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Der Neubau der Wandrahmbrücke ist unumgänglich, 2016/2017 soll er erfolgen. Kosten: rund sechs Millionen Euro. Foto: t&w
Der Neubau der Wandrahmbrücke ist unumgänglich, 2016/2017 soll er erfolgen. Kosten: rund sechs Millionen Euro. Foto: t&w

Politik reibt sich an Brücke auf

as Lüneburg. Bereits im vergangenen Dezember hatte die Bauverwaltung angekündigt, dass ein Neubau der maroden Wandrahmbrücke unumgänglich sei. Der Baustart ist für 2016/2017 geplant. Die CDU kam daraufhin ins Grübeln. In einer Anfrage zum Rat wollte sie wissen, ob die Verantwortlichen im Rat nicht schon früher hätten erkennen müssen, dass die Brücke in einem desolaten Zustand ist. Fraktionschef Niels Webersinn hakte nach: Welche Untersuchungen seien bei einer Instandsetzung vor sieben Jahren erfolgt und mit welchen Ergebnissen? Hätten die Verantwortlichen in der Verwaltung nicht damals schon erkennen müssen, in welch schlechtem Zustand die Brücke ist?

Stadtbaurätin Heike Gundermann stellte klar: 2006 gab es keine Instandsetzung, nur eine Kappenverbreiterung. Sie lieferte einen Überblick zum Zustand und zu Untersuchungen der Brücke in den vergangenen elf Jahren.

2003 hatte es eine sogenannte Hauptbauwerksprüfung der Brücke mit der Zustandsnote 2,7 gegeben. Erst bei einer Zustandsnote von 4,0 sei Handeln angesagt. Aus den damals aufgeführten Schäden im Prüfbericht ließ sich die schlechte Bausubstanz der Brücke noch nicht erkennen, lediglich Risse an der Unterseite seien dokumentiert gewesen, erklärte die Stadtbaurätin. Doch die Risse vergrößerten sich, waren 2009 Anlass für eine Sonderprüfung. Die Zustandsnote war nun 3,4. Daraufhin wurde die Brücke im Rahmen einer Schadensanalyse genauer untersucht. Das Ergebnis, knapp gefasst: Der Spannstahl der Brücke ist korrosionsgefährdet. Es erfolgten zusätzliche Materialuntersuchungen der Spannglieder sowie weitere statische Berechnungen. Unterm Strich ergaben diese, dass die Brücke nur noch kurzfristig standsicher ist und durch einen Neubau ersetzt werden muss. Um sicher zu gehen, dass die Brücke hält, „sind jährlich wiederkehrende Sonderuntersuchungen die Konsequenz“, erläuterte die Stadtbaurätin. Für 2014 seien inzwischen Mittel für die Planung eingestellt, 2016/2017 soll der Neubau erfolgen.

Wolfgang Kuhn (CDU) ließ nicht locker: Bereits 2010 habe der damalige Fachbereichsleiter Straßen- und Ingenieurbau im Bauauschuss erklärt, dass es Risse in der Unterseite der Brücke gebe, der Spannstahl korrosionsgefährdet sei. Die Planungskosten damals: 200000 Euro. Passiert sei aber nichts. 2013 habe dann die Fachbereichsleiterin Uta Hesebeck erklärt, die Brücke müsse erneuert werden. Inzwischen gebe es an der Unterseite der Brücke herausgebrochene Betonstücke. Und im Etat seien nun für 2014 und 2015 Planungskosten von insgesamt 300000 vorgesehen. „Überrascht“ von der CDU-Anfrage zeigte sich Klaus-Dieter Salweski (SPD). Denn bereits im Rahmen der Etatberatungen im November habe Hesebeck ausführlich zum Zustand der Brücke und den Maßnahmen vorgetragen.