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Foto: A./t&w
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Eine zweite Chance

kre Lüneburg. Bildung ist ein Menschenrecht. Bildung kostet aber auch Geld. Wer weiß das besser als Winfried Harendza und Dr. Christoph Wiesenfeldt. Die beiden sind die Kuratoren des VHS-Bildungsfonds. Vor fünf Jahren wurde der ins Leben gerufen, um Menschen finanziell zu unterstützen, die einen Alphabetisierungskursus an der VHS besuchen oder ihren Schulabschluss nachholen möchten. Das Besondere an dem Fonds: Er finanziert sich komplett durch Spenden. ,,Rund 160 junge Männer und Frauen konnten wir in den vergangenen fünf Jahren unterstützen und ihnen so einen schulischen Abschluss ermöglichen“, freuen sich Wiesenfeldt und Harendza. Noch beeindruckender ist diese Zahl: Mit 120000 Euro konnte der Bildungsfonds die Teilnehmer unterstützen, die sich den Schulbesuch an der Volkshochschule sonst nicht hätten leisten können.

Nun ist es allerdings nicht so, dass der Bildungsfonds die kompletten Kosten des Kurses übernimmt: Einen gewissen Eigenanteil je nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit müssen auch die tragen, die finanziell knapp bei Kasse sind. Aus gutem Grund: ,,Damit der Spruch, was nichts kostet, ist auch nichts wert erst keine Gültigkeit bekommt“, erklärt Harendza schmunzelnd.

Der ehemalige Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes könnte eigentlich seinen wohlverdienten Ruhestand genießen. Genauso wie sein Mitstreiter, der pensionierte Superintendent Dr. Christoph Wiesenfeldt. Dass sich die beiden Männer trotzdem mit ganzem Herzen für die Verlierer des deutschen Bildungssystems einsetzen, ist nicht nur mit dem beruflichen Hintergrund der beiden zu begründen: ,,Nicht jede Bildungsbiographie verläuft geradlinig“, wissen die beiden: ,,Schicksalsschläge, Krankheiten oder finanzielle Engpässe können in die Sackgasse führen, aus denen der einzelne nicht mehr herausfindet.“ Hier setze die Arbeit des VHS-Bildungsfonds an. ,,Es ist erschreckend zu sehen, wie hoch die Zahl derer ist, die kaum oder gar nicht lesen und schreiben können“, sagt Harendza.

Umgekehrt ist es für die beiden Kuratoren motivierend zu erleben, wie Menschen, die das Bildungssystem schon abgeschrieben hatte, doch noch die Kurve kriegen. ,,Der beste Schüler des Realschulkurses war ein von uns geförderter Teilnehmer“, nennt Harendza ein Beispiel. Und darum geht es doch: Menschen eine qualifizierte Ausbildung zu ermöglichen.

Wer den VHS-Bildungsfonds unterstützen will, kann dies mit einer Spende tun: Auf das Konto des VHS-Bildungsfonds bei der Sparkasse Lüneburg; IBAN: DE 61 240 5011 000 000 88 146.