Mittwoch , 28. September 2016
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Fünf Generationen, eine Familie: Frida Reglin (2.v.l.) mit ihrer Tochter Natalia (l.), Enkelin Elena (r.), Urenkelin Karina (2.v.r.) und Ururenkelin Elina (Mitte). Foto: t&w
Fünf Generationen, eine Familie: Frida Reglin (2.v.l.) mit ihrer Tochter Natalia (l.), Enkelin Elena (r.), Urenkelin Karina (2.v.r.) und Ururenkelin Elina (Mitte). Foto: t&w

Ururgroßmutter macht die besten Frikadellen

us Lüneburg. „Hier sind alle drauf zu sehen“, sagt Natalia Reglin und deutet auf das Bild, das im Wohnzimmer ihrer Mutter Frida hängt. 16 Personen sind darauf abgebildet, in der Mitte Frida und Otto Reglin, um sie herum ihre 14 Kinder, Enkel und Urenkel. „So ganz stimmt es nicht, es fehlt Elina“, korrigiert Karina Reglin, die Urenkelin von Frida und Mutter von Elina. Die sitzt auf dem Schoß ihrer Oma Elena, der Tochter von Natalia und Mutter von Karina, und ist als Ururenkelin das jüngste Glied in der fünf Generationen umfassenden Großfamilie aus Lüneburg.

„Eine richtige Großfamilie sind wir aber nicht, wir leben ja nicht alle unter einem Dach“, wirft Frida Reglin ein, die von allen „Oma“ genannt wird, obwohl Natalia und Elena genau genommen ebenso Anrecht auf den Titel hätten. Doch mit 82 Jahren ist sie nicht nur die Älteste in der Runde, als Ururgroßmutter der kleinen Elina ist sie auch die Stamm-Mutter der hier lebenden Familienmitglieder. „Es gibt noch zwei weitere Enkel, Sergej und Svetlana, aber die leben mit ihren drei Kindern in der Ukraine“, erzählt Natalia, die 62-jährige Tochter von Frida.

Die Ukraine war lange Zeit die Heimat der Reglins, doch mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurden alle Deutschstämmigen zwangsweise von den Russen umgesiedelt, „1941 wurden wir nach Kasachstan verschleppt“, erzählt Oma Frida.

Nachdem ihr Sohn Viktor 1990 nach Deutschland kam und sich in Lüneburg, dem Wohnort seiner Schwiegereltern niederließ, machten sich zwei Jahre später auch Frida und Otto auf den Weg, 1997 folgte Tochter Natalia mit Familie.

Inzwischen sind sie alle in Lüneburg angekommen, hier fühlen sie sich wohl. Die fünf Generationen leben zwar nicht unter einem Dach, aber auch nicht weit voneinander entfernt. „Wir alle kommen auch nicht so oft zusammen, aber wenn, dann ist die Freude groß und die Lautstärke meist auch“, sagt Elena, „wir haben alle kräftige Stimmen.“ In der kleinen Wohnung von Oma und Opa Reglin an der Schützenstraße werden dann die Tische zusammengestellt, „Platz gibt es für jeden“. Auch das Essen bereiten die Damen dann selbst zu, von allen besonders geschätzt werden Omas Frikadellen, „das sind die besten“, betonen Natalia, Elena und Karina. Kuchen wird im Backofen gebacken, „manchmal sind es dann schon mal drei Bleche“, sagt Enkelin Elena. Satt werden alle, „meistens ist es ohnehin viel zu viel“, ergänzt Urenkelin Karina.

Dass ihre Kinder in der Nähe sind, ist für Frida Reglin das größte Glück: „Alle Tage sehe ich eines meiner Kinder.“ Und auch die sind über so viele Reglins glücklich. „Wenn mal etwas ist, ist immer jemand da, der hilft“, sagt Natalia. Karina hat mal ein Jahr in einem Altenheim gearbeitet, „das war schrecklich zu sehen, dass manchmal ein ganzes Jahr lang keine Kinder gekommen sind“.

Ernste Konflikte kennen sie in ihrer Familie eigentlich nicht, und wenn es mal unterschiedliche Meinungen gibt, dann sind diese auch schnell wieder vom Tisch.

„Wir reden darüber, wenn wir zusammenkommen, nach einer Stunde ist es dann auch wieder gut“, berichtet Enkelin Elena und gibt ihrer Enkelin Elina einen lieben Kuss.