Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Stefanie Lüdtke ist an der Lüneburger Universität Koordinatorin für das Zulassungsverfahren. Foto: jco
Stefanie Lüdtke ist an der Lüneburger Universität Koordinatorin für das Zulassungsverfahren. Foto: jco

Gutes Abi allein reicht nicht +++ mit original Beispielaufgaben für den Selbsttest

jco Lüneburg. Mies in Mathe, mittelprächtig in Bio und Latein, gut immerhin in Deutsch und Englisch: Wer mit einem mittelmäßigen Abitur die Schule verlässt, hat meist schlechte Karten: Denn die meisten deutschen Universitäten wählen ihre Studenten nach dem Notendurchschnitt im Reifezeugnis aus. In Lüneburg zählen nicht allein die erreichten Punkte in der Oberstufe, ob der jeweilige Bewerber einen Studienplatz bekommt, die Leuphana sichtet Kandidaten in einem nach eigenen Angaben bundesweit einzigartigen Verfahren. Dafür kommen nun an sechs Tagen mehr als 2700 Studienbewerber nach Lüneburg, um mit dem Zulassungstest die erste Hürde zu nehmen.

„Wir wollen die standardisierten und gängigen Zulassungskriterien erweitern“, erklärt Stefanie Lüdtke. Sie ist die Koordinatorin für die Tests und die anschließenden Zulassungsgespräche am Leuphana College. „Denn so können wir über die Abiturnote hinaus auch andere relevante Dinge berücksichtigen.“ Deshalb sei das Zulassungsverfahren an der Leuphana in zwei Stufen unterteilt. In der ersten Stufe werde die Abiturnote in ein Punktesystem umgerechnet. Eine 1,0 ergebe 30 Punkte, eine 1,1 dann 29 Punkte. „Dazu rechnen wir außerschulisches Engagement mit weiteren Punkten an, zum Beispiel sportliche Erfolge, eine abgeschlossene Berufsausbildung oder die Tätigkeit als Schulsprecher.“ Doch auch eher ungewöhnliche Dinge werden mit Punkten honoriert, zum Beispiel ein Amt als Landtags- oder Bundestagsabgeordneter, Preise bei olympischen Wettkämpfen oder die eigene Unternehmensgründung. „Die ersten 25 Prozent der freien Plätze werden jetzt schon mit den besten Bewerbern belegt“, sagt Lüdtke.

In der zweiten Stufe des Zulassungsverfahrens folgen Einladungen zu einem Gespräch oder einem zweieinhalbstündigen Test. „Das Gespräch führen nur Bewerber für Umweltwissenschaften und das Studium Individuale, den Test aber muss jeder durchlaufen“, erklärt die Koordinatorin. Und dieser Test ist für alle Bewerber gleich, unterteilt in drei Sparten: Zusammenhänge analysieren, Strukturen erkennen und Sprache spezifisch verwenden. „So können wir die Studierfähigkeit aller Bewerber gleichermaßen testen. Denn gefragt ist hier kein fachspezifisches Vorwissen, sondern lediglich die kognitiven Kompetenzen.“

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Daniel Friedrich (23) aus Lüneburg: „Ich habe absolut keine Ahnung, wie ich abgeschnitten haben soll“, sagt Daniel Friedrich. „Der Test war anspruchsvoll und wirklich kompliziert.“ Die Leuphana-Universität ist für den Lüneburger die erste Wahl. „Das wäre für mich am bequemsten, ich habe hier Freunde und Familie und müsste nicht umziehen. Lüneburg ist ja auch eine schöne Stadt, mich zieht hier nichts weg.“ Offen sei er dennoch für andere Städte, der 23-Jährige hat sich unter anderem auch in Oldenburg, Bremen und Hannover beworben. Da seien die Bewerbungsverfahren auch wesentlich einfacher gewesen. Trotzdem schätzt Daniel die Möglichkeiten, die sich ihm mit dem Zulassungstest der Leuphana bieten. „Mit dem Test kann ich ja nur weitere Zusatzpunkte sammeln.“

 

4459067 Gerade erst 19 Jahre alt geworden und das Abitur gemacht, hatte Annika Hampe aus Burgdorf bei Hannover noch keine Möglichkeit, ein Freiwilliges Soziales Jahr oder eine Ausbildung zu machen. Trotzdem sieht sie klare Vorteile in dem Zulassungsprinzip der Leuphana. „So werden eben nur die Leute zugelassen, die auch wirklich hierher passen.“ Für die Bewerberin aus Burgdorf lief es sogar richtig gut. „Bis auf die sprachliche Sparte, die war ziemlich verwirrend. Da musste ich mich schon sehr stark konzentrieren.“ Annika Hampe würde sich freuen, wenn sie ab dem kommenden Wintersemester in Lüneburg wohnen könnte. „Die Leuphana hat einen guten Ruf. Außerdem liebe ich Hamburg. Von Lüneburg aus ist es ja nicht weit.“ Auf die Universität aufmerksam geworden ist sie durch eine Bekannte, die bereits an der Leuphana studiert. „Die ist ganz begeistert. Und der BWL-Studiengang hier hat mich auch sehr angesprochen.“

 

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Durchwachsen sei es gewesen, bilanziert Clemens Hofmann (22) aus Hamburg: „Vor allem der Teil, in dem wir Sprachen erkennen sollten, war schwierig. Ich habe in der Schule nur Französisch gelernt, und das nicht mal besonders gut.“ Selbst einschätzen könne sich der 22-Jährige gar nicht. Der Hamburger will möglichst nah an seiner Heimatstadt bleiben. „Die kurze Distanz ist natürlich super. Außerdem kenne ich hier schon viele Leute und sowohl der Campus als auch das Studienangebot gefallen mir wirklich gut.“ Trotz der Bedenken beim Zulassungstest empfindet Clemens diese Aufnahmeprüfung als „absolut fair, so erhalten auch einmal andere Bewerber die Möglichkeit auf einen Studienplatz“. Auch seine eigenen Aussichten stünden wesentlich besser, denn er hat bereits ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Behinderten-Tagesförderstätte und eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann gemacht – das sichert Punkte.

Wer seine eigenen Chancen auf einen Studienplatz an der Leuphana einmal testen möchte, kann das auch mit den Original-Testaufgaben:

Beispielaufgaben Zulassungstest Leuphana Juni 2011

(Quelle: www.leuphana.de)