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Die Suche nach einem WG-Zimmer über Aushänge an der Universität ist der klassische Weg. Über das Internetportal room.me soll das künftig einfacher werden - für Anbieter und Suchende. Foto: A./ t&w
Die Suche nach einem WG-Zimmer über Aushänge an der Universität ist der klassische Weg. Über das Internetportal room.me soll das künftig einfacher werden - für Anbieter und Suchende. Foto: A./ t&w

Beschleunigte WG-Suche

mm Lüneburg. Den passenden Mitbewohner oder die passende WG finden und dabei keine lästige Auswahl selbst treffen müssen, das soll mit der Online-Plattform room.me erreicht werden. Die Seite soll Anbieter und Bewerber zusammenbringen. Entwickelt haben das Start-up die Lüneburger Studenten Max Kersting und Benjamin Urland. Der Unterschied zu anderen Vermittlungen sei, dass durch ein sogenanntes Matching, also einen Abgleich, geschaut werde, wie Bewerber und Anbieter zueinander passen. Für ihre Geschäftsidee wurden die jungen Unternehmer beim Gründerwettbewerb des Leuphana Business Accelerator 2014 ausgezeichnet. Sie gehören zu den drei Gewinnerteams. Doch die kleine Erfolgsgeschichte trägt noch weiter nach Berlin. Seit Anfang Juli gehört room.me zum Accelerator Axel Springer Plug and Play.

Anbieter von WG-Zimmern sollten mit room.me potenzielle neue Mitbewohner schneller und zuverlässiger kennenlernen, während jene, die Wohnraum suchen, einen besseren Überblick über passende WGs erhielten, erklären die Gründer. Der Name room.me greift das englische Wort „roomie“ für Mitbewohner auf. Das Problem, eine passende Wohnung in einer fremden Stadt zu finden, kennen die Jungunternehmer aus eigener Erfahrung durch verschiedene Stationen während des Studiums im Ausland. „Überall gibt es das Problem. Ein WG-Suchprozess wird von keinem unserer Mitbewerber richtig abgedeckt“, glaubt Max Kersting.

Sie wollen die WG-Suche im Internet vereinfachen. Deshalb haben Max Kersting (l.) und Benjamin Urland room.me entwickelt. Foto: nh
Sie wollen die WG-Suche im Internet vereinfachen. Deshalb haben Max Kersting (l.) und Benjamin Urland room.me entwickelt. Foto: nh

Der 27-Jährige und sein Kompagnon Benjamin Urland (26) studieren den Master Management & Business Development (Betriebsführung und Geschäftsfeldentwicklung) an der Leuphana, sie liegen in den letzten Zügen ihrer Abschlussarbeit. Doch für das Schreiben ist wenig Zeit, die Arbeitswoche in Berlin hat sieben Tage und mehr als 60 Arbeitsstunden. Es gäbe zwar einen Zwei-Jahres-Plan, doch eigentlich könne man nur auf „Zwei-Wochen-Sicht“ fahren. Bei der Weiterentwicklung von room.me hilft Axel Springer Plug and Play. Es gäbe einen Zugang zum Netzwerk, Kontakte zu Investoren und Coaches. Und eine Anschubfinanzierung von 25000 Euro gegen eine Beteiligung von fünf Prozent an room.me.

Unterstützung bekommen Kersting und Urland aber auch durch den Leuphana Accelerator. Die Uni schreibt den Gründer-Wettbewerb im EU-Regionalentwicklungsprojekt Innovationsinkubator aus. Bis zu zwei Gründer pro Team werden für maximal zwei Jahre mit je einer halben Stelle am Inkubator eingestellt. Dort entwickeln sie ihr Gründungskonzept mit wissenschaftlicher Unterstützung weiter. Sie erhalten individuelle Beratung zu verschiedenen gründungsrelevanten Fragestellungen unter anderem durch Wissenschaftler der Uni. Zudem findet eine Anbindung an das Netzwerk des Gründungsservices der Leuphana zu Unternehmen, Organisationen und Kapitalgebern der Region statt.

Davon profitieren auch die anderen beiden Gewinner-Teams Edkimo und Get.on. Das Team von Edkimo entwickelt eine App, die ein Echtzeit-Feedback im Unterricht ermöglichen soll. Lehrer erhalten anonymisierte Rückmeldungen der Schüler, die App unterbreitet konkrete Vorschläge zum Weiterarbeiten. Hinter Get.on (GesundheitsTraining.Online) steht die Idee, dass Menschen über Internet-Trainingsprogramme ihre psychische Gesundheit fördern können. Dazu gehören ein besserer Schlaf und Stressbewältigung. Zielgruppe des Start-ups sind Krankenversicherungen, Kliniken und Unternehmen.

Die Zielgruppe von room.me ist noch größer gefasst. Überall auf der Welt sollen sich WG-Suchende und Anbieter besser vernetzen können. Doch bis room.me global wird, muss im Herbst erstmal die Feuertaufe gelingen. Dann ist die Markteinführung geplant. Für die Beta-Version soll die WG-Suche in drei bis fünf Studentenstädten möglich sein. Lüneburg ist dabei.

Was ist ein Accelerator?
Für den englischen Begriff Accelerator gibt es im Deutschen keine eindeutige Übersetzung. Am ehesten lässt er sich gleichsetzen mit Beschleuniger. Als Accelerator werden Institutionen bezeichnet, die Start-ups über einen festgelegten Zeitraum durch intensives Coaching unterstützen und so den Entwicklungsprozess beschleunigen und vorantreiben können. Die Unterstützung der Beschleuniger innerhalb solcher Programme kann von der Bereitstellung von Arbeitsplätzen, strategischer und technischer Unterstützung, Netzwerk und vielseitigem Coaching in allen wichtigen Bereichen reichen. Im Gegenzug für das Coaching und die Unterstützung erhalten die Acceleratoren einen bestimmten Anteil an dem Unternehmen und sind somit an der zukünftigen Gewinnausschüttung beteiligt.