmutet, wurde im Klinikum entwickelt. Dazu gehört auch das „Gehirn des Klinikums“, die Server-Sicherheitszelle der IT-Abteilung.

Hinter dem Eingangsgebäude des Klinikums befinden sich derzeit noch in Containern die vorstationäre Sprechstunde der Urologie sowie der Chirurgie und die ambulante Kardiologie. Die Gebäude sollen im Herbst abgerissen werden. Dazwischen ist der IT-Bereich angesiedelt. Eine dicke Stahltür sichert einen Raum, der brandgeschützt, sauerstoffreduziert und klimatisiert ist. In diesem Hochsicherheitstrakt befinden sich die wichtigsten Server des Klinikums. „Diese speichern Abermillionen Daten unseres Krankenhaus-Informations-Systems“, sagt Dr. Michael Moormann, Geschäftsführer der Klinikum GmbH. In diesem Info-System sind unter anderem sämtliche Daten von Patienten mit ausgeklügeltem Datenschutzkonzept sowie die Belegung aller Stationen und OP-Säle aufgenommen. Außerdem enthält es sämtliche Befunde wie zum Beispiel CT- und MRT-Bilder sowie alle Labordaten und darüber hinaus die Leistungsanforderungen für alle Patienten. „Um sicher zu gehen, dass auch im Notfall, wenn es zum Beispiel technische Probleme gibt, das Info-System nicht komplett ausfällt, fahren wir zweigleisig. Es gibt eine Archiv- und eine Sicherheitszelle.“ Damit der Container für den IT-Bereich und die Server-Sicherheitszelle abgerissen werden kann, „bauen wir eine dritte Zelle im Blauen Planeten auf“, so Dr. Moormann. Hört sich einfach an. Doch für den Umzug des elektronischen Gehirns müssen unendlich viele Kabelstränge verlegt werden, sämtliche angeschlossene Gebäude mit ihren einzelnen Kliniken von denen außerdem über Subsysteme Infos auf die Server gehen neu verkabelt werden. Ein kompliziertes Vorhaben, da das Krankenhaus-Informations-System 24 Stunden am Tag an sieben Tagen pro Woche zur Verfügung stehen muss. Externe Experten unterstützen bei dieser hochkomplexen Aufgabe.

Der IT-Bereich, dem zwölf Mitarbeiter angehören, zieht ins Gebäude K, in dem früher die Schule für Pflegeberufe war und das jetzt unter anderem die Büros der Grünen Damen und des Hospizvereins beherbergt. Allerdings muss dort auch erst einmal Platz gemacht werden. Denn zurzeit sind hier auch noch Medizinstudenten untergebracht, die ihr Praktisches Jahr im Klinikum machen. In Absprache mit der Psychiatrischen Klinik Lüneburg (PKL), die wie das Klinikum unter dem Dach der Gesundheitsholding firmiert, werden die Studenten im Haus 24 der PKL untergebracht, das dafür angemietet wird.

Sachen packen heißt es auch für die vorstationäre Urologie, die zum Teil im Ambulanzzentrum Radiologie angesiedelt wird. Die vorstationäre Chirurgie wandert zum Ambulanten Operieren in die erste Etage des Blauen Planeten. Das hat zur Folge, dass sich auch das Umzugskarussell für den Bereitschaftsdienst OP dreht. „Der zieht in die ehemaligen Umkleideräume im Haupthaus, die inzwischen umgebaut wurden. Die Umkleideräume sind nun in der Ebene Minus 1 des Blauen Planeten zentralisiert. Dort war früher das große Hand-Archiv. Da die Akten inzwischen digitalisiert wurden, stand dieser Raum zur Verfügung“, sagt Dr. Moormann.

Die ambulante Kardiologie zieht ebenfall ins Hauptgebäude. Im Zuge der einzelnen Bauabschnitte des Erweiterungsbaus wird sich das Umzugs-Karussell weiter drehen. Voraussichtlich 2018 soll das Gebäude fertig gestellt sein.