Donnerstag , 29. September 2016
Aktuell
Home | Lokales | Lüneburg | Die Leichtigkeit des Beins +++ mit Video
Die Leidenschaft zum Tanz verbindet: Marina Brecic und Ömer Kilic (vorn) folgen hochkonzentriert den Anweisungen des Trainers. Tanz vermittelt Respekt, Disziplin und Körperbeherrschung, sagt Kilic, Gründer der Gruppe G-Breaker. Foto: t&w
Die Leidenschaft zum Tanz verbindet: Marina Brecic und Ömer Kilic (vorn) folgen hochkonzentriert den Anweisungen des Trainers. Tanz vermittelt Respekt, Disziplin und Körperbeherrschung, sagt Kilic, Gründer der Gruppe G-Breaker. Foto: t&w

Die Leichtigkeit des Beins +++ mit Video

emi Lüneburg/Lauenburg. Schon als Zehnjähriger übte Ömer Kilic in seinem Zimmer, wie man rückwärts fliegt und Saltos in der Luft dreht. „Ich habe zwar den Fernseher kaputt gemacht, aber es hat sich gelohnt“, sagt er lachend. Mittlerweile ist der 22-Jährige Trainer der „G-Breaker“, das steht für „Generation Breakdance“. Vor acht Jahren gründete der junge Mann die Hip-Hop-Tanzgruppe in Lauenburg und hilft Jugendlichen aus verschiedenen Nationen, „die keine Hobbys haben oder Scheiße bauen“. Denn Ömer Kilic ist überzeugt: „Tanz vermittelt Respekt, Disziplin und Körperbeherrschung.“

Um weiterzugeben, was man mit Kraft und Mut erreichen kann, trainierten die acht Jungs zwischen 13 und 22 Jahren jetzt zum ersten Mal mit der Lüneburger Gruppe „LG Fanatics“ im Fitnessstudio „Day-Night-Sports“.

Laut und rhythmisch hämmern die Hip-Hop-Beats aus den Boxen. Ihre Hände lässig in die Hüften gestemmt, beobachten ein paar „G-Breaker“ mit Käppi und weitem T-Shirt, wie Ömer Kilic auf einer Hand balanciert und sich auf dem Kopf dreht. Bei jeder Breakdance-Bewegung johlen und klatschen die Mädchen. Ein Junge nach dem anderen tritt nach vorn und zeigt, was er kann.

Hip-Hop-Trainer Hussein Kerro liebt es, die Freude in den Augen der Mädchen zu sehen. „Tanzen macht Spaß, und man kommt dabei gut runter.“ Foto: t&w
Hip-Hop-Trainer Hussein Kerro liebt es, die Freude in den Augen der Mädchen zu sehen. „Tanzen macht Spaß, und man kommt dabei gut runter.“ Foto: t&w

Inzwischen sind die „G-Breaker“ über die Grenzen Lauenburgs hinaus bekannt. Sie traten bereits mit großen Künstlern wie Kool Savas und Xavier Naidoo auf und wurden von Bundespräsident Joachim Gauck ins Schloss Bellevue eingeladen. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz zeichnete ihr Projekt „Von der Straße auf die Bühne“ mit einem Preis für zivilgesellschaftliches Engagement aus, die Stadt Lauenburg überreichte ihnen den silbernen Ehrenteller. „Jemand, der sieht, was wir erreicht haben, respektiert uns ganz anders“, sagt Ömer Kilic. Tanzen gibt Selbstbewusstsein und schafft eine Perspektive.

Ahmad Basaa ist seit knapp drei Jahren Mitglied der „G-Breaker“. „Früher gab es für mich keinen besseren Sport als Fußball“, erzählt er. „Aber das Tanzen hat mein Leben verändert. Ich bin besessen davon.“ Wo die Musik beginnt, endet für ihn der Stress: „Man bekommt einfach gute Laune.“

Und die sieht man den Mädchen und Jungen auch bei ihrer gemeinsamen Choreographie an. „LG Fanatics“-Trainer Hussein Kerro, den alle nur „Zanekerro“ nennen, ruft lautstark Kommandos durch die Sporthalle. Konzentriert folgt Terrenia Brunetto jeder seiner Bewegungen. Die 18-Jährige tanzt seit ihrem vierten Lebensjahr, „ohne wäre ich nicht so erfüllt“. Die Lüneburgerin liebt die Freude und Freiheit, die ihr das Tanzen bietet. „Es ist egal, ob ein Schritt falsch ist, Hauptsache es macht Spaß.“

Als nach zwei Stunden die Musik ausgeht, gehen die Jugendlichen verschwitzt und glücklich nach Hause. Und träumen vom nächsten gemeinsamen Auftritt. Auf einer großen Bühne.
Wer die „G-Breaker“ aus Lauenburg für einen Auftritt buchen oder mit den „LG Fanatics“ in Lüneburg üben möchte, kann sich bei Velit Kilic unter Tel.:0176/49052762 melden.