Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Jörg Sander wohnt an der Konrad-Adenauer-Straße. Er ist der Ansicht, dass sein Haus unter dem Lkw-Verkehr leidet, weil die Fahrbahn uneben sei. Die Stadt solle die Straße sanieren. Foto: ca
Jörg Sander wohnt an der Konrad-Adenauer-Straße. Er ist der Ansicht, dass sein Haus unter dem Lkw-Verkehr leidet, weil die Fahrbahn uneben sei. Die Stadt solle die Straße sanieren. Foto: ca

„Laster rumpeln mein Haus kaputt“

ca Lüneburg. Für Jörg Sander ist die Sache klar: Die Schäden an seinem Haus hat der Verkehr verursacht, Wellen auf der Konrad-Adenauer-Straße würden dafür sorgen, dass Lastwagen über den Asphalt rumpeln, die daraus resultierenden Erschütterungen sein Haus wackeln lassen. An einem Vormittag will der 51-Jährige binnen sechs Stunden 231 Laster gezählt haben. Er zeigt Risse im Mauerwerk, in einem Fenster, Schäden am Tritt vor der Haustür. Und er sei nicht alleine mit der Malaise, auch die Häuser seiner Nachbarn seien quasi Verkehrsopfer.

Zigmal habe er sich schon an die Stadt gewandt, doch die handle nicht. Obwohl ihm beim Hauskauf 1999 etwas anderes zugesagt worden sei. Das Gebäude habe er übrigens von der Stadt erworben. Die Verwaltung kommt zu einer anderen Einschätzung. Die Verbindung Lkw-Gerumpel und Schäden am Haus sei nicht so einfach herzustellen.

Sander ärgert sich. Es würden Hunderttausende investiert, um in Kaltenmoor Straßen umzubauen und zu erneuern. „Aber für die 200 Meter zwischen der Abfahrt nach Kaltenmoor und dem Deutsch-Evern-Weg ist kein Geld da“, moniert er. Dabei sei die Fahrbahn schwer beansprucht: Viele Lkw-Fahrer würden lieber über die Konrad-Adenauer-Straße mit vergleichsweise wenigen Ampeln fahren, als sich über die Dahlenburger Landstraße zu quälen, wo sie alle paar Meter das nächste Rotlicht zum Zwischenstopp zwinge.

Im Rathaus macht Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck Sander keine Hoffnungen auf baldige Veränderungen. Zwar gebe es durchaus Spurrinnen, doch die Konrad-Adenauer-Straße sei in einem vergleichsweise guten Zustand. Bei Tempomessungen in der Vergangenheit habe sich zudem ergeben, dass sich rund 85 Prozent der Autofahrer an die vorgegebene Geschwindigkeit von 50 km/h hielten. Überschreitungen lägen zumeist bei rund zehn km/h. Zwar wohne Sander an einer Hauptverkehrsstraße, doch dies sei schon so gewesen, als er dort hinzog. Zum Vergleich nennt die Pressesprecherin Zahlen aus anderen Straßenzügen: Über die Konrad-Adenauer-Straße rollen täglich 10000 Fahrzeuge, über die Dahlenburger Landstraße sind es 18000 und auf dem Stadtring seien es sogar rund 30000.

Woher die sichtbaren Schäden an Sanders Haus kommen, bleibt unbelegt. Klar ist nur, dass in absehbarer Zeit keine Bauarbeiter anrücken, um den Asphalt auf dem Straßenabschnitt zu sanieren. Im Rathaus stehen andere Straßenzüge auf der Prioritätenliste.