Dienstag , 27. September 2016
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Nach Klage von Anwohnern legt Stadt aktualisierten Bebauungsplan Wittenberger Bahn vor. Foto: t&w
Nach Klage von Anwohnern legt Stadt aktualisierten Bebauungsplan Wittenberger Bahn vor. Foto: t&w

Statt lauter soll es leiser werden

as Lüneburg. Der Bebauungsplan für das Neubaugebiet Ilmenaugarten auf dem Areal der ehemaligen Wittenberger Bahn wurde im März 2013 rechtskräftig. Daraufhin legten die Investoren um Manfred Schulte mit Abrissarbeiten los, ließen das Gelände nach Blindgängern absuchen und sie entschärfen oder sprengen. Doch nur wenige Monate nach Inkraftreten des Plans erhoben Bürger, die vis-à-vis der Bahnstrecke im Blümchensaal und am Deutsch Evern Weg wohnen, eine Normenkontrollklage beim Lüneburger Oberverwaltungsgericht (OVG). Der Grund: Sie befürchten durch das Neubaugebiet eine zusätzliche Lärmbelästigung. Im April 2014 setzte das Gericht den Bebauungsplan außer Kraft, allerdings mit der Option, dass die Stadt den Plan nachbessern könne. Das ist inzwischen geschehen. Den Auslegungsentwurf des überarbeiteten Bebauungsplanes muss nun der Bauausschuss am heutigen Montag beschließen. Die Sitzung beginnt um 15 Uhr im Traubensaal des Rathauses.

Wie berichtet, sollen auf dem Areal zwischen Altenbrückertorstraße, Pirolweg, Nord-Süd-Strecke der Bahn und Lösegraben rund 300 Wohnungen entstehen. Die Antragsteller der Normenkontrollklage befürchten, dass die sogenannte Riegelbebauung, die dort geplant ist, den vorhandenen Bahnlärm in Richtung ihrer Häuser im Bereich Blümchensaal/Deutsch Evern Weg reflektieren und verschlimmern könnte. Auch der Verkehr werde aus ihrer Sicht um rund 1000 Fahrzeuge pro Tag zunehmen und für mehr Lärm sorgen. Das OVG folgte dieser Argumentation. Die Richter nahmen in ihrer Entscheidung auch auf die aktuelle Lage Bezug: Ein von der Stadt eingeholtes Gutachten habe zwar ergeben, dass die zusätzliche Lärmzunahme akustisch nicht wahrnehmbar sei, allerdings habe die Stadt in ihrer Abwägung nicht ausreichend berücksichtigt, „dass die Lärmbelastung der Antragsteller bereits jetzt nachts oberhalb der Schwellenwerte für eine Gesundheitsgefährdung liegt. In einem solchen Fall sind auch geringfügige zusätzliche Belastungen von Bedeutung.“

Die Stadt hat nun den Bebauungsplan um zwei schallgutachterliche Stellungnahmen ergänzt. Stadtbaurätin Heike Gundermann erklärte: „Die Bedenken und Befürchtungen der betroffnen Anlieger wurden sehr ernst genommen. Mit Hilfe des Gutachters wurde nach zufriedenstellenden Lösungen gesucht. Es wird nachgewiesen, dass auch unter dem ausdrücklichen Ziel der Schaffung von stadtnahem Wohnraum die Stadt Lüneburg alles getan hat, um zusätzliche Belastungen für die Anlieger zu vemeiden. Teilweise wird durch den Einbau von lärmminderndem Asphalt sogar eine Verbesserung der Situation gegenüber dem heutigen Zustand erreicht. Und auch Schallreflektionen lassen sich so weit mindern, dass sie im Gutachten zwar rechnerisch noch nachweisbar, praktisch aber nicht wahrnehmbar sind.“