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Ein unvergesslicher Blick über die Stadt an einem unvergesslichen Tag: Als frisch Vermählte stiegen Wiebke und Finn Schober gestern auf die Aussichtsplattform des Wasserturms. Foto: t&w
Ein unvergesslicher Blick über die Stadt an einem unvergesslichen Tag: Als frisch Vermählte stiegen Wiebke und Finn Schober gestern auf die Aussichtsplattform des Wasserturms. Foto: t&w

Heiraten mit grandioser Aussicht

as Lüneburg. Die Stadt Lüneburg lag ihnen am Donnerstag zu Füßen: Auf der Plattform des Lüneburger Wasserturms stießen Wiebke (22) und Finn Schober (27) mit Familie und Freunden als frisch Vermählte an. Die Trauung geht in die Annalen des Lüneburger Standesamtes als etwas Besonderes ein, denn Wiebke und Finn Schober sind das 1000. Paar, das sich im Wasserturm das Ja-Wort gab.

Seit August 2000 finden Trauungen im Wasserturm statt. Im ersten Jahr waren es gerade mal elf Paare, die dort den Bund fürs Leben schlossen. Doch die Zahl nahm im Laufe der Jahre ständig zu. „In diesem Jahr werden es voraussichtlich 166 Paare sein. Das entspricht einem Anteil von 25 Prozent aller Trauungen in Lüneburg. Das Angebot, die Trauung per Web-Cam in der ganzen Welt mitzuverfolgen, ist sicher auch ein Grund, dass die Trauungen im Wasserturm so beliebt geworden sind“, berichtet Annette Höft, Leiterin des Standesamtes, die die 1000. Trauzeremonie vornahm. Lüneburg steht überhaupt als Hochzeitsstadt hoch im Kurs, neben dem Wasserturm bieten auch die Trauzimmer im Heinrich-Heine-Haus, im historischen Rathaus, im Glockenhaus sowie im Kloster Lüne ein besonderes Ambiente. Und das schätzen nicht nur ortsansässige Hochzeiter, 54 Prozent aller Paare kommen nicht aus Lüneburg.

Zum Heiraten zurück in die Heimat hat es auch Wiebke Schober, geborene Böhnke, gezogen. Die gebürtige Lüneburgerin, die viele Jahre in Vastorf wohnte, lebt mit ihrem Mann nun schon seit einem Jahr in Schwentinental in der Nähe von Kiel. Von dort aus haben die beiden es nicht weit zum Bundeswehrstandort Kropp/Jagel, wo Wiebke Böhnke seit Anfang 2012 als Materialdispositions-Feldwebel tätig ist, Finn Schober trat zum gleichen Zeitpunkt dort als Personal-Unteroffizier an. Da liegt es auf der Hand, dass sich die beiden dort kennen- und lieben gelernt haben. „Nein“, sagt die 22-Jährige, „das war im Oktober 2012 bei einem Lehrgang der zivilen Ausbildung zur Bürokauffrau beziehungsweise zum -kaufmann.“ Am Anfang sei da aber nur Sympathie gewesen. Doch daraus wurde Liebe. „Am 5. Mai 2013 sind wir richtig zusammengekommen“, umschreibt sie mit strahlenden Augen. Ganz romantisch machte ihr Finn wenige Monate später einen Heiratsantrag. „Auf einer Schiffsreise von Kiel nach Norwegen ist er an Deck vor mir auf die Knie gegangen und hat mir im Mondschein den Verlobungsring mit den Worten entgegengehalten: Möchtest Du meine Frau werden.“ Für Wiebke Böhnke gab es darauf nur die Antwort: Ja. Danach gingen sofort die Planungen los.

Für die junge Frau stand schnell fest: Sie wollte in ihrer Geburtsstadt heiraten und im Anschluss mit ihrem Finn über ihre Heimat blicken. Er fand das eine wunderbare Idee, auch weil der Wasserturm eine „tolle Location“ ist. Der Kuss in luftiger Höhe bei strahlendem Sonnenschein wird ihnen auf ihrem gemeinsamen Weg schöne Erinnerung sein. Und in ihr Herz eingeschlossen haben sie die Worte von Annette Höft, die für die Traurede ein Zitat von Albert Camus wählte: „Einen Menschen lieben heißt einwilligen, mit ihm alt zu werden.“ Verewigt ist das Hochzeitspaar neben vielen anderen nun auch auf einem kleinen Messingschild auf der Plattform des Wasserturms. Dort haben auch schon Annika und Dennis Hertle, Schwester und Schwager von Wiebke, Platz gefunden. Sie gaben sich im Mai 2009 das Ja-Wort.