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Im Hanseviertel entstehen eine neue Kita und ein Stadtteilhaus. Das ehemalige Offizierscasino wird momentan umgebaut. Foto: jco
Im Hanseviertel entstehen eine neue Kita und ein Stadtteilhaus. Das ehemalige Offizierscasino wird momentan umgebaut. Foto: jco

Handwerker klotzen ran

ahe/sp/lk Lüneburg. Während die einen verschnaufen, kommen die anderen gerade in den Sommerferien in der Schule erst richtig ins Schwitzen. Stadt und Landkreis nutzen die unterrichtsfreie Zeit traditionell, um Schulgebäude auf Vordermann zu bringen. Schließlich stören lärmende Bohrmaschinen und ständiges Hämmern aktuell keine Mathe-Klausuren und Vokabeltests. Die LZ gibt einen Überblick, wo aktuell Handwerker fleißig sind. Viele Millionen werden verbaut. Nicht alle Arbeiten werden ausschließlich in den Sommerferien laufen, mancherorts wird schon seit Monaten gestrichen und gebohrt, andernorts ziehen sich die Modernisierungen bis weit ins neue Schuljahr hinein.

Die dicksten Brocken in den städtischen Schulen stehen in der Igelschule in Hagen und in der Dauerbaustelle Herderschule an. Die Igelschule startet ab Sommer mit dem Ganztagsschulbetrieb. Dafür wird das Dachgeschoss ausgebaut und ein Nottreppenhaus aus Stahl errichtet. Außerdem lässt die Stadt neue Türen sowie Linoleumboden und Akustikdecken einbauen. Der nicht mehr benötigte Schornstein wird abgerissen, Malerarbeiten stehen an. Kostenpunkt: rund 2 Millionen Euro. Daneben soll auch die Heizungsanlage sowie die zugehörige Mess-, Schalt- und Regeltechnik komplett erneuert werden. Dafür werden zusammen noch einmal rund 150000Euro fällig. An der Herderschule geht die Schadstoffsanierung voran. In der Sporthalle steht zudem der vierte Bauabschnitt an, die Spielfläche wird überarbeitet. Die Arbeiten am Gebäude und in der Sporthalle belaufen sich zusammen auf rund 1,25 Millionen Euro.

In den Sporthallen der Schule Im Roten Felde und des Johanneums lässt die Stadt die Beleuchtung auf energie- und kostensparende LED-Technik umrüsten, nimmt dafür 200000 Euro in die Hand. Eine ebenso große Summe fließt in den Ausbau der bisherigen Hauptschule Stadtmitte zur Oberschule: Malerarbeiten in Klassenräumen sind vorgesehen, ebenso der Einbau weiterer Brandschutzelemente im Treppenhaus und in der Aula, außerdem benötigt die Schule zum Teil neue Möbel und Beamer.

Einige neue Möbel gibt es auch für die Schule Lüne. Außerdem werden Klassenräume und Turnhallenbereich schadstoffsaniert. Neben Elektro- und Modernisierungsarbeiten stehen der Einbau von Akustikdecken und Sicherheitsglas für Klassenräume sowie von Brandschutztüren und Kabelkanälen auf dem Plan. Kosten: rund 150.000 Euro. Ebenfalls für rund 150000 Euro werden an der Johannes-Rabeler-Schule die Toilettenanlagen saniert, außerdem wird ein behindertengerechtes WC eingebaut.

An der Wilhelm-Raabe-Schule lässt die Stadt für rund 100000 Euro die elektroakustische Pausen- und Meldeanlage sowie das Pinnwand-System runderneuern. An der Grundschule Kreideberg werden vor allem Kanalanschlüsse saniert. Kosten: rund 66000 Euro. Im Johanneum geht die Schadstoffsanierung voran, ein naturwissenschaftlicher Raum erhält eine neue Decke sowie Beleuchtung, auch das Flachdach darüber wird saniert für zusammen rund 50000 Euro.

Dickster Brocken für den Landkreis ist das Schulzentrum Scharnebeck, wo in den Ferien der sechste Bauabschnitt der Sanierung beginnt. Betroffen ist der Gebäudetrakt, der Oberschule und Gymnasium verbindet. Die Arbeiten ziehen sich über insgesamt ein Jahr und verschlingen rund 2,5 Millionen Euro. Andrea Wiermann, stellvertretende Fachdienstleiterin der Gebäudewirtschaft, hat dazu eine gute Nachricht: „Wir können während der Ferien die ersten fünf Container wieder abbauen.“ In den letzten Zügen liegen die Bauarbeiten für die IGS und die neue Mensa im Schulzentrum Embsen, mit Abschluss der Arbeiten wird der Kreis dort seit April vorigen Jahres 2,25 Milllionen Euro investiert haben. Bis zu 170 Schüler werden beim Essen gleichzeitig einen Platz finden in dem 680 Quadratmeter großen Neubau. Die Modernisierung des Erdgeschosses im Hauptgebäude und die Verbesserung des Brandschutzes im Gymnasium Oedeme neigen sich ebenfalls dem Ende entgegen, im September soll die 1,83Millionen Euro teure und mehr als ein Jahr dauernde Schönheitskur abgeschlossen sein. Auf der anderen Straßenseite, im sogenannten Schulzentrum Oedeme Süd verschlingen Brandschutzmaßnahmen und die Modernisierung eines Klassentraktes bis Oktober zusammen rund 1 Million Euro.

Auch in den Berufsschulen sind die Handwerker fleißig: An der BBS I werden Bodenbeläge erneuert und sogenannte Lernbüros mit EDV-Vernetzung eingerichtet, im Oktober dann noch mehr Fahrradabstellplätze geschaffen macht zusammen 110000 Euro. Rund 790000 Euro werden in der BBS II verbaut. Neben Fassadensanierungen, der Einrichtung eines Elektrolabors und der Modernisierung des EDV-Netzes werden im Zuge der Inklusion zwei Behinderten-Toiletten, ein Aufzug und Rampen geschaffen. Für die Sanierung und die verbesserte Technik-Ausstattung der Hauswirtschaftsküche der BBS III kalkuliert der Kreis mit 150000 Euro und einer Bauzeit bis November.

In der Oberschule Adendorf bekommen die Holzfenster einen neuen Anstrich. Kosten: 12000 Euro. Im Schulzentrum Bleckede werden zwei Gruppenräume eingerichtet macht 25000 Euro. Mit 13000 Euro rechnet der Kreis für den neuen Anstrich und Bodenbelagsarbeiten in der Oberschule Dahlenburg.

Investitionen in Kitas und neues Stadtteilhaus
Bei den Kindertagesstätten legt die Stadt den Schwerpunkt auf zwei Einrichtungen: Die Kita Stadtmitte bekommt für drei Gruppenräume Akustikdecken, ein weiterer Gruppenraum war bereits Anfang des Jahres damit versehen worden. Bis zum Jahresende soll außerdem die Neugestaltung des Außengeländes komplett abgeschlossen werden, Eltern hatten hier viel mitgeplant und angepackt. Kosten für die Arbeiten innen und außen: rund 54 000 Euro. Die Kita/Krippe Hanseviertel nähert sich mit großen Schritten der Inbetriebnahme zum Jahresanfang 2015. Das ehemalige Offizierscasino der Schlieffenkaserne wird im Obergeschoss zu einer Kindertagesstätte für zwei Krippen-Gruppen und eine Kita-Gruppe ausgebaut. Im Erdgeschoss entstehen Räume für ein Stadtteilzentrum, Eröffnung ist voraussichtlich Mitte 2015. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude wird komplett umgebaut, erhält einen Fahrstuhl sowie zusätzliche Toiletten im Erdgeschoss, auch die vorhandene Küche wird saniert. Die Kosten kalkuliert die Stadt mit insgesamt 2 Millionen Euro, davon fließen etwa 350 000 Euro als Zuschuss für die Krippe von Bund, Land und Landkreis. Als Betreiber für die Kita wurde inzwischen unter sieben Bewerbern der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis ausgewählt.