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Der Prozess gegen den Fahrer beginnt. Die Anklage wirft ihm versuchten Totschlag vor. Foto: A.
Der Prozess gegen den Fahrer beginnt. Die Anklage wirft ihm versuchten Totschlag vor. Foto: A.

Auto rast in Faslamsgruppe

rast Lüneburg. Schock am Rosenmontag 2014 während einer der größten norddeutschen Faslams-Veranstaltungen im Winsener Stadtteil Stöckte: Ein 44-Jähriger fährt gegen 14 Uhr mit seinem Skoda Octavia auf der Straße Sportplatzweg in eine Karnevalisten-Gruppe, verletzt dabei zwei 47 und 58 Jahre alte Männer schwer. Die Opfer werden mit einem Krankenwagen und einem Hubschrauber in Kliniken gebracht. Von Dienstag, 2. September, an muss sich der Unfallfahrer vor der 4. Großen Strafkammer am Landgericht Lüneburg verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Totschlag vor.

Die Polizei ging schon am Ort des Geschehens nicht von einem Unfall aus. Die Beamten vermuteten, dass der 44-Jährige aus Boizenburg mit Absicht in die Gruppe gefahren sei. Am Rosenmontag zog eine Gruppe mit etwa 50 verkleideten Personen und mit Handwagen durch die Straßen, um zu ,,schnorren“, also die Zuschauer am Wegesrand um Spenden wie Geld oder andere Kleinigkeiten zu bitten. Die Polizei ging in Stellungnahmen gegenüber den Medien damals von folgendem Sachverhalt aus: Faslamsbrüder hielten auf ihrer Tour traditionell auch mehrere Wagen an, wohl auch das Auto des 44-Jährigen, um die Fahrer um Geld zu bitten. Als die Gruppe sich bereits wieder vom Skoda entfernt hatte, rastete der Fahrer aus, setzte seinen Wagen zurück und gab in der Tempo-30-Zone Vollgas. Er fuhr der Gruppe in hohem Tempo hinterher und steuerte direkt in die Karnevalisten hinein. Dabei rammte er den Bollerwagen von hinten, der von den beiden Opfern gezogen wurde. Andere aus der Gruppe erlitten einen Schock. Der Fahrer des Skoda wurde von den Beamten festgenommen und in die Psychiatrie gebracht. Alkohol soll keine Rolle gespielt haben, der Mann habe aber einen verwirrten Eindruck gemacht.

Die 4. Große Strafkammer am Landgericht hat für das Hauptverfahren zunächst fünf Prozesstage angesetzt, ein Urteil könnte am 26. September gesprochen werden.