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Ana aus Brasilien und Miroslav aus Tschechien genießen die Zeit in Lüneburg zusammen mit den anderen Teilnehmern der Sommeruniversität, die zum 13. Mal an der Leuphana Universität durchgeführt wird. Foto: t&w
Ana aus Brasilien und Miroslav aus Tschechien genießen die Zeit in Lüneburg zusammen mit den anderen Teilnehmern der Sommeruniversität, die zum 13. Mal an der Leuphana Universität durchgeführt wird. Foto: t&w

Austausch bei Grammatik und Bier

us Lüneburg. Albanien, Ecuador, Israel, Russland, Brasilien, Kasachstan, Mexiko oder auch Burkina Faso die Liste mit den Teilnehmern an der Internationalen Sommeruniversität (ISU) ist lang und beeindruckend international. Insgesamt 58 Studenten aus 26 Ländern sind Anfang August nach Lüneburg gekommen, hier an der Leuphana lernen sie Deutsch, bessern ihre Sprachkentnisse auf und knüpfen neue Kontakte. „Neben dem Spracherwerb stehen das Kennenlernen und der Austausch untereinander mit an vorderster Stelle“, berichtet Sarah Bich. Als Mitarbeiterin im International Office der Leuphana kümmert sie sich um den reibungslosen Ablauf der Sommeruniversität, sie weiß um die Interessen der jungen Teilnehmer.

100 Stunden Deutsch stehen während der vier Wochen auf dem Programm. Während andere Studenten ihre Semesterferien an den Stränden und Urlaubszielen dieser Welt genießen, büffeln die ISU-Teilnehmer von montags bis freitags je vier Stunden in eigens für sie entwickelten Sprachkursen. „Vom Intensiv-Kursus für Anfänger bis zum Oberstufen-Kursus ist für jeden etwas dabei“, sagt Sarah Bich. Hinzu kommen am Nachmittag Vorträge über Naturschutz in Deutschland, Soziale Gerechtigkeit oder auch über die thermische Batterie, alles natürlich auf Deutsch.

Doch es geht auch weniger akademisch zu. Regelmäßig steht Beachvolleyball auf dem Programm, gespielt wird auf der Mensawiese gleich neben den Lehrräumen auf dem Campus. Es gibt Filmabende, Ausflüge nach Hamburg, Lübeck und Travemünde, einen gemeinsamen Kneipenabend in der ersten Woche zum Kennenlernen und eine historische Stadtführung durch Lüneburg. An diesem Wochenende wurde eine Fotorallye durch die Hansestadt organisiert, „dort werden dann auch Dinge in den Blick genommen, die nicht auf Anhieb ins Auge fallen, so zum Beispiel die Stolpersteine“, sagt Nina Voß. Die Leuphana-Studentin lebt seit fünf Jahren in Lüneburg, als Tutorin für die Sommeruniversität arbeitet sie das Freizeitprogramm aus.

„Es macht Spaß“, freut sich Ana Beatriz Rodriguez Nunes. Die aus Sao Paulo stammende Brasilianerin ist schon eine Woche früher angereist, sie wollte sich in Ruhe Lüneburg anschauen, am Sonntag war sie in Hamburg. Die 22-jährige Architektur-Studentin spricht schon recht gut Deutsch, kein Wunder, sie hat die Sprache elf Jahre in der Humboldt-Schule in Sao Paulo gelernt, „meine Mutter arbeitet auch dort“, ergänzt sie. Ana ist eine von sechs Brasilianerinnen, die sich hier erst in Lüneburg kennengelernt haben. „Wir suchen aber auch den Kontakt zu den anderen Teilnehmern und sprechen viel Deutsch“, sagt sie. Nach der Sommeruniversität wird sie noch ein gutes Jahr in Lüneburg bleiben, im Oktober studiert sie hier als Austauschstudentin Umweltwissenschaften, danach geht es dann zurück nach Sao Paulo, wo der Bachelor-Abschluss auf sie wartet.

„Konstruktion von Verbrennungskraftmaschinen.“ Das deutsche Begriffsungetüm kommt Miroslav Bárta erstaunlich leicht über die Lippen. Der 26-jährige Tscheche aus Liberec, „dem früheren Reichenberg“, wie er ergänzt, hat schon ein Jahr in Braunschweig studiert, „aber als ich wieder zu Hause war, ist mein Deutsch wieder schlechter geworden“. Er entschloss sich daher, an der Sommeruniversität teilzunehmen, auch auf Empfehlung seiner Freundin, die im vergangenen Jahr hier war. Lüneburg kennt er noch aus der Braunschweig-Zeit, damals hatte er einen Tagesausflug in die Hansestadt gemacht, „die zwar klein, aber sehr schön ist“. Seine Deutschkenntnisse hofft der Maschinenbauer nach seinem Master-Abschluss auch einmal in Deutschland einsetzen zu können: „Hier werden viele Autos gebaut, vielleicht habe ich ja Glück mit einem Job.“

Noch gut zwei Wochen ist Lernen und Kennenlernen angesagt, Ende August geht es dann für die meisten wieder zurück in die Heimat.